Köln – Am Donnerstag ist es genau fünf Jahre her, dass der ehemalige Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Köln gestorben ist. Im Februar hat der Kommunalausschuss des Münchner Stadtrats beschlossen, in der bayerischen Landeshauptstadt einen Platz nach dem FDP-Politiker zu benennen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn so ein prominenter Bürger auch in unserem Straßenbild gewürdigt würde“, sagt Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtrat.
Die Frage der Benennung eines Platzes oder einer Straße nach Westerwelle sei aber „keine Sache, die man auf einem öffentlichen Markplatz austrägt“. Diplomatie sei gefragt, um zu einem „ausgewogenen Vorschlag“ zu kommen, „mit dem alle politischen Gruppierungen leben können.“ Er würde „den Ball Oberbürgermeisterin Henriette Reker zuspielen“. Für eine Benennung biete sich zum Beispiel das Stadtviertel an, das am Deutzer Hafen entstehen wird.
Innenstadt-Bürgermeister Hupke sieht Idee positiv
Das Recht der Straßen- und Plaubenennung liegt bei den Bezirksvertretungen. Für Deutz ist die BV Innenstadt zuständig. „Ich stehe dem Gedanken positiv gegenüber“, sagt Innenstadt-Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne). Dabei räumt er ein: „Politisch war mir Guido Westerwelle lange Zeit äußerst unsympathisch“; denn er habe einen neoliberalen Kurs verfolgt und sei „von oben herab“ gewesen. In die Waagschale falle aber auch, dass er der erste deutsche Außenminister gewesen sei, der „sich offen zu seiner Homosexualität bekannt“ und dadurch ein Zeichen gesetzt habe, seinen Mann Michael Mronz auf Auslandsreisen mitzunehmen. Zudem bewirke die Westerwelle Foundation viel Gutes.
Als Beispiel erwähnt Hupke ein von dieser Stiftung gefördertes Gründerzentrum in Kölns tunesischer Partnerstadt Tunis, das junge Start-up-Unternehmer unterstütze und das er vor ein paar Jahren besucht habe.
Obwohl in der BV Innenstadt nur ein Vertreter der FDP sitzt, kann sich Hupke vorstellen, dass es keinen Widerstand gegen eine Benennung geben würde. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Bleibe das Problem, zeitnah einen „würdigen“ Ort zu finden. Das neue Quartier am Deutzer Hafen soll endgültig bis 2030 fertig sein.
