Die U-Bahnhaltestellen zwischen Piusstraße und Akazienweg sollen verschönert werden. Die Wandmalereien dort sind zum Teil aber nicht mehr zu retten.
U-Bahn in EhrenfeldKunstwerke in den Haltestellen sollen saniert werden

Vermutlich nicht zu retten ist das Werk von Ulrike Utaz an den Wänden der Station „Leyendecker Straße“.
Copyright: Hans-Willi Hermans
Auf die Fahrgäste der KVB-Linien 3 und 4 kommen Unannehmlichkeiten zu: Voraussichtlich 2027 sollen der Brandschutz in den U-Bahnhaltestellen zwischen Piusstraße und Akazienweg auf Vordermann gebracht werden, umfassende Sanierungsarbeiten stehen an. Auf Antrag der SPD-Fraktion hat die Bezirksvertretung Ehrenfeld (BV) nun vorsorglich kundgetan, sie lege „besonderen Wert darauf, dass die Sanierung mit möglichst geringen Einschränkungen des Fahrgastbetriebes erfolgt.“
1989 wurde die U-Bahn-Strecke Ehrenfeld eröffnet
In Übereinstimmung mit den ihr zustehenden Rechten möchte die BV deshalb an allen politischen Beschlüssen beteiligt werden, die Einfluss auf diese Arbeiten haben. Aber damit nicht genug. Die Stationen der 1989 eingeweihten U-Bahn-Strecke waren von unterschiedlichen Künstlern gestaltet worden, und „diesen künstlerischen Ansatz gilt es zu respektieren und im Rahmen der Sanierung entsprechend zu beachten“, heißt es im SPD-Antrag, der einstimmig beschlossen wurde.

Komplett erneuert werden müsste die mittlerweile fast vollständig übersprühte Arbeit „City Light Motion“ von Gerd Winner in der Haltestelle „Piusstraße“.
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Das ist nicht ohne, denn die Hoffnungen von einst, eine künstlerische Ausgestaltung würde Vandalen oder die damals gerade aufkommende Sprayer-Szene von Beschädigungen in den Haltestellen oder eigenen „kreativen“ Aktionen abhalten, haben sich nicht erfüllt. Zu besichtigen ist das beispielsweise in der U-Bahn-Station Piusstraße, wo die mehrteilige Arbeit „City Light Motion“ von Gerd Winner inzwischen fast komplett übersprüht ist.
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Kunstwerk in der U-Bahn-Station Piusstraße soll saniert werden
Das Thema beschäftigt die Ehrenfelder Bezirksvertreter schon seit Jahren, zuletzt hatte die BV - wiederum auf Antrag der SPD - im März 2024 die Rekonstruktion von Winners Siebdruck-Werk „in den kommenden drei Monaten“ gefordert. Seinerzeit hatte ein Sprecher der Stadt allerdings mitgeteilt, das Kunstwerk sei so stark beschädigt, „dass es abgängig ist und komplett zu erneuern wäre“.
Eine grobe Schätzung habe 2019 ergeben, dass die Erneuerung Kosten in Höhe von rund 200.000 Euro verursachen würde, inklusive Herstellungs- und Materialkosten sowie Künstlerhonorar. Die Verwaltung hatte im Frühjahr 2024 vorgeschlagen, über den weiteren Umgang mit den Kunstwerken im Zuge der anstehenden Brandschutzmaßnahmen zu entscheiden.
Nun ist es soweit und die BV besteht auf der Wiederherstellung von Winners Arbeit. Nicht zu retten ist aber das Riesen-Werk von Ulrike Utaz, auf dem die Künstlerin in der Haltestelle Leyendecker Straße die Entwicklung Ehrenfelds vom Ackerland bis zum Industrievorort nachgezeichnet hat. Zum Teil auf Rigips-Platten, die am Gewölbe befestigt wurden. Doch weil die schon bröckelten, musste die Station 2014 aufwendig saniert werden, die Rede war von Kosten in Höhe von rund 450.000 Euro.
Im Zuge der Arbeiten wurde auch eine Anti-Graffiti-Schutzschicht aufgetragen, doch die sei aufgrund der häufigen Reinigungen inzwischen abgenutzt, teilte der Sprecher der Stadt 2024 mit. Laut SPD-Fraktion hat Ulrike Utaz bereits erklärt, dass sie auf eine Wiederherstellung ihrer Arbeit verzichtet. Eine rein „architektonische Lösung“, wie sie der Gestaltungsbeirat der Stadt bevorzuge, werde dem „Gesamtkunstwerk U-Bahnstrecke Ehrenfeld“ aber nicht gerecht, heißt es nun im BV-Beschluss: „Es bietet sich beispielsweise an, hierfür einen künstlerischen Wettbewerb unter Einbeziehung der MacherInnen des Cityleaks-Urban Arts-Festivals zu veranstalten.“
Auf Vorschlag von FDP-Bezirksvertreterin Marlis Pöttgen wird im aktuellen Beschluss außerdem betont, dass bei der Durchführung im Zuge der Brandschutzmaßnahmen auch die Einrichtung eines zweiten Ein- und Ausgangs für die U-Bahnhaltestelle „Akazienweg“ auf der Südseite der Venloer Straße berücksichtigt wird. Die hatte die BV im Februar beantragt, weil dort ein neues Wohngebiet entsteht.

