Die Anlage an der S-Bahn-Haltestelle Holweide bietet Platz für 20 Fahrräder, die dort sicher und wettergeschützt untergestellt werden können.
Flexible BuchungErste Fahrradsammelgarage Kölns in Holweide eröffnet

Die Stadt Köln will mit der Fahrradsammelgarage am S-Bahnhof Holweide die Verbindung von Fahrradverkehr und ÖPNV stärken. Im Bild v.l. Jürgen Möllers, Ascan Egerer und Holger Fritsch.
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Von einem „Meilenstein“, ja von einem „Quantensprung“ sprach Jürgen Möllers, der Fahrradbeauftragte der Stadt, als am Donnerstag an der S-Bahn-Haltestelle Holweide Kölns erste Fahrradsammelanlage in Betrieb genommen wurde. Sie bietet Platz für 20 Räder, die dort gesichert und wettergeschützt untergestellt werden können. Im Gegensatz zu den abschließbaren Fahrradboxen ist die Buchung wesentlich flexibler.
Flexible Buchung per App möglich
Für die rund 500 Boxen im gesamten Stadtgebiet würden lediglich Monats- oder Jahresverträge vergeben, sagte Möller. Für die Sammelgarage hingegen gebe es ein Kontingent für Nutzer, die sich kurz vorher und für eine geringere Zeit einen Platz sichern wollen. Möglich macht dies das Buchungs- und Zugangssystem Radbox.nrw, das die Zweckverbände Go.Rheinland und Nahverkehr Westfalen-Lippe im Jahr 2002 für Stellplätze in verschließbaren Fahrradabstellanlagen eingeführt haben.
Mithilfe einer App können sich Nutzer und Nutzerinnen vorab einen Stellplatz für einen bestimmten Zeitraum aussuchen; nach der Buchung wird die Zahlung automatisch abgewickelt. Für 24 Stunden beträgt der reguläre Preis einen Euro; mit Ermäßigung sind 50 Cent fällig. Der Zugang zur Garage ist möglich, indem man zum Beispiel eine Geheimnummer eintippt oder einen QR-Code einlesen lässt.
Erste Anlage dieser Art in Köln-Holweide
Die Anlage in Holweide sei die erste in Köln, die mit diesem System funktioniere, sagte Holger Fritsch, Bereichsleiter bei Go.Rheinland. Landesweit nähmen es inzwischen über 100 Kommunen und Verkehrsunternehmen in Anspruch; 22.000 Nutzer seien mittlerweile registriert, und ständig würden es mehr.

Die Stellplätze können vorab mit einer App gebucht werden.
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Den S-Bahnhof Holweide habe man als Pionier-Standort ausgewählt, weil alle Abstellanlagen, darunter zehn Boxen, ausgelastet seien, sagte Möllers. Auf einer Liste stünden mehr als 40 Menschen, die darauf warteten, ihre Räder sicher abstellen zu können. Der Bedarf sei in der ganzen Stadt groß. Zum einen nehme der Radverkehr Jahr für Jahr zu, zum anderen würden die Räder „immer hochwertiger und teurer“.
Weitere Fahrradgaragen sollen folgen
Zurzeit stehen etwa 14.300 Fahrrad-Stellplätze an Haltestellen zur Verfügung, von überdachten und abschließbaren Rahmenhaltern über Unterstellplätze und Haarnadelhalter bis hin zu Boxen. Letztere würden nach und nach mit dem „Radbox.nrw“-System ausgestattet, sagte Möllers. Und Zug um Zug würden weitere Fahrradsammelgaragen geschaffen. Noch in diesem Jahr beginne der Bau einer Garage für 96 Räder in Lövenich. Eine dreistellige Zahl von Rädern werde die mit der KVB ausgeschriebene Anlage fassen, die in die bestehende P+R-Anlage Weiden West integriert werden soll.
Finanzieren lassen sich die Garagen laut Möllers mit Stellplatzablösemitteln. Die laufenden Kosten würden mit den Buchungsgebühren verrechnet. Die Errichtung der Garage in Holweide habe pro Stellplatz 2500 Euro gekostet. Dank der Bike+Ride-Offensive des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn, die den Ausbau von sicheren Radabstellplätzen an Bahnhöfen vorantreibt, sind 70 Prozent der Gesamtkosten mit Fördermitteln des Bundes gedeckt worden.
„Das versetzt uns in die Lage, so etwas machen zu können“, sagte Köln Mobilitätsdezernent Ascan Egerer. Fahrradsammelgaragen an Haltestellen machten es attraktiver, den ÖPNV zu nutzen. „Wir brauchen die Verknüpfung verschiedener Verkehrsarten, um die umweltfreundliche Mobilität weiter zu fördern.“

