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ChipmangelKölner Ford-Werk stoppt Produktion erneut

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Das Ford Werk in Köln muss seine Produktion herunterfahren. 

Köln – Bei Ford stehen bald wieder die Bänder still. Eigentlich sollten ab Montag die Bänder am Kölner Werk wieder laufen. Nun aber musste das Management die Notbremse ziehen. „Aufgrund eines kurzfristigen Produktionsausfalls bei einem Halbleiterhersteller kommt es zu akuten Lieferengpässen für einige Fahrzeughersteller“, sagte ein Ford-Sprecher auf Nachfrage. Es habe Ausfälle bei einem Halbleiter-Hersteller in Malaysia gegeben, wodurch es bei einem Türmodul-Zulieferer zu Lieferproblemen gekommen sei, sagte ein Ford-Sprecher am Dienstag in Köln. Davon sei auch die Produktion des Ford Fiesta im Kölner Werk betroffen.

Produktion ruht mindestens bis 28. August

„Deshalb müssen wir die Fertigung in Köln vorerst vom 23. bis 28. August aussetzen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Situation zu verbessern und die Produktion danach schnellstmöglich wieder aufzunehmen“, sagte der Sprecher weiter. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist ein Corona-Fall beim betroffenen asiatischen Zulieferer Ursache für den dortigen Produktionsausfall, was der Sprecher nicht kommentierte.

5000 Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit

Für die Mitarbeiter in Köln bedeutet das, dass sie nur eine Woche nach Ende der Werksferien bereits wieder nach Hause geschickt werden. Laut dem Sprecher gehen die Beschäftigten in Kurzarbeit. Davon sind rund 5000 Arbeiterinnen und Arbeiter betroffen. Erst am Montag war die Belegschaft nach dem einmonatigen Werksurlaub in die Produktionshallen zurückgekehrt, um die Montage von Fiesta-Kleinwagen wieder aufzunehmen. Doch die Produktion wird ein kurzes Intermezzo, denn zur Begrüßung fanden sie ein Schreiben zu den Lieferengpässen vor. Möglicherweise wird es noch länger dauern – denn auch die Versorgung mit Material in der Woche ab dem 6. September sei „noch ungewiss“, wie aus dem Schreiben hervorgeht, aus dem die Bild-Zeitung zitierte.

Halbleiter-Lieferprobleme machen der ganzen Autobranche zu schaffen, auch andere Hersteller mussten ihre Produktion mangels Bauteilen zwischenzeitlich einstellen. Ford hat in Köln rund 15.000 Beschäftigte, zwei Drittel davon sind in der Entwicklung, in der Verwaltung und in anderen Bereichen tätig. Köln dient dem US-Autokonzern als Deutschland- und Europazentrale.

Werk Saarlouis soll kommende Woche wieder Autos bauen

Zweiter Ford-Standort in Deutschland ist Saarlouis im Saarland. Dort endet der Werksurlaub Anfang kommender Woche. Die dortige Herstellung des Focus-Modells sei von den aktuellen Lieferengpässen nicht betroffen, sagte der Firmensprecher. Die Produktion werde dort planmäßig wieder aufgenommen.

Entsprechende Gerüchte, Ford habe in Frankreich zusätzliche Parkplätze angemietet, um nicht vollständig montierte Fahrzeuge vor der Auslieferung an die Kunden zwischenzulagern, dementierte der Sprecher. „Wir haben unsere bestehenden Compounds für den normalen Auslieferungsprozess und mieten keine zusätzlichen Flächen an“, sagte der Sprecher. Unter Compound wird im Branchenjargon hier ein abgeschlossener bewachter Parkplatz, etwa in einer Hafenanlage, verstanden.