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Hitzewelle
Klima braucht eine stärkere Lobby – und jeder in Köln ist gefragt

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2 min
Zahlreiche Hitzeopfer kamen in Notaufnahmen, wie hier in Merheim.

Zahlreiche Hitzeopfer kamen in Notaufnahmen, wie hier in Merheim.

Jeder Kölner, jede Kölnerin kann für ein besseres Stadtklima seinen Beitrag leisten, meint unser Autor.

Tage wie diese der vergangenen Woche möchte niemand. Aber sie haben vielleicht auch den letzten Zweiflern am Klimawandel die Augen geöffnet. Und: Solche Tage werden sich in den kommenden Jahren wiederholen, in kürzeren Abständen, noch höhere Temperaturen drohen.

All das ist längst bekannt. Wissenschaftler wiederholen ihre Mahnungen und Warnungen seit Jahrzehnten. Doch Klima hatte bislang kaum eine Lobby. Das muss sich dringend ändern. Die Stadt Köln indes ist auf dem richtigen Weg, baut gezielt auf Entsiegelung von Flächen, klimaresistente Stadtbepflanzung und den Ausbau von Schwammstadt-Konzepten, um Wasser bei Starkregen besser aufzufangen.

Aber damit ist es nicht getan. Kölns Infrastruktur ist in vielen Bereichen nicht auf Temperaturen von weit über 30 Grad ausgerichtet. Angefangen von Schulbauten oder Krankenhäusern, die entweder keine Klimaanlagen haben oder mit veralteten Geräten ausgestattet sind, bis hin zum Verkehr in Bus und Bahn.

Es ist eine Mammutaufgabe. Erschwerend kommt hinzu, dass die Haushaltslage der Stadt Köln desolat ist – zum Teil auch selbst verschuldet. Stichwort: Oper oder Mülheimer Brücke. Unabhängig davon ist auch der Bund in der Verantwortung, um beim Klimaschutz mehr Großinvestitionen und Förderprogramme in die Wege zu leiten. Und auch jeder einzelne Bürger ist gefragt. Der Fördertopf von „Grün hoch 3“ war bislang am Jahresende nie voll ausgeschöpft. Bei dem Programm der Stadt werden finanzielle Zuschüsse für private Begrünungsmaßnahmen auf Dächern oder an Hausfassaden bereitgestellt. Auch der Rückbau von versiegelten Flächen wird gefördert.

Gut, dass die Stadt die Förderung nun anpassen und erweitern will. Dafür braucht sie die Zustimmung der Politik, die in der Ratssitzung am Donnerstag darüber entscheidet. Es muss das Ziel sein, mehr Kölnerinnen und Kölner dazu zu bringen, dass das urbane Mikroklima und damit die Lebensqualität in der Stadt verbessert wird.