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Neue Milliarden-LigaNBA plant Europa-Ableger mit Berlin und München im Fokus

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FC Bayern München - Alba Berlin

Bald in der NBA Europe? Alba gegen Bayern. (Archivbild)

Die NBA plant eine europäische Liga mit Teams in Berlin und München. Das könnte den Basketball in Deutschland verändern.

Die nordamerikanische Profiliga NBA richtet ihren Blick auf den europäischen Markt. Berlin und München sind dabei zentrale Standorte. Diese Entwicklung könnte den Basketball in Deutschland nachhaltig prägen.

Die Finalserie der deutschen Basketball-Meisterschaft zwischen dem Starensemble von Bayern München und dem jungen Team von Alba Berlin gilt als moderner Klassiker. Vor der dritten Partie am Mittwoch (20.30 Uhr) in Berlin bei einem Stand von 1:1 rückt eine Entwicklung in den Vordergrund, die über den nationalen Wettbewerb hinausreicht. Beide Städte sind für die Pläne der NBA zur Gründung einer europäischen Liga von entscheidender Bedeutung. Diese neue kontinentale Spitzenklasse soll bereits im Herbst 2027 ihren Betrieb aufnehmen.

Obwohl auch andere Städte in Deutschland Interesse signalisiert haben, legt die nordamerikanische Profiliga ihren Fokus auf die beiden Metropolen. George Aivazoglou, der Europachef der NBA, äußerte kürzlich: „Wir konzentrieren uns auf die beiden Städte, die wir als die wichtigsten Chancen identifiziert haben.“ Während Alba Berlin eine Teilnahme klar befürwortet und den Bau einer neuen Halle unter Berücksichtigung der NBA Europe plant, zeigen sich die Bayern, die bereits in der Euroleague antreten, in der Öffentlichkeit bedeckter.

Erwartete Milliardeneinnahmen für die deutschen Standorte

In einer ersten Angebotsrunde für einen festen Startplatz in der neuen Liga erhielten die NBA und der Weltverband Fiba Gebote zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar (etwa 860 Millionen Euro). Bis zum Monatsende müssen die endgültigen Angebote vorliegen. Um derartige Beträge aufbringen zu können, wäre eine Kooperation von Alba Berlin und den Bayern mit Geldgebern erforderlich.

Ein gewaltiges Potenzial für Wachstum wird von den Partnern NBA und Fiba gesehen. Bereits im Januar erläuterte Aivazoglou: „Die größte Chance in der Welt des Sports bietet der europäische Basketball. Basketball in Europa macht weniger als 0,5 Prozent der 50 Milliarden US-Dollar schweren Sportindustrie aus“.

FC Bayern München - Alba Berlin

Berlin und München spielen in den Plänen der NBA eine zentrale Rolle. (Archivbild)

Aus Daten von „The Sports Consultancy“, welche der dpa zur Verfügung stehen, geht hervor, dass die NBA Europe finanziell in neue Dimensionen vorstoßen könnte. An den Standorten Berlin und München wird für den Zeitraum von 2027 bis 2036 mit geschätzten Gesamteinnahmen von sieben Milliarden Dollar (ungefähr sechs Milliarden Euro) gerechnet. In diesem Betrag sind Einnahmen aus Ticket- und Fanartikelverkäufen, TV-Rechten sowie indirekte Effekte wie Hotelbuchungen und Restaurantbesuche enthalten.

Der Beitrag zum deutschen Bruttoinlandsprodukt wird auf eine Bruttowertschöpfung von 2,8 Milliarden US-Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) beziffert. Laut der Vorhersage könnten in Deutschland durch die NBA Europe zudem jährlich beinahe 1000 Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen.

Analyse aus Köln: Europas Basketballmarkt mit Nachholbedarf

Christoph Breuer, ein Sportökonom von der Deutschen Sporthochschule in Köln, diagnostiziert ebenfalls einen „unterentwickelten Basketballmarkt in Europa“. Gegenüber der dpa führte er aus: Das, „was bisher sozusagen als europäische Liga oder Ligen an den Markt gegangen ist, ist letztendlich auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht ganz überzeugend“. Aus diesem Grund sei ein solches Vorhaben für die NBA mit ihrem Kapital und ihrer Expertise reizvoll. Die bisherigen Schwierigkeiten verdeutlichen jedoch, dass ein starkes Wachstum nicht automatisch erfolgen wird.

„Gleichzeitig ist der europäische Kontinent von der Bevölkerungszahl groß, wirtschaftlich stark und hat in vielen Ländern eine Basketballkultur“, fügt Breuer hinzu. Daten der Marktforschungsplattform Global Web Index zeigen, dass Basketball in Deutschland die am stärksten wachsende Sportart ist. Zudem ist die Nationalmannschaft amtierender Welt- und Europameister. Mit Franz und Moritz Wagner sowie Dennis Schröder stammen außerdem mehrere bekannte NBA-Akteure aus Deutschland.

NBA-Pläne in Europa

Die NBA will eine eigene Liga in Europa starten. (Archivbild)

Allerdings schränkt Breuer ein: „Umgekehrt muss man sagen, in einigen Ländern, dazu gehört auch Deutschland, wird es noch sehr lange dauern, bis der Basketball auch nur annähernd in der Nähe des Fußballs ist.“

Gefahr einer Spaltung der Basketball-Bundesliga?

Die finanzielle Überlegenheit der Bayern gegenüber dem Rest der Basketball-Bundesliga (BBL) ist bereits jetzt erheblich. Durch eine Beteiligung an der NBA Europe könnte sich dieser Abstand noch vergrößern. Breuer analysiert dazu: „Für nationale europäische Ligen ist ein europäischer Wettbewerb immer riskant. Insbesondere, wenn es dort viel Geld zu verdienen gibt oder mehr Geld zu verdienen gibt, als im nationalen Wettbewerb“.

Der Fachmann aus Köln benennt jedoch auch einen positiven Aspekt: „Umgekehrt muss man sagen, verleiht es der Liga dann aber auch ein Stück Attraktivität, wenn dadurch noch größere Stars, internationale Stars, spielen können.“ Ferner bestünde die Möglichkeit, deutsche Nachwuchsspieler, die häufig an US-Colleges wechseln, längerfristig in Europa zu binden.

Sportliche Qualifikation als Zugangsmöglichkeit

Im Gegensatz zur privat organisierten Euroleague betonen NBA und Fiba, dass die neue Liga allen Vereinen eine sportliche Qualifikationschance bieten soll. Es sind zehn bis zwölf permanente Startplätze vorgesehen. Weitere vier bis sechs Mannschaften könnten sich jährlich durch Erfolge in anderen Wettbewerben, wie der Basketball Champions League, oder mittels eines Qualifikationsturniers einen Platz verdienen.

Zusätzlich sollen die qualifizierten Teams an den Umsätzen des Wettbewerbs partizipieren. „Solange man eine sehr gute Mannschaft aufstellt und solange diese Mannschaft gut spielt, hat man das Recht zu träumen“, äußerte NBA-Europachef Aivazoglou. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.