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„Den Tränen nahe“83-Jährige Kölnerin scheitert am Online-Ticket-Kauf für Kusama-Ausstellung

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14.04.2026 Köln. Beate Wickenden und Ralph Peters sind die 100.000 Besucher  in der Ausstellung Yayoi Kusama im Museum Ludwig. OB Torsten Burmester gratuliert. Foto: Alexander Schwaiger

Kusama-Ausstellung in Köln. Es ist die erfolgreichste Kunstausstellung, die in Köln jemals stattfand.

Leserin Almut Meier kritisiert den Online-Verkauf der Tickets. Das Museum Ludwig reagiert.

Wer noch in die gefeierte Kusama-Ausstellung möchte, muss sich am 1. und 2. August für die geplanten Museumsnächte in eine vermutlich lange Schlange einreihen, oder auf mitunter überteuerte Angebote auf Ebay-Kleinanzeigen zurückgreifen. Für 170 Euro bot ein Nutzer am Montag zwei Erwachsenentickets und zwei Kindertickets an. Für die Kinder musste man zwar auch einen Zeit-Slot buchen, aber der Eintritt für sie ist frei. Das Erwachsenenticket kostet regulär 19,80 Euro.

Doch die Rekord-Schau im Museum Ludwig ist längst ausverkauft. Das sorgt auch für Frust bei Kunstfans, die mit diesem Andrang nicht gerechnet hatten. Eine 83-jährige Leserin dieser Zeitung beklagt zudem das aus ihrer Sicht unfaire System, die Tickets in erster Linie online zu verkaufen. In einem Brief an die Redaktion schreibt die Kölnerin Almut Meier: „Leider sind viele Menschen meiner Generation – die über 80-Jährigen – allein deshalb ausgeschlossen, weil die Tickets nur online zu haben sind. Nicht jeder interessierte Oldie ist in der Lage beziehungsweise fähig, online zu bestellen und zu bezahlen. Da gibt es viele Gründe. Das ist eine große Benachteiligung – wenn nicht sogar Diskriminierung der alten Menschen.“

Kusama in Köln: Tickets waren schnell weg

Meier schildert zudem, dass sie persönlich im Museum Ludwig nach Tickets gefragt habe und ihr nicht geholfen worden sei. „Lediglich hilfloses Schulterzucken aller von mir angefragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ehrlich – ich war den Tränen nahe.“

Das Museum Ludwig teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit: „Es war uns bewusst, dass eine Online-Ticketbuchung ältere Menschen vor eine Herausforderung stellen kann.“ Es habe immer auch die Möglichkeit gegeben, Tickets in den Vorverkaufsstellen von Köln-Ticket zu kaufen, so die Sprecherin weiter. Dies sei jedoch nicht „offensiv beworben“ worden, „damit sich dort nicht lange Schlangen bilden“. Das Museum habe nach eigenen Angaben „stets flexibel reagiert und vereinzelt Möglichkeiten gefunden, noch spontan Tickets auszugeben“.

Mitarbeiter der Kunstvermittlung „Kunst:Dialoge“ hätten im Foyer zudem Menschen bei Bedarf geholfen, spontan Online-Tickets vor Ort zu buchen. Das Museum geht davon aus, dass die 83jährigee Kölnerin zu einem Zeitpunkt erschienen ist, als die Ausstellung bereits ausverkauft war. „Sollte die Ausstellung an dem Tag, als Frau Maier hier im Museum war, doch noch nicht ausverkauft gewesen sein und daher einKommunikationsversäumniss unsererseits vorliegen, können wir ihr gern ein Ticket an der Kasse hinterlegen“, so die Sprecherin.

Lange Kusama-Nacht in Köln zum Finale der Ausstellung

Die Sonderausstellung über die japanische Ausnahmekünstlerin Yayoi Kusama zieht seit Beginn Mitte März die Massen an. Anfangs hat das Museum Ludwig noch ein kleines Kartenkontingent für Spontanbesucher an der Kasse verkauft – ohne dies jedoch zu bewerben. „Aufgrund der extrem hohen Nachfrage an Tickets, konnten wir dieses Angebot aber nicht aufrechterhalten und haben deshalb auf den ausschließlichen Online-Verkauf umgestellt.“

Die Ausstellung ist seit Anfang Juni etwa ausverkauft. Zusatztickets für erweiterte Öffnungszeiten unter der Woche im Juli waren innerhalb weniger Stunden weg. Nun plant das Museum Ludwig am 1. und 2. August zum Finale der Ausstellung noch lange Kusama-Nächte. Dann ist aber Anstehen angesagt: Die Tickets gibt es nur an der Kasse, eine Garantie, dass man es hineinschafft, gibt es allerdings nicht. „Das schien uns nun der fairste Weg“, sagte die Sprecherin des Ludwig.

Wer es in Köln nicht mehr schafft, kann es in Amsterdam probieren. Dort wandert die Ausstellung als Nächstes hin und wird ab dem 11. September gezeigt. Die Tickets kann man bereits im Vorverkauf erwerben.