- Sieben Bahnlinien sind von der Sperrung auf der linken Rheinseite zwischen dem Kölner Hauptbahnhof und Hürth-Kalscheuren betroffen.
- Umleitungen und Schnellbusse als Ersatzverkehr sollen das Ein- und Auspendeln nach Köln erträglich machen.
Köln – Mit Großbaustellen dieser Dimension hat die Bahn auf dem Eisenbahnring rund um Köln inzwischen Routine. Deshalb ist Projektleiter Florian Bonn auch recht sicher, dass die Sperrung auf der linken Rheinseite zwischen dem Kölner Hauptbahnhof und Hürth-Kalscheuren während der gesamten Herbstferien vom 9. bis 26. Oktober, der auch die Halte Köln-Süd und West betrifft, bei den Pendlern auf Verständnis stoßen wird.
Sieben Linien betroffen
Sieben Bahnlinien sind davon betroffen. Umleitungen und Schnellbusse als Ersatzverkehr sollen das Ein- und Auspendeln nach Köln erträglich machen.
„Wir reden allein in der Spitzenstunde am Morgen zwischen sieben und acht Uhr von 4500 Kunden, die trotz der Ferien unterwegs sein werden“, sagt Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des Nahverkehr Rheinland (NVR). Das Ersatzkonzept orientiere sich an den Reisenden-Zahlen vor der Corona-Pandemie, „obwohl Regionalzüge und S-Bahnen derzeit nur zu 70 Prozent ausgelastet sind“. Gedränge in den Zügen und Ersatzbussen wolle man möglichst vermeiden.
400 kleine und größere Bau-Aktivitäten muss die Bahn innerhalb der zwei Wochen koordinieren, 200 Menschen sind im Einsatz, 25 Millionen Euro werden in diesem Herbstbündel in die Infrastruktur gesteckt.
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Und wozu das Ganze? Weil die beiden neuen elektronischen Stellwerke für den Kölner Eisenbahnring, mit denen die Züge künftig durch einen der am meisten befahrenden Bahnknoten in Deutschland geschleust werden, mit den Signalen und Weichen verkabelt werden müssen. Ohne diese Technik könnte die DB die Digitalisierung ihres Schienennetzes vergessen.
In den Herbstferien verlegt sie deshalb allein auf der linken Rheinseite rund fünf Kilometer Kabelkanäle und erstellt rund 25 Gleisquerungen. Außerdem errichtet sie zahlreiche Fundamente für neue Signale, baut acht Signalbrücken und Signalausleger. Und weil dazu eh schon alles gesperrt werden muss, erneuert sie am Bahnhof Süd das Bahnsteigdach der Gleise 1 bis 2, setzt Fundamente für ein neues Dach an den Gleisen 3 und 4, tauscht am Bahnhof West vier Weichen und die Gleise zwischen Süd und Kalk-Nord aus.
„Wir sind absolut an unsere Grenzen gegangen“, sagt Projektleiter Florian Bonn. Man habe einen eigenen Fahrplan für die Baustellenzüge und Fahrzeuge entwickelt, damit die sich nicht gegenseitig ins Gehege kommen.
Pendelzüge und Schnellbusse
Damit die Reisenden nicht an die Grenzen des Zumutbaren gelangen, wird es einen ausgeklügelten Ersatzfahrplan geben, der unter anderem einen Pendelverkehr zwischen Bonn und dem Flughafen Köln/Bonn vorsieht, der in Roisdorf, Sechtem, Brühl und Hürth-Kalscheuren hält, damit man Köln aus Richtung Bonn wenigstens über die rechte Rheinseite erreichen kann. Zwischen Erftstadt und Köln werden Schnellbusse eingesetzt. Die genauen Ersatzfahrpläne gibt es im Internet, in der Woche vor den Ferien wird die Bahn mit Taschenfahrplänen, Aushängen und Wegeleitsystemen über die Veränderungen informieren.



