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150 aus 150Oswald Mathias Ungers entwarf das Wallraf-Richartz-Museum

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Oswald Mathias Ungers, deutscher Stararchitekt, aufgenommen in seiner Bibliothek in Köln vor einer Büste des Architekten Karl Friedrich Schinkel (Archivbild vom 04.07.2006).

Oswald Mathias Ungers in seiner Bibliothek in Köln vor einer Büste des Architekten Karl Friedrich Schinkel (Archivbild aus dem Jahr 2006).

Der Architekt wurde vor allem durch seine Kubusbauten bekannt. Sein Vorbild war die Formensprache der Antike, die er in die Gegenwart übertrug.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 103. Teil der Serie geht es um den Architekten Oswald Mathias Ungers.

Bedeutung

Oswald Mathias Ungers war für seine Architektur der quadratischen Formen bekannt. Nach dem Studium an der TH Karlsruhe von 1947 bis 1950 arbeitete er mit dem Kölner Architekten Helmut Goldschmidt zusammen. Bis 1955 entstanden zahlreiche gemeinsame Planungen vor allem von Wohn- und Geschäftshäusern in Köln. Anschließend gründete Ungers hier ein eigenes Büro mit Niederlassungen in Berlin, Frankfurt und Karlsruhe.


Oswald Mathias Ungers

Geboren: 12. Juli 1926 in Kaisersesch

Gestorben: 30. September 2007 in Köln


1963 bis 1968 hatte er die Professur für Architektur an der TU Berlin inne. Bis 1975 lehrte er an der Cornell University in den USA. Er übernahm Gastvorlesungen in Düsseldorf, aber auch in Großbritannien, Österreich und den USA. Ungers plante fern von Zeitgeist und immer seinen Prinzipien verpflichtet. Als Vorbild galt ihm die Antike, deren Formensprache er in die Gegenwart übertrug.

Bekannt wurde er vor allem durch seine Kubusbauten. 1988 bis 1994 wurde die Residenz der deutschen Botschaft in Washington nach seinen Plänen erbaut. Nach Fertigstellung beschwerte sich der damalige Botschafter über die „eiskalte Atmosphäre“ und zu kleine Wohnräume, obwohl diese 350 Quadratmeter umfassen. Im Interview mit dem „Spiegel“ warf ihm Ungers „Geschmacksverfall“ vor. Nach Ungers‘ Plänen erfolgte 1995 bis 2000 die Umgestaltung des Kunstpalastes in Düsseldorf unter Beibehaltung der historischen Fassade.

Wirken in Köln

Zu den bekannteren Werken in Köln gehören Ungers‘ eigenes Wohnhaus (1958/59) mit Erweiterung der Bibliothek im Garten (1989/90) und das Wallraf-Richartz-Museum (1996 bis 2000). In Seeberg plante er im Rahmen der „Neuen Stadt“ eine Wohnanlage (1961 bis 1964).

Bemerkenswert

Ungers bildete sich sein Leben lang fort. Er sammelte nicht nur Literatur über Architektur, er las und reflektierte sie auch. Sein immenses Architekturwissen nutzte er für seine konkreten Architekturplanungen.

Spuren in der Stadt

Seine Bauten, seine Architektur-Bibliothek in Müngersdorf und eine Stiftung, die Ungers‘ Erbe und Nachlass verwaltet, zeugen in Köln von seinem Schaffen. Das Museum für Angewandte Kunst (MAKK) zeigt anlässlich seines 100. Geburtstags bis zum 27. September 2026 eine Ausstellung unter dem Titel „Architektur als Idee“.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.