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Mit Überraschung im GepäckElefantenkuh verlässt den Kölner Zoo

Mach es gut, „Tong Koon“: Die 38-jährige Elefantendame ist von Köln in einen anderen Zoo umgezogen. Der Wechsel wird dazu von einer besonderen Nachricht begleitet.

Eine Elefantenherde steht in Köln vor dem neuen Elefantenhaus. Zur Einweihung des neuen Elefantenparks 2004 im Kölner Zoo kamen 8000 Zuschauer. Der Park ist 20.000 Quadratmeter groß.

Die 38-jährige Elefantendame „Tong Koon“ hat den Elefantenpark des Kölner Zoos verlassen. (Symbolbild)

Für „Tong Koon“ beginnt ein neues Kapitel: Die 38 Jahre alte Asiatische Elefantenkuh hat den Kölner Zoo verlassen und ist am Montag (2. November) in den Allwetterzoo Münster umgezogen. Der Transport verlief nach Angaben des Kölner Zoos ohne Probleme. Tierpfleger hatten das Tier wochenlang mit gezieltem Training auf den Umzug vorbereitet. Vertraute Pflegerinnen begleiteten „Tong Koon“ schließlich mit nach Münster und bleiben auch noch in den ersten Tagen mit vor Ort, um ihr die Eingewöhnung zu erleichtern.

Doch der Umzug ist nicht nur ein Ortswechsel. „Tong Koon“ soll in Münster wieder mit anderen Elefantenkühen zusammenleben. Zuletzt hatte sie im Kölner Zoo übergangsweise mit einem Elefantenbullen gelebt. Grund dafür waren wiederkehrende Unruhen innerhalb der Kölner Elefantenkuh-Herde. Auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungsprogramms wurde deshalb entschieden, der Elefantendame eine neue Bleibe in einer neuen Gruppe zu ermöglichen.

Elefantenkuh mit Kölner Familiengeschichte

„Tong Koon“ hat im Kölner Zoo eine lange Geschichte. Ihr Name bedeutet übersetzt „goldener Reichtum“. Und tatsächlich hat sie die Kölner Elefantenherde über die Jahre um mehrere Jungtiere bereichert.

Am 16. April 2007 brachte sie ihren Sohn „Ming Jung“ zur Welt. Auch die Elefantenbullen „Rajendra“ (2011) und „Kitai“ (2017) sind Nachkommen von „Tong Koon“. Durch die Geburt ihres ersten Sohnes stieg sie nach Angaben des Zoos zudem in der Rangordnung der thailändischen Elefantenkühe deutlich auf.

Passend dazu gab der Kölner Zoo im Zusammenhang mit dem Umzug ein schönes Detail bekannt: „Tong Koon“ ist aktuell wieder trächtig. Damit wird sie in ihrem neuen Zuhause bald ein weiteres Mal Mutter.

Ihr Weggang bedeutet damit auch eine Veränderung für die Kölner Elefantenherde. Im Elefantenpark leben die Tiere in einem Familienverband, ohne direkten Kontakt zu den Pflegern. Angeführt wird die Gruppe von Leitkuh „Kreeblamduan“.

Köln hat mittlerweile den größten Elefantenpark nördlich der Alpen

Der Umzug von „Tong Koon“ ist auch Anlass, auf die Entwicklung der Elefantenhaltung im Kölner Zoo zu blicken. Der erste Elefant zog bereits 1864 in den Zoo ein. Von den heutigen Bedingungen war die Haltung damals weit entfernt: Die Tiere lebten in engen, von Eisengittern begrenzten Räumen. Auch die Gruppengröße und die Zusammenstellung der Tiere waren sehr unterschiedlich.

Erst im Laufe der Jahrzehnte veränderten sich die Anforderungen an die Elefantenhaltung. Ein stärkeres Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere machte größere und naturnähere Anlagen notwendig.

Ein wichtiger Schritt war dabei die Eröffnung des heutigen Elefantenparks im Jahr 2004. Auf rund 20.000 Quadratmetern entstand eine Anlage, die den Tieren mehr Platz und Möglichkeiten für ihr Leben im Familienverband bietet. Sie gilt als größter Elefantenpark nördlich der Alpen. Neben den Bereichen für die Kühe gibt es ein separates Gehege für die Bullen.

Für „Tong Koon“ ist das Kapitel Köln nun abgeschlossen. In Münster wartet eine neue Gruppe auf sie – und schon bald ein neues Familienmitglied. (li)