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„Doppelt so viel wie empfohlen“ Minister Özdemir fordert in Köln weniger Fleischkonsum

Anuga Food

Köln – Wie werden Lebensmittel in Zukunft produziert und verarbeitet? Welche Lösungen und Innovationen gibt es, Ressourcen und Energie zu sparen und künftig weniger Lebensmitteln zu verschwenden? Das sind einige der zentralen Fragen der Anuga Foodtec, der weltweit führenden Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Rund 1000 Aussteller aus über 40 Ländern präsentieren seit Dienstag ihre Neuheiten in den Kölner Messehallen, etwa aus den Bereichen Abfüll- und Verpackungstechnik, Lebensmittelsicherheit oder Logistik. Die Fachmesse fand bislang alle drei Jahre in Köln statt. Die Ausgabe 2021 wurde pandemiebedingt ins Frühjahr 2022 verschoben.

Bei der Eröffnung plädierte Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) für eine ökologisch und an Nachhaltigkeit orientierte Landwirtschaft und Ernährungsindustrie, um auch Themen wie den Klimawandel anzugehen: „Der Krieg in der Ukraine darf kein Vorwand sein, andere Krisen auf die lange Bank zu schieben.“ Mit Blick auf eine mögliche Verknappung beim Weizen forderte der Minister, dass Lieferketten krisensicherer werden müssten.

Tierhaltung schadet Klimaschutz

Alles zum Thema Klimawandel

Der Grünen-Politiker sprach sich zudem für eine Verringerung des Fleischkonsums aus. „Auch wenn der Trend etwas nach unten zeigt – in Deutschland wird im Schnitt fast doppelt so viel Fleisch gegessen wie unter Gesundheitsaspekten empfohlen“, sagte Özdemir. Er verwies dabei auch auf den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Tierhaltung. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Treibhausgas-Emissionen in Deutschland entstünden durch Tierhaltung. Das Klimaschutzgesetz sehe eine Absenkung der jährlichen Emissionen in der Landwirtschaft bis 2030 auf 56 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vor. „Das schaffen wir nur, wenn Tierbestände zurückgehen.“

Pflanzenbasierte Ernährung

Geringere Bestände bedeuteten auch weniger landwirtschaftliche Flächen, auf denen Tierfutter angebaut werden müsse. „Flächen, die wir momentan für den Anbau von Nahrung gebrauchen könnten“, sagte Özdemir. Ihm sei aber klar, dass nicht jede Tierfutter-Anbaufläche für Brotgetreide geeignet sei. Der Minister sprach sich für eine stärker pflanzenbasierte Ernährung aus. „Wer sich darauf einlässt, kann neue Vielfalt und neue Kulinarik gewinnen.“

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Auch pflanzliche Alternativen zu Fleisch, Milch oder Eiern könnten eine Option sein. Beim Rundgang betonte der Minister, wie Technologien dazu beitragen können, Ressourcen zu schonen, zum Beispiel, indem man Verpackungsmüll reduziert oder Lebensmittelabfälle vermeidet. (mit dpa)