Kölns Stadtbahnen sollen in den kommenden Jahren erneuert werden. Entlastung ist in Sicht, aber sie kommt spät, sagt unser Autor.
Alter FuhrparkKölner warten auf die Zuverlässigkeit der KVB-Bahnen


27.04.2026 Köln. Charakteristische Aufnahmen von Stadtbahnen der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf ihren jeweiligen Strecken. Die Linie 18 in Höhe Sülzburgstraße. Foto: Alexander Schwaiger
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Wer in Köln auf die Stadtbahn wartet, braucht oft Geduld – und manchmal auch Nerven. Die KVB kämpft seit Jahrzehnten mit dem Ruf, unzuverlässig zu sein. Doch ganz so einfach ist die Schuldfrage nicht. Mal trägt die KVB selbst die Verantwortung, mal liegen die Ursachen außerhalb ihres direkten Einflusses.
KVB hat mehr Fahrer als Bahnen
Als es vor einigen Jahren zu wenig Stadtbahnfahrerinnen und -fahrer gab, lag das an eigenen Fehlern in der Vergangenheit. Obwohl bekannt war, dass viele Beschäftigte gleichzeitig in den Ruhestand gehen würden, bildete die KVB damals zu wenig Nachwuchs aus und bemühte sich auf dem Arbeitsmarkt zu zaghaft um Ersatz.
Dieses Problem ist inzwischen gelöst. Nun aber gibt es mehr Fahrerinnen und Fahrer als Bahnen, die sie steuern könnten. Das liegt vor allem daran, dass der Fuhrpark zu alt ist – die Fahrzeuge sind sehr störanfällig, Ersatzteile sind zum Teil nur noch schwierig oder gar nicht zu bekommen. Auf der Schiene ist alles unterwegs, was noch irgendwie fährt.
Die Verantwortung dafür, dass die Flotte nicht rechtzeitig erneuert werden konnte, liegt allerdings nicht nur bei der KVB. Zu lange hat die Politik gezaudert, um dem Unternehmen, das zum Stadtwerkekonzern gehört, das nötige Geld dafür zu gewähren. Das hat sich im Frühling geändert: Die Stadt Köln will der KVB 1,5 Milliarden Euro zahlen, damit diese neue Stadtbahnen kaufen kann. Die Entscheidung war richtig, aber sie kam spät.
Vorgängermodell seit 30 Jahren in Köln im Einsatz
Hinzu kommt, dass die Bahnhersteller, bei denen die KVB neue Bahnen bestellt hat, die Fahrzeuge nicht fristgerecht fertigstellen. Wenn ein Unternehmen wie Alstom die neuen Niederflurbahnen erst mit vier Jahren Verspätung ausliefert, dann hat das ernsthafte Konsequenzen. Vor allem, wenn das Vorgängermodell in Köln bereits seit 30 Jahren im Einsatz ist. Dafür ist die KVB nicht verantwortlich. Wer neue Bahnen bestellt, begibt sich zwangsläufig in die Hände eines Herstellers.
Folgerichtig hat die KVB den Auftrag für die neuen Hochflurbahnen an einen anderen Hersteller vergeben, in der Hoffnung, dass es dieses Mal besser läuft. Das Schweizer Unternehmen Stadler will die ersten zehn Stadtbahnen und fünf Verbindungsmodule im Jahr 2029 ausliefern. Von Mitte 2030 bis Ende 2032 folgen dann nach und nach weitere 122 Bahnen und 24 Verbindungsmodule.
Am Ende bleibt klar: Die Fahrgäste der KVB sind für die Fahrzeugprobleme nicht verantwortlich – sie sind aber die Leidtragenden, wenn Bahnen ausfallen oder unpünktlich sind. Ihnen bleibt in den nächsten Jahren wenig anderes übrig, als die Zähne zusammenzubeißen, bis die neuen Bahnen ausgeliefert sind. Eine moderne Flotte ist keine Garantie für perfekte Zuverlässigkeit. Aber sie ist die Voraussetzung dafür, dass die KVB diesem Ziel endlich näherkommt.
