Eine wirkliche Besserung wird aber erst für die Zeit nach der Inbetriebnahme des gemeinsamen Standorts in Merheim Anfang der 2030er-Jahre erwartet.
Weniger Ärzte, mehr PflegepersonalKliniken der Stadt Köln reduzieren ihren Schuldenberg wie geplant

So soll der gemeinsame Standort der Kliniken der Stadt Köln in Merheim mal aussehen.
Copyright: Kliniken Köln/Citrus3D
Mit weniger Ärztinnen und Ärzten, mehr Pflegepersonal und höheren Fallzahlen wollen die Kliniken der Stadt Köln schon vor der Inbetriebnahme des neuen gemeinsamen Standorts in Merheim Anfang der 2030er-Jahre ihren jährlichen Schuldenberg und damit die immensen Belastungen für die Stadt als Hauptgesellschafterin der Kliniken reduzieren. Das geht aus einem Bericht der Kliniken an den Finanzausschuss des Stadtrates hervor. Der hatte am Montag getagt und war im nichtöffentlichen Teil unterrichtet worden, die Eckdaten liegen unserer Redaktion vor.
Der Finanzbedarf der Kliniken sinke demnach wie geplant um rund 16 Prozent. Die Fallzahlen wiederum steigen deutlicher als geplant – der für 2026 anvisierte Wert wurde bereits nach oben korrigiert, trotz der laufenden Sanierung im Bettenhaus in Merheim. Man geht nun von einem Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zu 2025 aus. Von 2024 auf 2025 hatte man sich um 3,4 Prozent gesteigert.
Erlöse der Kliniken Köln wachsen schneller als der finanzielle Aufwand
Mit einem Plus von 15 Prozent wüchsen die Erlöse schneller als der finanzielle Aufwand (zwölf Prozent), heißt es. Die nötigen Zuschüsse durch die Stadt Köln bleiben dennoch sehr hoch: 2023 lag das Minus bei 89,1 Millionen Euro, 2024 waren es 98,4 Millionen Euro. Die Bilanz der Kliniken für 2025 steht noch aus. Eine wirkliche Besserung wird erst mit dem Umzug der Abteilungen aus Holweide und Riehl nach Merheim erwartet.
Das Pflegepersonal ist im ersten Quartal 2026, verglichen mit dem ersten Quartal 2024, deutlich mehr geworden, die größte Not scheint für die Kliniken der Stadt Köln damit zunächst behoben. Die 1400 sogenannten Planbetten der Kliniken habe man angesichts personeller und baulicher Engpässe schon länger nicht vollständig betreiben können, sagte zuletzt Geschäftsführer Axel Goßmann. Von der Zahl der belegten Betten hängen die Einnahmen eines Krankenhauses aber maßgeblich ab. Im neuen Klinikkomplex in Merheim sollen perspektivisch 1100 Betten betrieben werden können. Aktuell sind es an den drei Häusern der Kliniken rund 900.
Personalkosten sind größter Kostenblock
Da die Personalkosten im Krankenhausbetrieb den wesentlichen Kostenblock darstellen, werde man „geeignete Maßnahmen zur Reduktion des Personalbestandes, insbesondere im Bereich der Ärzteschaft und des sonstigen Personals“ ergreifen, heißt es in dem Bericht an den Haushaltsausschuss. Das solle durch natürliche Fluktuation geschehen, Pflegepersonal werde weiterhin akquiriert. Zudem sollen die Kosten für medizinischen Sachbedarf weiter optimiert werden, etwa durch die Neuverhandlung auslaufender Lieferverträge oder ein Monitoring der Verbräuche.
Zum Baufortschritt am Gesundheitscampus Merheim teilten die Kliniken mit, dass im Rahmen der Sanierung des Bettenhauses Ende 2027 das achte und neunte Obergeschoss bezugsfertig sein sollen. Die weiteren Stockwerke folgen demnach im zweiten und dritten Quartal 2027. Mit der Baugenehmigung für das neue Hauptgebäude rechne man Ende des Jahres 2027. Bis dahin würden die zufließenden Landesmittel den Mittelbedarf für das Campusprojekt decken, heißt es. Geplant sind für den Um- und Neubau Kosten von 840 Millionen Euro. 590 Millionen Euro zahlt die Stadt Köln, das Land NRW beteiligt sich im Rahmen seiner Krankenhausreform mit einem Zuschuss von 250 Millionen Euro.
