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Rhein-NiedrigwasserNRW verlängert Ausnahmeregelung für Lkw – Kaum Aussicht auf Besserung

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28.09.2026, Köln: Der Rhein hat immer weniger Wasser. Der Fluss führt Niedrigwasser, am Morgen wurde ein Pegelstand von nur noch 40cm KP und damit ein neuer historischer Rekord erreicht. Der Rheinpegel soll in den nächsten Tagen weiter sinken. Das Herbstwetter ist warm und trocken. Luftbild mit Drohne. Foto: Uwe Weise

Der Rhein hat immer weniger Wasser. 

Der Pegelstand des Rheins beträgt nur noch 40 Zentimeter. Und das Ende ist laut Experten noch nicht erreicht. Was der historische Tiefstand für Wirtschaft und Natur bedeutet.

Der Rhein ist in Köln so niedrig wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Montag sank der Pegel auf nur noch 40 Zentimeter und damit erneut auf einen historischen Tiefstand. Fähren stehen still, Ausflugsschiffe können nicht mehr alle Strecken befahren, Transporte werden teurer. Und der Wasserstand könnte noch weiter sinken: Bereits am Mittwoch oder Donnerstag ist ein neuer Tiefststand möglich.

Die Politik reagiert auf die Folgen für den Güterverkehr. Nordrhein-Westfalen verlängerte am Montag die Ausnahme vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw bis Ende Oktober. Sie gilt für Transporte, die mit den Folgen des Niedrigwassers zusammenhängen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger zeigte sich besorgt über die die sinkenen Pegelstände in Flüssen. „Die Lage ist weiterhin sehr angespannt. Es hat erneut zu wenig geregnet, und die Wasserstände sind weiterhin sehr niedrig“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er prüfe zusammen mit den Landesverkehrsminister, wie sich die notwendige Flexibilität für die Unternehmen sicherstellen lasse. „Dazu gehören auch weitere befristete Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw, damit Güter, die aufgrund des Niedrigwassers nicht oder nur eingeschränkt über die Wasserstraße transportiert werden können, auf der Straße befördert werden können“, sagte Bilger.

Steffen Bilger: Ausnahmen keine Dauerlösung

Das sei aber keine Dauerlösung, betonte der Verkehrsminister. „Wir brauchen diese Ausnahmen jetzt, um die Unternehmen durch diese außergewöhnliche Situation zu bringen. Gleichzeitig schaffen wir zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene und müssen langfristig dafür sorgen, dass unsere Wasserstraßen und die Schifffahrt besser mit solchen Niedrigwasserlagen umgehen können.“ Für die Binnenschifffahrt sind neben dem Rhein vor allem die Elbe, die Donau, der Main und die Mosel relevant.

Wie extrem das Niedrigwasser inzwischen ist, zeigt sich in Köln. Bei einem Pegel von 40 Zentimetern ist die Fahrrinne in der Mitte des Rheins noch 1,51 Meter tief. An einzelnen Stellen kann es weniger sein. Erst am Samstag fuhr sich das Flusskreuzfahrtschiff „Dutch Melody“ an der Deutzer Platte fest und musste von einem Frachter freigeschleppt werden.

Die Folgen treffen auch die Infrastruktur. Die Fähre zwischen Weiß und Zündorf fährt seit Freitag nicht mehr, die Verbindung zwischen Langel und Leverkusen-Hitdorf ist bereits seit dem 5. September eingestellt. Die Köln-Düsseldorfer hat Schiffe verlegt, ihr Flaggschiff „Rhein-Magie“ kann seit Wochen nicht fahren.

Auswirkungen auch auf Polizei und Feuerwehr

Auch Polizei und Feuerwehr müssen sich auf den niedrigen Wasserstand einstellen. Die Wasserschutzpolizei hat ihr Streifenboot aus dem Deutzer Hafen nach Mülheim verlegt. Das Löschboot der Kölner Feuerwehr liegt inzwischen an einem Steiger nahe der Bastei. Die Ausfahrt des weiterhin im Deutzer Hafen stationierten Rettungsboots wird bei Pegelständen unter 60 Zentimetern täglich getestet.

Der Meteorologe Karsten Brandt macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung, selbst wenn es einmal wieder stärker regnen sollte. Dafür sind auch die ausgetrockneten Böden verantwortlich, wie Brandt in einem Gastbeitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ schreibt. „Bevor überhaupt wieder vermehrt Wasser in die Bäche und Flüsse abfließen kann, müssen die Erdschichten erst einmal vollständig mit Feuchtigkeit gesättigt werden. Es braucht gewaltige Niederschlagsmengen, nur um dieses Defizit im Wasserhaushalt des Bodens auszugleichen“, so der Gründer des Portals donnerwetter.de. Um die „Niedrigwasserkrise“ im Rhein und die Fahrrinnen wieder für den normalen Schiffsverkehr nutzbar zu machen, „bräuchten wir ein ganz anderes Kaliber: langsamen ausdauernden Landregen und das über Tage hinweg“. Dafür müssten bis Februar „von der Schweiz bis zu den Mittelgebirgen“ etwa 700 Liter pro Quadratmeter Regen fallen. So viel Regen fällt demnach üblicherweise in Köln in einem Jahr.