Mülheim – Der ungemütliche Nieselregen hielt keinen der rund 200 Schüler in der großen Aula des Rhein-Gymnasiums in Mülheim davon ab, nach den zwei Bühnen-Darbietungen und einigen Reden raus in die Kälte auf den Hof zu stürmen. Mitten im Gewühl befanden sich auch der Schulleiter des Gymnasiums, Marco Isermann, und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
Die Jungs und Mädchen waren aufgeregt und die prominente Besucherin ein Grund für gute Laune, denn für sie ändert sich bald einiges im Schulalltag: Ein Erweiterungsgebäude für mehr Platz im Ganztagsbetrieb und eine neue Turnhalle sollen auf dem Gelände an der Düsseldorfer Straße entstehen. Reker war zusammen mit Robert Voigtsberger, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport, Petra Rinnenburger, technische Betriebsleiterin der Gebäudewirtschaft, sowie Kay Trint und Jan Hertel, den Architekten von Sporthalle und Erweiterungsbau, gekommen, um auf der künftigen Baustelle gemeinsam den ersten Spatenstich für die Arbeiten zu setzen.
In dem an das dreigeschossige Klassenhaus angebundenen Neubau entstehen im Erdgeschoss eine Mensa mit 130 Plätzen und eine Küche. Im Obergeschoss sind weitere Unterrichtsräume und eine Lehrerstation vorgesehen. Der neuen Sporthalle mit begrüntem Dach eilt in Anlehnung an zwei auf dem Campus bereits vorhandene farbige Gebäude bereits der Name „grüne Turnhalle“ voraus.

Alina Siegel spielte zum Festakt ein Piano-Solo.
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„Auch bei diesem Projekt in Mülheim ist das Geld – rund sechseinhalb Millionen Euro - eine Investition in die Zukunft unserer Kinder“, sagte die Oberbürgermeisterin in ihrem Grußwort an Schulleitung, Lehrer und Schüler. Mit den neuen Objekten würden durch Passivhausbauweise die hohen Anforderungen an die Energieleitlinien der Stadt Köln erfüllt. So hätten die beiden Gebäude jährlich einen Heizenergiebedarf von weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter.
„Ihre Schule zeichnet sich im Hinblick auf Zukunftsthemen wie Klimaschutz oder Digitalisierung ja ohnehin als sehr innovativ aus“, spielte Reker außerdem auf die jüngste Verleihung des Titels „Digitale Schule“ an das Rhein-Gymnasium durch das Schulministerium Nordrhein-Westfalens an.
Die neue Turnhalle, vom Architektenbüro „Trint und Kreuder“ geplant, wird zum Teil im Erdreich verbaut: Eingang, Umkleiden sowie die Waschräume würden im Erdgeschoss realisiert, erläuterte Kay Trint. „Die Sporthalle selbst mit Geräte- und Lehrerraum befindet sich künftig im Untergeschoss.“ Das gesamte Dach der Halle soll begrünt werden – neben dem positiven Natur- und Klimaeffekt diene das auch dazu, um etwa im Sommer Hitzebildung in den Räumen zu verringern, so der Architekt.
„Wir warten zwar schon seit rund zehn Jahren darauf, dass unsere Schule erweitert wird, aber jetzt freuen wir uns natürlich umso mehr, dass es im Frühjahr 2020 tatsächlich soweit ist“, sagte Schulleiter Isermann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Rande der Veranstaltung.
Der Rat der Stadt Köln hatte die Maßnahme 2015 beschlossen, in den ersten Wochen des kommenden Jahres sollen nun die Baustelle eingerichtet und die Erdarbeiten begonnen werden.
Die Fertigstellung der Sporthalle ist für das zweite Quartal 2021 geplant, der Erweiterungsbau für den Ganztag soll ab dem vierten Quartal 2022 genutzt werden können. Insgesamt werden durch das Projekt für die Mülheimer Schüler rund 1250 Quadratmeter neue Fläche geschaffen.
Oberbürgermeisterin
Marco Isermann,
Schulleiter
Kölner Offensive zum Schulneubau
In einem „Maßnahmenpaket Schulbau“ sollen in Zusammenarbeit mit Unternehmern stadtweit 22 Neubauten, Erweiterungen oder Generalsanierungen an elf Schulstandorten bis zum Jahr 2022 fertiggestellt werden. Der Rat hatte im April 2017 den Weg für das Sonderprogramm freigemacht. Wie die Verwaltung mitteilt, liegt der im Juli 2019 prognostizierte Orientierungswert für die Kosten zur Realisierung der Bauvorhaben zwischen 480 und 520 Millionen Euro. Mit den Projekten würden demnach mehr als 7100 Schulplätze neu geschaffen oder gesichert. Parallel dazu sind zusätzliche 56,5 Millionen Euro für die laufende Instandsetzung und Instandhaltung an den 277 Schulstandorten für 261 städtische Schulen vorgesehen. (ihi) www.stadt-koeln.de
