Das designierte Kölner Dreigestirn hat die Hofburg nach einem Marsch durch die Stadt bezogen. Bis zum Sessionsende wohnen Prinz, Bauer und Jungfrau samt Entourage nun wieder im Hotel am Heumarkt.
Session 2026Kölner Dreigestirn zieht in die Hofburg ein
D'r Zoch kütt. Das dachten sich am Dienstag (6. Januar 2026) sicherlich viele Menschen in der Kölner Südstadt. Mit zwei Musikzügen und „Kölle alaaf“-Rufen zogen 600 Jecke wie beim Rosenmontagszug die Severinstraße hoch.
Die Handys wurden gezückt, viele schauten ungläubig aus den Fenstern. Einige schunkelten am Wegesrand. Ein beeindruckendes Bild bei klirrender Kälte. Nur Kamelle flogen nicht. Der Einzug des neuen Dreigestrins in die Hofburg war wieder ein großes Spektakel.
Prinzen-Garde veranstaltete „Zoch“ durch die Südstadt zur Hofburg
„Das war wesentlich eindrucksvoller als der Rosenmontagszug nördlich von Köln“, stichelte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. Und auch der designierte Prinz Niklas I. war vollkommen platt. „Der Moment, als wir auf die Severinstraße eingebogen sind, war irre. Ich hab’ nur gedacht: Warum stehen da so viele Menschen?“, sagte er zu EXPRESS.de.
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Nachdem im Vorjahr die StattGarde Colonia Ahoj per Schiff in die Altstadt gekommen war, bildete dieses Mal die Prinzen-Garde den ersten „Zoch“ des Jahres. „Dass uns so viele begleitet haben, freut uns unglaublich. Jetzt kann es losgehen. Jetzt ist Fastelovend“, sagte der designierte Prinz glücklich.
Die Insignien – Pritsche, Stadtschlüssel und Spiegel – erhält das neue Kölner Dreigestirn erst am Freitag auf der Proklamation im Gürzenich. Doch ab jetzt wohnt das designierte Trifolium samt Entourage zumindest schon einmal im Dorint-Hotel am Heumarkt.
Los ging es für den designierten Prinz Niklas I., den designierten Bauer Clemens und die designierte Jungfrau Aenne am Prinzen-Garde-Turm. Die drei durften in einer (Hochzeits-)Kutsche Platz nehmen und wurden von rund 600 Menschen durch die Stadt zum Hotel begleitet.

In der Severinstraße bot sich ein buntes Bild, als zahlreiche Prinzengardisten und viele weitere Jecken Richtung Hofburg marschierten.
Copyright: Alexander Schwaiger
Eigentlich sollte auch noch das Reiterkorps der Prinzen-Garde den Tross mit zehn Pferden eskortieren. Aufgrund der Kälte wurde jedoch darauf verzichtet. Die acht weiteren Traditionskorps hatten jeweils eine elfköpfige Abordnung geschickt. Zudem waren 15 weitere Vereine – darunter die Willi-Ostermann-Gesellschaft, die Burggrafen, die Dellbröcker Boore und die Colombinen – dabei.
Auch die Dorfgemeinschaft Langel Rheinkassel Kasselberg, bei der die designierte Jungfrau Stefan Blatt (40) Geschäftsführer ist, zog mit durch die Stadt. Die Mainzer Prinzengarde war zu Ehren des designierten Dreigestirns ebenfalls angereist, denn die ist seit Langem mit der Kölner Prinzen-Garde befreundet. Gleiches gilt für die die Prinzengarde der Stadt Aachen, die durch den Kommandanten Dirk Trampen vertreten wurde.

Das designierte Kölner Dreigestirn genoss die Fahrt in der Kutsche durch Köln, auch wenn es klirrend kalt war.
Copyright: Alexander Schwaiger
Vom Karthäuserwall ging es an der Ulrepforte vorbei Richtung Chlodwigplatz. Über die Severinstraße ging es weiter durch die Löwengasse, Weberstraße, Follerstraße, Mathiasstraße und Mühlenbach und schließlich zum Heumarkt. Vorbei am Wintermarkt zog der jecke Tross schließlich zur Hofburg, wo nach gut einer Stunde die ersten ankamen.

Auch die Partnerinnen des designierten Kölner Dreigestirns waren dabei: Julia (Ehefrau von Jungfrau Aenne), Katrin (Freundin von Prinz Niklas) und Lara (Ehefrau von Bauer Clemens) marschierten mit.
Copyright: Alexander Schwaiger
Im Hotel wurden das künftige Trifolium samt Prinzen-Garde-Präsident Dino Massi von Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn sowie „Herbergsvater“ und Hoteldirektor Holger Hess begrüßt. Der stellt wieder große Teile der Belle Etage (7. Stock) zur Vorbereitung aller Termine und zum Ausschlafen nach langen Karnevalsnächten zur Verfügung. Symbolisch überreichte er dafür den Schlüssel.
„Wir haben die Tannenbäume rausgeworfen und einmal durchgewischt. Nun hoffen wir, dass ihr euch wohlfühlt bei dem strammen Programm, das auf euch wartet“, sagte Hess. „Willkommen in unserer Karnevals-WG. Ein wenig Bammel haben wir auch. Denn die Prinzen-Garde ist schließlich keine kleine Hausnummer.“

Prinz Niklas I. zeigt den Schlüssel, den er von Hoteldirektor Holger Hess (l.) bekommen hatte.
Copyright: Arton Krasniqi
Der Hoteldirektor hatte traditionell wieder eine Aufgabe für das Dreigestirn vorbereitet. Jeder sollte ein Pittermännchen Kölsch anschlagen. Bei dieser Disziplin machte eindeutig Jungfrau Aenne die beste Figur. Ohne Hammer drehte er den Hahn in Sekunden ins Fass und ließ das Kölsch laufen.
Prinz Niklas hämmerte dutzende Male, Bauer Clemens schlug sogar den Hahn kaputt – bei ihm blieben die Gläser leer. „Das hat er schon einige Male gemacht. Es hat auch Vorteile, wenn man vom Dorf kommt“, sagte Julia, die Ehefrau von Jungfrau Stefan Blatt, lachend.

Nach gut einer Stunde Marsch kam der bunte Tross an der Hofburg an.
Copyright: Alexander Schwaiger
Exklusiv für EXPRESS.de verriet das Dreigestirn, welche Glücksbringer mit im Gepäck waren. Vor allem die Familien der drei hatten sich einiges überlegt. Niklas Jüngling (33) liebt Sport und hat deshalb auch seine Sport-Outfits mitgenommen, um sich mindestens einmal in der Woche beim Spinning zu verausgaben.
Von seiner Freundin Katrin hat er zum einen ein Bild der beiden bekommen, zudem hat sie ihm eine Holzbox mitgegeben, in der er kleine Erinnerungen der Session sammeln kann. „Was ich zudem jetzt schon an der Uniform und danach am Ornat tragen werde, ist ein kleines Stoff-Sorgenpüppchen mit einer Pappnase“, sagt Niklas zu EXPRESS.de.

Dieses Sorgenpüppchen wird der Glücksbringer von Prinz Niklas I. in der neuen Session.
Copyright: Daniela Decker
Das erinnert ihn zum einen an seine Zeit als Tänzer bei „De Höppemötzjer“ und bei „Jan von Werth“. Zum anderen war es ein Geschenk von Festkomitee-Vizepräsidentin Christine Flock. Die hat das Püppchen dem künftigen Prinzen überreicht, als das Dreigestirn die Botschaft erhalten hat, dass es sich im Bewerbungsverfahren durchgesetzt hat.
Bauer Clemens von Blanckart (42) wird in der Session ein Glücksarmband tragen, das Frau Lara und Tochter Alba im Weihnachtsurlaub gebastelt haben. Darauf sind die Anfangsbuchstaben von Clemens, Lara, Alba und Dackel Sissi zu sehen. Zudem hat er ein Kopfkissen in Herzform dabei. Einerseits ist er mit seiner Frau zu sehen, andererseits die ganze Familie samt Hund.

Der designierte Prinz Niklas I. lässt sich nach dem Einzug in die Hofburg im rappelvollen Saal feiern.
Copyright: Arton Krasniqi
Bei Jungfrau Stefan Blatt ist Namensgeberin Aenne immer in Sicht. Ein Foto seiner vor ein paar Jahren verstorbenen Oma ist mit in der Hofburg. Von den Töchtern Johanna und Lena gab es eine Stoff-Giraffe namens „Gigi“. Zudem hat die Familie einen kleinen Kalender mit Fotos erstellt.
Die Hofburg wird erneut als Basis des Dreigestirns – vor und nach den Auftritten und von repräsentativen Terminen – genutzt. Hotellobby und „Harry’s New-York Bar“ sind zudem ein Treffpunkt aller Jecken während der Session. Das Dorint-Hotel überreichte zudem einen Spendenscheck über 11.111,11 Euro.
