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Mit Wasserstoff13 NRW-Konzerne wollen bis 2050 klimaneutral werden

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Zapf-Ventil einer Wasserstofftankstelle

Düsseldorf – Die Industrie und damit das industrie-lastigste Bundesland Nordrhein-Westfalen steht vor dem größten Wandel seiner Geschichte. Viele Unternehmen des Landes sind große Abnehmer konventionell erzeugter Energie. Geht es nach dem Willen der Arbeitgeberverbände, großer Unternehmen und der Landesregierung, dann soll Wasserstoff die Transformation hin zu einem klimaneutralen NRW ermöglichen.

Firmen stellten am Montag Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) 13 Projekte vor, in die sie insgesamt vier Milliarden Euro investieren. Bis 2050 wird so Klimaneutralität angepeilt. Die Initiative soll Impuls sein, damit sich auch andere Unternehmen dem Thema Wasserstoff verschreiben.

Laschet betont Dringlichkeit

Laschet betonte die Dringlichkeit einer Umstellung auf klimaschonende Abläufe, damit die hiesige Industrie im globalen Wettbewerb bestehen kann. Es gehe dabei auch um Arbeitsplätze: „Wir werden den hohen Beschäftigungsstand im Industrieland Nordrhein-Westfalen nur erhalten, wenn wir uns hier transformieren und die notwendigen Technologien nutzen“, sagte der CDU-Politiker.

„Aufbauend auf den über die Landesinitiative IN4Climate initiierten Pilotprojekten in der Stahl- und Chemieindustrie sollen in den nächsten zehn Jahren die ersten Großanlagen in Betrieb gehen, Elektrolyseure im Gigawattmaßstab aufgebaut, Fahrzeugflotten auf Wasserstoff umgestellt und das dafür nötige Tankstellennetz kräftig ausgebaut werden“, sagte Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart. So könne NRW die CO2 -Emissionen massiv senken und zugleich ermöglichen, dass „unsere Unternehmen auch künftig wettbewerbsfähig bleiben“, so der FDP-Politiker. Mit-Initiator des Industrie-Politik-Bündnisses ist NRW-Arbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff.

Schlüssel der Energiewende

Wasserstoff ist ein Schlüsselenergieträger der Energiewende, da seine Herstellung aus Wasser mit Hilfe von Ökostrom die Atmosphäre nicht belastet. In der Industrie wird er bisher allerdings nur wenig genutzt.

In Düsseldorf mit dabei war der Chef des Energiekonzerns RWE, Rolf Martin Schmitz. RWE errichtet in Lingen im Emsland eine Elektrolyseanlage zur Umwandlung von Windstrom in Wasserstoff. Über bereits vorhandene Gasleitungen soll er zu Industriestandorten in Nordrhein-Westfalen transportiert werden.

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Einer der Abnehmer des Wasserstoffs soll das Stahlwerk von Thyssenkrupp in Duisburg sein. Der Industriekonzern will in seinen Hochöfen schrittweise Kohle durch Wasserstoff ersetzen. Dann würde statt klimaschädlichem Kohlendioxid nur Wasserdampf entstehen. Eine erste solche Anlage soll Mitte der 2020er Jahre in Betrieb gehen. Nach Angaben von Thyssenkrupp ist allein der Standort Duisburg für zwei Prozent der deutschen CO2 -Emissionen verantwortlich. Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz kam selbst zu der Runde nach Düsseldorf.

Grüner Wasserstoff deutlich teurer

Auch Chemieunternehmen testen, wie bei ihnen grüner Wasserstoff in der Produktion genutzt werden kann. Noch ist er deutlich teurer als konventioneller Wasserstoff, der in der Regel aus Methangas und unter Bildung von Kohlendioxid hergestellt wird. Der Essener Chemiekonzern Evonik forscht an speziellen Membranen, um die Wasserstoffelektrolyse wirtschaftlicher zu machen.

Wasserstoff kann unter anderem per Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden und soll als Basis für Brenn- und Kraftstoffe möglichst bald Kohle, Öl und Gas ersetzen. Und zwar vor allem in Bereichen, die nicht auf die direkte Nutzung von Strom umzustellen sind, etwa in der Industrie oder im Flug-, Schiffs- und Schwerlastverkehr. Die Bundesregierung will Deutschland zum Vorreiter beim Aufbau einer „Wasserstoffwirtschaft“ machen. (mit dpa)