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Erstmals Nacktmulle im Kölner ZooRingelschwanzmungos haben neues Gehege und neue Nachbarn

Das Gehege von Tiffy und Ron wurde umfänglich saniert. Neu sind zudem ihre Nachbarn, eine Gruppe Nacktmulle.

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Zwei Ringelschwanzmungos in ihrem neuen Gehege im Kölner Zoo.

Die Ringelschwanzmungos Tiffy und Ron erkunden ihr neues Gehege im Kölner Zoo.

Die beiden Ringelschwanzmungos Tiffy und Ron aus dem Kölner Zoo haben ein neues Zuhause. Im Zuge des Baus der neuen Giraffenanlage wurde auch ihre Anlage komplett modernisiert und nun für Besucher geöffnet.

Während der Sanierung des Innen- und Außengeheges lebten die beiden zeitweise backstage im hinteren Zoobereich. Das neue Gehege verfügt über zwei Außengehege mit insgesamt 40 m² Fläche aus Naturboden und mehreren Wasserbecken. Das Innengehege ist 16 Quadratmeter groß und in vier Bereiche aufgeteilt. Drei große Scheiben bieten den Zoogästen freie Sicht auf die Mungos.

Tiffy ist 13 Jahre alt und zog 2013 aus dem Zoo Saarbrücken nach Köln. Sechs Jahre später folgte Ron, der mittlerweile zehn Jahre alt ist und aus Großbritannien nach Köln kam. Geboren wurde er in Madagaskar. Das Paar sorgte bereits neunmal für Nachwuchs.

Lange, schmale Raubtiere

Ringelschwanzmungos gehören zu den Mangusten und sind lang und schmal – sie können eine Kopf-Rumpf-Länge von 38 cm erreichen. Der namensgebende rotbraun-schwarz geringelte Schwanz wird bis 30 cm lang. Sie besitzen am Rücken ein rotbraunes Fell, der Kopf ist hellbraun und das Fell an Flanken und Beinen ist schwarz. Die vorwiegend tagaktiven Raubtiere, die zwischen 650 und 950 Gramm wiegen, ernähren sich sehr divers: Zu ihrer Nahrung gehören neben Kleinsäugern und Fischen auch Insekten, Schnecken, Eier und Früchte.

Tiffy und Ron haben bereits neunmal für Nachwuchs gesorgt.

Tiffy und Ron haben bereits neunmal für Nachwuchs gesorgt.

In ihrer Heimat Madagaskar sind die Mangusten nicht nur der Zerstörung der Wälder ausgesetzt, sondern auch der Konkurrenz durch eingeschleppte Tiere, die ihnen Nahrung und Schlafplätze streitig machen. Mancherorts werden sie zudem bejagt. In Deutschland leben die Tiere neben Köln nur in den Zoos in Berlin, Heidelberg und Saarbrücken.

Erstmals Nacktmulle im Kölner Zoo

Ihre neuen Nachbarn sind 13 Nacktmulle, deren Anlage in das Giraffenhaus integriert ist und die erstmals im Kölner Zoo zu sehen sind. Die kleinen Nagetiere werden nur fünf bis 15 Zentimeter lang und wiegen zwischen 30 und 50 Gramm. Sie stammen aus der Wilhelma, dem Zoo in Stuttgart.

Ein Nacktmull im Kölner Zoo.

Ein Nacktmull im Kölner Zoo.

Sie sind beinahe haarlos, schrumpelig und rosa. Auffällig sind ihre langen Tasthaare, die die fast blinden Tiere zur Orientierung nutzen, und ihre langen Schneidezähne, die auch bei geschlossenem Maul herausragen und die ihnen nicht nur beim Zerkleinern von Nahrung, sondern auch beim Graben helfen. In der Wildnis leben die Nager in Halbwüsten in unterirdischen Tunnelsystemen in Ostafrika, insbesondere in Äthiopien, Kenia und Somalia.

Nacktmulle leben in Kolonien, an deren Spitze eine Königin steht und die durch ein Staatensystem mit Arbeitsteilung charakterisiert sind. Die jungen Tiere kümmern sich zunächst um ihre jüngeren Geschwister, mit fortschreitendem Alter sind sie für den Ausbau der Tunnelsysteme zuständig. Größere und ältere Tiere bewachen die Ausgänge der Baue. Die Königin ist das einzig fruchtbare Weibchen und ist für den Nachwuchs zuständig – ein Wurf kann dabei aus bis zu 27 Jungen bestehen. Jede Kolonie kommuniziert in einem eigenen Dialekt.

Das Tunnelsystem im Kölner Zoo ist halbseitig einsehbar und wurde durch den Zooschreiner in enger Abstimmung mit den Tierpflegern hergestellt. Es erstreckt sich hinter einer Sichtwand. Nach und nach soll sich der Bestand der Tiere vergrößern und sich auf das gesamte Tunnelsystem ausweiten.