Abo

150 aus 150Wolfgang Graf Berghe von Trips gehörte zur Weltklasse im Rennsport

2 min
Der deutschen Formel 1-Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips 1961

Der Formel-1-Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips im Jahr 1961.

Der Kölner galt 1961 als Anwärter auf den Weltmeistertitel. Er starb jedoch bei einem Rennen in Monza und wurde posthum zum Vize-Weltmeister.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 28. Teil der Serie geht es um den Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips.

Bedeutung

In der Kölner Südstadt geboren, wuchs der spätere Rennfahrer auf dem Familiensitz, Burg Hemmersbach in Kerpen-Horrem, auf. Am Anfang seiner Karriere nutzte er ein Pseudonym, damit seine Eltern nichts von den Rennen erfuhren. 1954 bestand er seine Prüfung als Diplomlandwirt und gewann mit seinem Porsche 356 auf dem Nürburgring die Deutsche Meisterschaft in der Klasse der Seriensport- und GT-Wagen bis 1600 ccm. Kurz zuvor hatte er bereits das Rennen in der GT-Klasse bis 1300 ccm bei dem Langstrecken-Straßenrennen Mille Miglia gewonnen. Es schlossen sich mehrere Erfolgsrennen mit Mercedes und Porsche an.

1957 gab Berghe von Trips auf einem Ferrari sein Formel-1-Debüt beim Großen Preis von Argentinien. Er fuhr weitere Siege ein, und trotz mehrerer Unfälle (Spitzname „Count Crash“) gehörte er zur Weltklasse im Rennsport. Berghe von Trips war der erste Nachkriegsrennfahrer, der international Anerkennung fand. 1961 galt er als Anwärter auf den Weltmeistertitel in der Formel-1-Klasse. Er gewann die Großen Preise der Niederlande und von Großbritannien, wurde zweiter in Belgien und auf dem Nürburgring.

Dichter Qualm liegt nach der Kollisions-Tragödie vom 10.09.1961 über der Unglückstätte von Monza. Links der Ferrari des deutschen Formel-1-Fahrers Wolfgang Graf Berghe von Trips, der kurz nach dem Start zum Großen Preis von Italien bei der Doppelkollision erst mit dem Engländer Jim Clark und dann mit dessen Landsmann Ashmore den Tod findet. Rechts der Wagen Clarks, durch den 15 Zuschauer in den Tod gerissen werden.

Dichter Qualm liegt nach der Kollisions-Tragödie vom 10. September 1961 über der Unglückstätte von Monza. Links der Ferrari des deutschen Formel-1-Fahrers Wolfgang Graf Berghe von Trips, rechts der Wagen Clarks, durch den 15 Zuschauer in den Tod gerissen werden.

Beim Rennen in Monza überschlug sich sein Ferrari nach einer Kollision mit einem anderen Wagen und raste in die Zuschauermenge. 15 Menschen starben, 60 wurden teilweise schwer verletzt. Berghe von Trips wurde aus dem Auto geschleudert und starb noch an der Unfallstelle. Posthum wurde er Vize-Weltmeister.


Wolfgang Graf Berghe von Trips

Geboren: 4. Mai 1928 in Köln

Gestorben: 10. September 1961 in Monza, Italien


Wirken in Köln

1960 gründete Berghe von Trips in Köln die Sportfahrergemeinschaft Scuderia Colonia, vor allem zur Förderung des Nachwuchses. Das Wappen trug er auf seinem Helm.

Bemerkenswert

1959 organisierte Berghe von Trips in Kerpen ein Go-Kart-Rennen und trieb die Gründung eines Kurses an. Später trainierte hier Michael Schumacher. 2008 wurde Berghe von Trips in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Spuren in der Stadt

In den 1930er Jahren wohnten seine Großeltern mütterlicherseits, der Fotograf Albert Melzer und seine Frau, in der Leyboldstraße 1, heute Gustav-Radbruch-Straße, in Rodenkirchen.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.