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„Er hat für Köln die Welt geöffnet” Frieder Wolf-Buchert stirbt mit 66 Jahren

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Frieder Wolf-Buchert im jahr 2011

Köln – 19 Jahre lang leitete Frieder Wolf-Buchert das Büro für Internationale Angelegenheiten der Stadt. Nun ist er im Alter von 66 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. „Er hat für Köln die Welt geöffnet. Auch dank ihm steht Köln heute weltweit für Menschenrechte und Weltoffenheit. Er ist ein Kölner, der in aller Welt Spuren hinterlässt“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christiane Martin. „Viele Entwicklungen der internationalen Arbeit auf kommunaler Ebene sind mit seinem Namen und seiner Fähigkeit zu Netzwerken verbunden. Für seinen Einsatz und die sehr gute Zusammenarbeit bin ich ihm sehr dankbar. Er hinterlässt eine große Lücke“, betonte Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Wolf-Buchert war seit den Anfängen der Grünen Mitglied und Gestalter der Partei. Im Laufe seines Lebens hat er bei den Grünen in verschiedenen Funktionen Politik gestaltet. So begleitete er von 1984 bis 1989 Petra Kelly als wissenschaftlicher Mitarbeiter in ihrem Bundestagsbüro und arbeitete von 1990 bis 2001 in leitenden Funktionen für die Heinrich-Böll-Stiftung in Leipzig, Köln und Brüssel.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Petra Kelly

Das Büro für Internationale Angelegenheiten der Stadt führte er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2020. So ist Köln heute von Barcelona bis Wolgograd mit insgesamt 22 Kommunen auf vier Kontinenten freundschaftlich verbunden. Zuletzt unterstützte er Initiativen für die erste Städtepartnerschaft Kölns mit einer Kommune in Afrika südlich der Sahara.

Alles zum Thema Henriette Reker

Der Diplom-Pädagoge Wolf war jemand, der Brücken bauen wollte. Stellvertretend mag da ein Artikel stehen, der er im Jahr 2015 aus Anlass einer Reise nach China für die Grünen schrieb. Da zeigte er sich beeindruckt vom Tempo der Entwicklung des Landes und nachdenklich über die Lage der Menschenrechte. „Bei den vielen Themen, die deshalb gerade für uns Grüne strittig bleiben müssen, solange die KP an diesem Machtmonopol festhält, gibt es trotzdem eine Schnittmenge gemeinsamer Interessen, über die im kontinuierlichen Dialog zu sein mehr als lohnt.“

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„Sein besonderer Einsatz für die Städtepartnerschaften Bethlehem und Tel Aviv-Yafo habe dabei für ihn eine besondere Rolle gespielt, sagt Reker. „Seine Aufgaben waren ihm zugleich Berufung – so wirkte es auf mich. Mit Kompetenz und Leidenschaft setze er sich für Menschenrechtsfragen und Entwicklungspolitik auf kommunaler Ebene ein.”

Grüne trauern um Vordenker

„Wir werden Frieder sehr vermissen. Als verlässlichen Weggefährten. Als strategischen Kopf. Als leidenschaftlichen Netzwerker über alle Sprach- und Kulturgrenzen hinweg“, so Christiane Martin. „Immer war er als Vordenker mit dabei, wenn es um Grüne Themen ging“, sagt die Parteichefin der Kölner Grünen, Katja Trompeter. „Ob beim Umgang mit China oder bei der Befriedung des Nah-Ost-Konflikts: Als streitbarer, unverbiegbarer Mensch hat er stets die Debatten in unserer Partei bereichert. Ohne ihn ständen wir als Grüne nicht da, wo wir sind.“