Intensivere Betreuung und mehr Abstimmung mit den Unternehmen zeigt Erfolge: Die Vermittlungszahlen der Jobcenter steigen.
Neues NRW-KonzeptMehr Empfänger von Sozialleistungen in Jobs vermittelt

18 Jobcenter in NRW haben bereits erfolgreich ein neues Vermittlungskonzept erprobt. Köln könnte folgen.
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NRW-Arbeitsminister Karl Josef Laumann kann einen Erfolg bei der Vermittlung von Sozialleistungsempfängern in den Arbeitsmarkt verbuchen. Aus einem Bericht an den Landtag, der unserer Zeitung vorliegt, geht hervor, dass durch die Durchführung einer Vermittlungsoffensive 16 Prozent mehr Leistungsempfänger ins Berufsleben eingegliedert werden konnten. „Die neuesten Zahlen zeigen, dass die Vermittlungsoffensive wirkt“, sagte Laumann. „Das ist gut für den Arbeitsmarkt. Aber das ist vor allem auch gut für die Menschen, die so neue Chancen für Beruf und Leben erhalten“, fügte der CDU-Politiker hinzu.
Mehr persönliche Kontakte
An der Vermittlungsoffensive hatten seit 2023 18 zugelassene Träger in NRW teilgenommen, darunter Essen, Recklinghausen, Minden und Wuppertal. Dabei legte das Land konkrete Anforderungen an die Arbeit der Jobvermittler fest. Konkret ging es darum, die Intensität der persönlichen Beratung auszuweiten. „Die kommunalen Jobcenter sind aufgefordert, dass ihre Vermittlungsfachkräfte im Wochendurchschnitt mindestens 20 Gespräche in Präsenz und weitere fünf Gespräche in anderen Kommunikationsformaten führen“, heißt es in dem Bericht.
Gleichzeitig sei die Kooperation zwischen Unternehmen und Jobcentern ein wichtiger Erfolgsfaktor. Der sich ausweitende Arbeits- und Fachkräftemangel erfordere ein intensives Zusammenspiel der Beteiligten. „Der Landesregierung ist es deshalb ein wichtiges Anliegen, diese Kooperation weiter zu stärken und neue Perspektiven für Menschen mit Vermittlungshemmnissen zu eröffnen“, heißt in dem Bericht. „Jede und jeder wird auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. Das gilt gerade auch für Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher“, sagte Laumann unserer Zeitung.
10.000 Vermittlungserfolge mehr
Neben der Verpflichtung, im Wochendurchschnitt 20 Gespräche in Präsenz zu führen, war offenbar auch ein Strategiewechsel im Umgang mit den Arbeitslosen erfolgreich. Dem Vernehmen nach wurde darauf verzichtet, Leistungsempfänger in Schulungsmaßnahmen und Weiterbildungen unterzubringen.
Im Jahr 2025 wurden von den 18 beteiligten Jobcentern rund 10 000 Leistungsempfänger mehr vermittelt als 2023. Insgesamt wurden von den beteiligten Trägern von 2023 bis 2025 rund 341 000 Menschen in NRW betreut.