Goldenes Laub, leere Kurven und Weitblick pur: Wo die Windschutzscheibe zur Kinoleinwand wird. 11 Traumrouten von NRW bis an die Alpen.
Von Eifel bis Alpen11 schöne Reiserouten in NRW und Deutschland für Herbstausflüge

Kurvenkino aus der Luft: Spektakuläre Serpentinen und weite Ausblicke wie hier an der Jochstraße zwischen Bad Hindelang und Oberjoch im Allgäu machen Deutschlands Ferienstraßen zu Zielen, an denen der Weg das eigentliche Erlebnis ist. (Archivbild)
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Wenn der Herbst die Laubwälder verfärbt und die Fernsicht an klaren Tagen meilenweit reicht, wird die Windschutzscheibe zum Logenplatz für großes Landschaftskino. Statt stundenlang im Stau auf der Autobahn zu stehen, lohnt es sich jetzt, das Steuer bewusst auf Strecken zu lenken, auf denen der Weg das eigentliche Ziel ist.
Zwischen den Talsperren des Bergischen Landes, den schroffen Tälern der Nordeifel und den Pässen der Alpen warten Asphaltbänder, die Fahrspaß mit atemberaubenden Aussichten verbinden. Ob spontane Landpartie am Sonntagnachmittag oder ausgedehnter Roadtrip über ein langes Wochenende: Diese elf Panoramastraßen zeigen Deutschland gerade jetzt von seiner spektakulärsten Seite.
Rursee- und Nordeifel-Route (NRW)
Die kurvenreichen Abschnitte der Landstraßen 128 und 166 zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten Fahrstrecken im Westen Nordrhein-Westfalens. Die Strecke verbindet Höhenorte wie Steckenborn und Schmidt mit dem Ufer des Rursees bei Rurberg und Heimbach.

Aktiv unterwegs im Rurtal: Abseits der asphaltierten Autostrecken führen gut ausgebaute Radwege durch die weiten Wiesentäler und dichten Hangwälder der Nordeifel.
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Unterwegs eröffnen sich weite Panoramablicke über die tief eingeschnittenen Täler der Rur und die weitläufigen Waldgebiete des Nationalparks Eifel. Mehrere Aussichtspunkte wie der Hirschley-Blick oder der Schöne Aussichtspunkt bei Schmidt liegen in unmittelbarer Reichweite. Durch steile Serpentinen, anspruchsvolle Gefällstrecken und dichte Buchenwälder bietet die Strecke ein intensives Mittelgebirgserlebnis direkt vor den Toren der Kölner Bucht.
Panoramaroute Bergisches Land (NRW)
Die offiziell ausgewiesene Panoramaroute Bergisches Land ist rund 290 Kilometer lang und führt durch die Hügellandschaft östlich von Köln. Der Streckenverlauf führt über aussichtsreiche Höhenzüge rund um Bergisch Gladbach, Wipperfürth, Gummersbach und Schloss Burg an der Wupper.

Blick durch frisches Grün auf die Staumauer der Neyetalsperre bei Wipperfürth: Die historischen Wasserbauten und ihre Stauseen prägen das Landschaftsbild entlang der Panoramaroute Bergisches Land. (Archivbild)
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Charakteristisch sind die zahlreichen Stauseen entlang der Trasse, darunter die Bever-, Agger- und Wiehltalsperre, sowie traditionelle Schiefer- und Fachwerkhäuser. Von den exponierten Kämmen reicht die Fernsicht an klaren Tagen bis zur Kölner Domspitze und in das Siebengebirge. Sie eignet sich hervorragend als tagesfüllende Rundreise für Entdecker aus dem Kölner Raum.
Hochsauerland-Höhenstraße (NRW)
Die Hochsauerland-Höhenstraße verläuft auf einer Länge von rund 102 Kilometern als ausgewiesene Rundstrecke über Erhebungen des Rothaargebirges. Sie verbindet bekannte Wintersport- und Luftkurorte wie Winterberg, Schmallenberg und Medebach miteinander.

Zwischen bunten Wäldern und weiten Ausblicken zeigt sich die Hochsauerland-Höhenstraße bei Winterberg von ihrer schönsten Seite. (Archivbild)
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Ein Großteil der Strecke liegt auf Höhenlagen zwischen 400 und über 800 Metern über Normalhöhennull, vorbei am Kahlen Asten und der Hunau. Zahlreiche Haltepunkte bieten weite Rundumblicke über das Land der tausend Berge und seine dichten Fichten- und Mischwälder. Die gut ausgebaute Route führt durch historische Fachwerkdörfer und bildet das infrastrukturelle Rückgrat des regionalen Tourismus im Sauerland.
Moselweinstraße (Rheinland-Pfalz)
Auf rund 240 Kilometern folgt die Moselweinstraße dem stark gewundenen Flusslauf der Mosel von Perl an der französischen Grenze bis nach Koblenz. Die Route ist geprägt von extrem steilen Schieferhängen wie dem Bremmer Calmont, der mit bis zu 68 Grad Hangneigung als steilster Weinberg Europas gilt.

Cabrio-Ausfahrt zwischen Reben und Geschichte: Auf der Moselweinstraße bei Ediger-Eller säumen steile Weinberge und steinerne Zeugen vergangener Jahrhunderte das Asphaltband. (Archivbild)
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Historische Bauwerke wie die Reichsburg Cochem sowie traditionsreiche Weinorte wie Bernkastel-Kues säumen die Fahrtstrecke, während die berühmte Burg Eltz bei einem kurzen Abstecher in ein angrenzendes Seitental erreichbar ist. Neben dem Panoramablick auf die engen Flussschleifen bietet die Trasse direkte Einblicke in den Steillagen-Weinbau und die jahrhundertealte Kulturlandschaft. Für Ausflügler aus dem Rheinland ist sie über die Autobahn 61 in weniger als zwei Stunden Fahrzeit erreichbar.
Deutsche Vulkanstraße (Rheinland-Pfalz)
Die Deutsche Vulkanstraße erstreckt sich über knapp 280 Kilometer und verbindet 39 ausgewiesene geologische Sehenswürdigkeiten in der Eifel. Ausgehend vom Laacher See führt die Trasse vorbei an erloschenen Vulkankegeln, Schlackenkegeln, Maaren und postvulkanischen Phänomenen wie dem Kaltwassergeysir „Wallender Born“ in Wallenborn. Bedeutende Zwischenstationen sind Daun, Manderscheid mit seinen Burgen und das Deutsche Vulkanmuseum Lava-Dome in Mendig.

Das Holzmaar in der Vulkaneifel: Nahezu lückenlos von dichten Laub- und Mischwäldern umschlossen, bietet dieser fast kreisrunde Naturkrater einen idyllischen Stopp entlang der Deutschen Vulkanstraße. (Archivbild)
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Die Route verläuft über abwechslungsreiche Hochebenen und durch bewaldete Täler, die den vulkanischen Ursprung der Region sichtbar machen. Durch ihre Nähe zu Köln und Bonn stellt die Strecke eine ideale Kombination aus Naturpanorama und Landschaftsgeschichte dar.
Deutsche Weinstraße (Rheinland-Pfalz)
Als eine der ältesten Touristikstraßen Deutschlands wurde die Deutsche Weinstraße 1935 gegründet und verläuft über 85 Kilometer von Bockenheim bis nach Schweigen-Rechtenbach. Sie zieht sich am östlichen Abfall des Pfälzerwaldes entlang der Rheinebene durch das zweitgrößte deutsche Weinbaugebiet.

Die berühmte Theresienstraße im malerischen Weindorf Rhodt unter Rietburg an der Deutschen Weinstraße in Rheinland-Pfalz. (Archivbild)
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Dank des milden Klimas wachsen entlang der Straße nicht nur Reben, sondern auch Feigen, Mandeln, Kiwis und Esskastanien. Bekannte Weinorte wie Bad Dürkheim mit dem weltgrößten Fass, Neustadt an der Weinstraße und das Hambacher Schloss säumen den Weg. Die Strecke bietet von ihren Hängen aus weite Aussichten über die Rebenmeere bis weit in das Oberrheintal hinein.
Deutsche Alpenstraße (Bayern)
Die Deutsche Alpenstraße erstreckt sich über 484 Kilometer von Lindau am Bodensee bis nach Schönau am Königssee im Berchtesgadener Land. Sie ist die älteste Ferienstraße Deutschlands, deren Streckenführung bereits in den 1930er-Jahren geplant wurde, und quert das gesamte bayerische Voralpenland. Die Route führt an 25 Schlössern und Burgen vorbei, darunter Schloss Neuschwanstein und Schloss Linderhof, sowie an 21 Bergseen.
Mit dem Oberjochpass beinhaltet sie einen der kurvenreichsten Passabschnitte des Landes mit über 100 Kurven auf mehreren Kilometern. Die Trasse bietet durchgehend unverstellte Aussichten auf markante Gebirgsmassive wie die Zugspitze, die Allgäuer Alpen und das Wettersteingebirge.
Roßfeld-Panoramastraße (Bayern)
Die Roßfeld-Panoramastraße in den Berchtesgadener Alpen ist mit einer Scheitelhöhe von 1.570 Metern über Normalhöhennull die höchstgelegene Panoramastraße Deutschlands. Sie wurde in den 1950er-Jahren fertiggestellt und führt als mautpflichtige Ringstraße auf einer Länge von rund 15 Kilometern über das Roßfeld.

Fahrbahn und Panoramaweg auf Augenhöhe mit den Bergen: Die Roßfeld-Panoramastraße windet sich unmittelbar an den steilen Flanken der Berchtesgadener Alpen entlang. (Archivbild)
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Die Steigungsstrecke weist Rampen von bis zu 13 Prozent auf und führt unmittelbar an der deutsch-österreichischen Grenze entlang. Oben eröffnet sich ein Rundblick auf das Berchtesgadener Becken, den Watzmann, das Göllmassiv und das Salzburger Land samt Festung Hohensalzburg. Wegen ihrer exponierten Kammlage diente sie wiederholt als Filmkulisse und historischer Rennsportkurs.
Schwarzwaldhochstraße (Baden-Württemberg)
Die Schwarzwaldhochstraße verläuft als Bundesstraße 500 über knapp 60 Kilometer zwischen Baden-Baden und der Alexanderschanze. Sie gilt als Urtyp der deutschen Höhenstraßen und wurde bereits in den 1930er-Jahren für den motorisierten Ausflugsverkehr konzipiert.

Der Lotharpfad im Nationalpark Schwarzwald: Über hölzerne Stege und Brücken führt der beliebte Erlebnispfad an der Schwarzwaldhochstraße mitten durch die urwüchsige, sich selbst überlassene Waldfläche, die 1999 durch den Orkan „Lothar“ geformt wurde. (Archivbild)
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Die Trasse bewegt sich überwiegend in Höhenlagen zwischen 800 und über 1.000 Metern und passiert markante Punkte wie den sagenumwobenen Mummelsee am Fuße der 1.164 Meter hohen Hornisgrinde. An klaren Tagen reicht das Panorama weit nach Westen über das gesamte Oberrheintal bis zu den französischen Vogesen. Sie kombiniert dichte Nadelwaldpassagen mit weiten Ausblicken und zahlreichen Wanderparkplätzen.
Romantische Straße (Bayern / Baden-Württemberg)
Die 1950 ins Leben gerufene Romantische Straße führt über rund 460 Kilometer von Würzburg in Unterfranken bis nach Füssen im Allgäu. Sie verbindet die Weinberge Frankens, das Taubertal, das Nördlinger Ries und die oberbayerischen Voralpen zu einer geschlossenen Kulturroute.

Die historische Stadtmauer von Dinkelsbühl an der Romantischen Straße spiegelt sich samt ihren Wehrgängen, Wehrtürmen und alten Fachwerkhäusern im Wasser des Mühlgrabens der Wörnitz. (Archivbild)
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Berühmt ist sie für die Dichte an mittelalterlichen Stadtensembles, darunter Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl und Nördlingen mit seiner vollständig erhaltenen Stadtmauer. Südlicher Endpunkt sind die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau vor der eindrucksvollen Kulisse der Allgäuer und Ammergauer Alpen. Landschaftlich wechselt die Strecke zwischen sanften Flusstälern, fruchtbarem Ackerland und alpinen Höhenzügen.
Deutsche Alleenstraße (Abschnitt Rügen und Ostseeküste, Mecklenburg-Vorpommern)
Die Deutsche Alleenstraße ist mit rund 2.900 Kilometern Gesamtlänge eine der längsten Ferienstraßen Deutschlands. Ihr nordöstlicher Abschnitt auf Rügen führt durch Alleen mit Eichen, Linden, Kastanien und Buchen, die vielerorts ein natürliches Dach über der Fahrbahn bilden.

Grünes Band quer durchs Land: Die Deutsche Alleenstraße führt auf knapp 2.900 Kilometern unter schattenspendenden Baumkronen durch einige der schönsten Naturlandschaften Deutschlands. (Archivbild)
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Die Strecke führt durch landschaftlich reizvolle Gebiete der Insel und erschließt unter anderem Putbus mit seiner klassizistischen Architektur. Sehenswürdigkeiten wie das Seebad Binz, das autofreie Kap Arkona und die Kreideküste im Nationalpark Jasmund lassen sich über Abstecher erreichen.
Typisch für das Fahrgefühl ist das Wechselspiel aus schattigen Baumtunneln, freien Blicken auf Boddenlandschaften und sanften Küstenhügeln. Die Route bietet einen landschaftlichen Gegenpol zu den klassischen Gebirgs- und Flusstälern Süd- und Mitteldeutschlands.

