Die Pläne sind nicht rechtzeitig fertig geworden, sagt der Dezernent.
Öffnungskonzept für HerbstKölner Schulhöfe bleiben über den Sommer weiter geschlossen

Bislang hängen an den Kölner Schulhöfen Schilder, die das Betreten verbieten.
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Anders als angekündigt liegt diesen Sommer noch kein Konzept zur Öffnung der Kölner Schulhöfe nach Unterrichtsende und am Wochenende vor. Kölns Sport- und Schuldezernent Robert Voigtsberger hatte im Schulausschuss im April bereits angekündigt, „alle“ Schulhöfe in Köln nach Unterrichtsende zu öffnen, und zwar „dauerhaft“. Er hatte gesagt, dem Rat noch vor den Sommerferien ein Konzept vorlegen zu wollen und eine Änderung der Schulhofsatzung vorzuschlagen, „die garantieren soll, dass die Schulhöfe geöffnet werden“.
Die letzte Ratssitzung vor dem Sommer findet am Donnerstag statt, der Schulausschuss hat sich bereits zum letzten Mal vor der Pause getroffen – das Thema Schulhöfe stand aber noch nicht auf den Tagesordnungen. Der Dezernent teilte nun auf Anfrage mit: „Ich arbeite intensiv an der dezernatsübergreifenden Abstimmung der in meinem Verantwortungsbereich erarbeiteten Entscheidungsvorlage – mit dem klaren Ziel der dauerhaften Schulhoföffnung. Da diese Abstimmung noch andauert, gehe ich aktuell davon aus, dass eine Einbringung in die politischen Gremien unmittelbar nach der Sommerpause möglich sein wird.“
Das sei für ihn „persönlich“ ein „notwendiger und bedeutsamer Schritt, um Kindern und Jugendlichen in unserer hochverdichteten Stadt zusätzlichen Bewegungsraum zur Verfügung zu stellen“.
Schulhöfe als wichtige Spielplätze in der Großstadt wie Köln
Doch damit sind die Schulhöfe den Sommer und die Ferien über für Kinder und Jugendliche weiterhin nicht nutzbar. In der verdichteten Stadt gibt es zunehmend weniger frei zugängliche Flächen für Kinder. Köln liegt mit 1,2 Quadratmetern Spielfläche pro Einwohner deutlich unter dem Richtwert von zwei Quadratmetern, den der Rat der Stadt bereits im Jahr 2018 festgelegt hat. Schulhöfe, die schon mit Spielgeräten ausgestattet sind, könnten eigentlich Abhilfe schaffen.
Gerade in Großstädten, in denen der Bewegungsraum für Kinder und Jugendliche immer knapper wird, sollten die Schulhöfe daher unbedingt offen gehalten werden
Nils Neuber, Professor am Institut für Sportwissenschaft an der Universität Münster und Sprecher des Forschungsverbundes Kinder- und Jugendsport NRW, betont, dass Bewegungs-, Spiel- und Sportaktivitäten für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen von grundlegender Bedeutung sind. „Heranwachsende brauchen diese Freiräume nicht nur, um ihre Bewegungsbedürfnisse auszuleben, sondern auch um Beziehungen aufzubauen, Regeln des Zusammenlebens zu erproben und Grenzen zu erfahren. Oft passiert das im freien Bewegungsspiel auf Schulhöfen.“ Neuber sagt: „Gerade in Großstädten, in denen der Bewegungsraum für Kinder und Jugendliche immer knapper wird, sollten die Schulhöfe daher unbedingt offen gehalten werden.“

Nils Neuber leitet den Arbeitsbereich Bildung und Unterricht im Sport an der Universität Münster.
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Die Stadtverwaltung arbeitet schon seit Januar 2025 an der Umsetzung eines Auftrags vom Schulausschuss des Stadtrates, mindestens einen Hof je Bezirk, insgesamt neun, möglichst schnell zu öffnen. Andere Städte wie Düsseldorf, Bonn und Essen öffnen ihre Schulhöfe grundsätzlich für alle Kinder nach Schulschluss, ohne dass Mehrkosten für die Stadt anfallen. Ein Sachstandsbericht diesen März, ob das in Köln auch geht, war ernüchternd ausgefallen. Nach öffentlichem und politischem Druck hatte Voigtsberger im April angekündigt, nun alle Schulhöfe öffnen zu wollen.
In Eigenregie öffnet die Gemeinschaftsgrundschule Nesselrodestraße in Nippes seit Mai unter der Woche von 16 bis 20 Uhr oder bis zur Dämmerung ihren Pausenhof für die Allgemeinheit. Der Sportverein TuS Nippes 1919, der für Sportkurse die Schulturnhalle nutzt, schließt den Hof abends ab.


