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„Ich als kleiner Ehrenfelder Asi“Kölschrocker Brings erhalten besondere Ehrung in Gold

Die Kölschrocker Brings erhalten die Willi-Ostermann-Medaille in Gold. Eko Fresh fand bewegende Worte für die Band.

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Peter Brings spricht bei der Verleihung der Willi-Ostermann-Medaille.

Peter Brings mit der Willi-Ostermann-Medaille am Anzug. Der Sänger bedankte sich am Donnerstagabend (5. November 2026) für diese besondere Auszeichnung.

Das Geheimnis ist gelüftet: Am Ostermannbrunnen hat die Willi-Ostermann-Gesellschaft am Donnerstagabend (5. November 2026) verkündet, wer die neuen Träger der Willi-Ostermann-Medaille in Gold sind. Wie es sich für diesen Anlass gehört, war dazu die ganze Karnevalsprominenz an den Brunnen gekommen.

Vergeben wird die Medaille in unregelmäßigen Abständen. Sie gilt als höchste Auszeichnung für besondere Verdienste um das kölsche Liedgut und die Verbundenheit mit der Stadt. Entsprechend prominent ist die Liste der bisherigen Preisträger: Willy Millowitsch zählt dazu, ebenso Ludwig Sebus, Marie-Luise Nikuta und Hans Knipp – und selbstverständlich die Bläck Fööss und die Höhner. Zuletzt war JP Weber im Jahr 2022 geehrt worden.

Laudator Eko Fresh würdigt seine Freunde von Brings

In diesem Jahr fiel die Wahl auf die kölsche Rockband Brings. Getroffen hatte die Entscheidung das Kuratorium, dem neben dem Vorsitzenden Dr. Joachim Wüst auch Isabelle Assenmacher, Ralf Schlegelmilch und Dr. Jan Haensel angehören. „Wer diesen Preis erhält, tritt in große Fußstapfen“, betonte Wüst. „Alle bisherigen Preisträger haben die kölsche Sprache und das kölsche Liedgut reicher gemacht. Brings hat neue Einflüsse in unsere Stadt gebracht. Sie setzen Friedensbotschaften, engagieren sich gegen Rechtsextremismus.“

Den musikalischen Auftakt der Feierstunde übernahm Michael Kuhl. Er spielte „Kölle“ vom Debütalbum „Zwei Zoote Minsche“ – ein Lied ganz in bester Ostermann-Manier. „Ich möch zo Foß noh Kölle jon, dat is die Sproch, die ich verston“, heißt es darin. Kuhl selbst sieht den Liedermacher als Wegbereiter: „Willi Ostermann hat uns allen die kölsche Popmusik in die Wiege gelegt.“

Eko Fresh mit Peter Brings bei der Verleihung der Willi-Ostermann-Medaille.

Peter Brings (r.) war sichtlich berührt von der Laudatio von Eko Fresh.

Eigentlich war NRW-Innenminister Herbert Reul (74) als Laudator vorgesehen. Nach seinem Treppensturz musste er jedoch absagen. An seiner Stelle trat Rapper Eko Fresh (43) ans Mikrofon, der mit Brings bereits die „Bunte Brücke“ besungen hatte – und er fand schöne Worte für seine musikalischen Freunde.

„Wir ehren fünf ganz besondere Jungs. Rockmusiker mit einer ganz eigenen musikalischen Identität. Nach den Bläck Fööss, die 1970 eine neue Ära mit der kölschen Musik eingeläutet hatten, kamen die Höhner, die Karneval auf ihre eigene Art und Weise weiterentwickelt haben. Brings haben plötzlich die Gitarrenverstärker aufgestellt. Sie haben die Rockmusik und die kölsche Sprache zusammengebracht“, sagte Eko Fresh in seiner Laudatio.

Eko Fresh lobt: „Brings bleibt stabil“

Für Gruppen wie Kasalla oder Cat Ballou habe die Band, die 2001 mit „Superjeilezick“ im Karneval durchstartete, ein Fundament geschaffen – und dabei nicht nur musikalisch etwas bewegt. „Brings bleibt stabil“, so der Rapper weiter. „Köln ist eine Stadt, die von Vielfalt lebt, wo Menschen aus den unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammenkommen. Genau das ist Heimat, Brings haben das immer verstanden.“

Michael Kuhl spielt beim Auftritt Trompete.

Michael Kuhl ehrte Brings mit seiner Fassung des Brings-Hits „Kölle“.

Die fünf Musiker setzen sich für ein friedliches Zusammenleben, Vielfalt und Demokratie ein und beziehen klar Stellung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Ausgrenzung. „Heimatliebe bedeutet nicht, dass man andere ausschließt“, betonte der Laudator. „Es bedeutet, dass man etwas liebt und deshalb auch bereit ist, dafür einzustehen.“ Wegen der engen Verbundenheit mit Köln passe die Medaille perfekt zur Band.

„Brings ist die Personifizierung unserer Stadt. Wenn unsere Stadt ein menschliches Gesicht hätte, dann wäre es wahrscheinlich das vom Pitter“, sagte Eko Fresh. „Brings haben die kölsche Tradition nicht nur bewahrt. Sie haben sie erweitert, neue Einflüsse zugelassen, neue Menschen erreicht und das kölsche Liedgut in die Zukunft getragen. Ihr habt Köln musikalisch verändert, habt Menschen zusammengebracht, habt Haltung gezeigt und habt dieser Stadt verdammt viele unvergessliche Momente beschert.“

Die Musiker von Brings präsentieren ihre Urkunden.

Brings wurden durch das Kuratorium der Willi-Ostermann-Gesellschaft auserwählt. Sie erhielten die höchste Auszeichnung für Verdienste um die kölsche Kultur, Sprache und das Liedgut.

Bei den Geehrten sorgte das für sichtliche Rührung und Stolz: Harry Alfter und Christian Blüm freuten sich darüber, die Auszeichnung als Bonner erhalten zu haben, und Peter Brings sprach von einer Riesen-Ehre. „Als wir 2001 in den Karneval gekommen sind, haben sich bei weitem nicht alle so gefreut. So ist das oft, wenn etwas Neues kommt.“

Inzwischen könne er das nachvollziehen, erklärte der Frontmann: „Ich bin 62 geworden, mir geht vieles inzwischen auch viel zu schnell. ‚Superjeilezick‘ war ein Riesenglück für uns. Wir sind in den allermeisten Fällen im Karneval auch liebevoll aufgenommen worden. Der Rest ist Geschichte. Dass wir heute Teil davon sind, alle hier zum Brunnen gekommen sind und wir alle die Medaille tragen, darauf bin ich als kleiner Ehrenfelder Asi schon sehr stolz.“