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Neue AttraktionEröffnungstermin für Kölner Schaugewächshäuser steht endlich fest

3 min
Schon 2023 zogen die Pflanzen in die Häuser ein, doch Besucher mussten bis jetzt draußen bleiben.

Schon 2023 zogen die Pflanzen in die Häuser ein, doch Besucher mussten bis jetzt draußen bleiben.

Die Pflanzen sind längst da, im Juni dürfen nun auch endlich Besucher in die Welt von Palmen, Mangos und Kakteen.

Das lange Warten hat ein Ende: Die Schaugewächshäuser in der Flora werden am Freitag, 12. Juni, eröffnet. Um 10 Uhr gibt es einen Festakt mit Oberbürgermeister Torsten Burmester, danach werden die Häuser ab 12.30 Uhr für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein. Der Eintritt ist kostenlos. Bis zur Eröffnung stehen in den kommenden Wochen letzte technische Arbeiten, die Einarbeitung des Fachpersonals, die Reinigung der Anlage und auch noch die letzten Pflanzungen an, so die Stadt.

Blick in das Tropenhaus

Blick in das Tropenhaus

In der riesigen dreiflügeligen Stahl-Glas-Konstruktion gibt es tropische Pflanzen, Palmen, Riesenfarne und Nutzpflanzen wie Ananas, Mango und Kaffee. Im Wüstenhaus wachsen Tausende Kakteen. Eine Attraktion ist auch der Höhenweg auf 5,5 Meter Höhe im insgesamt 17 Meter hohen Tropenhaus. Auf ihm können Besucher mitten durch die Palmwedel spazieren und Pflanzen und Blumen von oben betrachten.

Im Tropenhaus gedeihen auch Nutzpflanzen wie zum Beispiel Ananas.

Im Tropenhaus gedeihen auch Nutzpflanzen wie zum Beispiel Ananas.

Von außen ist die Pracht schon lange zu sehen, denn die meisten der rund 7000 Pflanzen stehen und gedeihen schon seit 2023 in den Gewächshäusern. Nur durften bisher noch keine Besucher hinein. Der erste Spatenstich für die Anlage fand bereits 2018 statt, das Richtfest wurde 2020 gefeiert. Doch der Eröffnungstermin musste mehrmals verschoben werden, weil immer wieder neue Probleme auftauchten.

Luftaufnahme der U-förmigen Schaugewächshäuser mit Bepflanzung im Außenbereich

Die Schaugewächshäuser von oben

Zunächst sorgte die Pandemie für Lieferengpässe, dann gingen zwei der beauftragten Fachfirmen in die Insolvenz. Der künstliche Wasserlauf im Wüstenhaus verlor konstant Wasser. Analysen ergaben, dass die Ursache nicht in einem Baufehler lag, sondern dass das Wasser durch natürliche Verdunstung verloren ging. Deshalb mussten zusätzliche Lüftungsklappen eingebaut werden, um das Klima zu regulieren. Bereits im Frühjahr 2025 waren die Häuser offiziell fertiggestellt, doch danach folgten noch die Bauabnahmen.

Zwei Klimawelten in einem Gebäude

„Die technische Prüfung, Inbetriebnahme und der Probebetrieb der hochkomplexen Gebäudeautomation verschoben sich entsprechend nach hinten“, so die Stadt.  Was zeigt: Ein fremdes Klima in einem Gewächshaus zu simulieren, ist offensichtlich immer noch eine sehr komplizierte und technisch sehr anspruchsvolle Angelegenheit.

Ein Foto aus dem Herbst 2023, der Höhenweg ist noch im Bau.

Ein Foto aus dem Herbst 2023, der Höhenweg ist noch im Bau.

Im Tropenhaus muss die Temperatur konstant bei 20 bis 25 Grad und die Luftfeuchtigkeit bei 80 Prozent gehalten werden. Eine Beregnungsanlage und Fenster, die sich automatisch öffnen, sorgen für das Gleichgewicht. Im Wüstenhaus dagegen liegt die Temperatur bei nur rund zwölf Grad und die Luftfeuchtigkeit zwischen 20 und 50 Prozent.

Im Wüstenhaus wachsen Tausende Kakteen.

Im Wüstenhaus wachsen Tausende Kakteen.

Die Sehnsucht nach einer künstlichen Tropenwelt gab es schon sehr früh in Köln – auch wenn man technisch noch nicht viele Möglichkeiten hatte. Der Zutritt in die allerersten historischen Pflanzenhäuser in der 1864 gegründeten Flora war zunächst der „besseren Gesellschaft“ vorbehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser in den 1950er Jahren in damals moderner Form wieder aufgebaut. Nach vielen Jahrzehnten waren sie allerdings so marode, dass sie 2016 abgebrochen werden mussten, weil sie nicht mehr standsicher waren. Die Pflanzen wurden vorübergehend zur „Pension“ in andere Gewächshäuser ausgelagert und dann mit dazugekauften Exemplaren im neuen Gebäude wieder eingepflanzt. Wie Marina Tsaliki, die Direktorin des Botanischen Gartens, berichtet, haben alle Pflanzen den Umzug gut verkraftet.

Die Kosten für die Schaugewächshäuser wurden zuletzt mit 19,3 Millionen Euro angegeben. „Wir sind jetzt schon ein Vorzeigeprojekt und haben viele Anfragen von anderen Botanischen Gärten, die sich unsere Häuser anschauen möchten“, so Tsaliki.