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Ziemlich beste LeuteEine „Herzwerkerin“ näht für Krebserkrankte

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Das Bild zeigt Heike Dueren, Andreas Zindt, Theresa Fuchs und Gero Wiesenhöfer, allesamt vom Förderverein der Sparkasse Köln/Bonn.

Heike Dueren (2.v.l.) investiert jede Woche etwa zwei Tage in ihr Ehrenamt. Das mache sie aber gerne. Links von ihr: Andreas Zindt; rechts von ihr: Theresa Fuchs und Gero Wiesenhöfer, allesamt vom Förderverein der Sparkasse Köln/Bonn.

Heike Dueren engagiert sich ehrenamtlich im Förderverein der Sparkasse Köln/Bonn. Was sie macht und warum sie anderen Menschen helfen möchte.

Allen Kölnern eine möglichst breite soziale Teilhabe ermöglichen und so die Stadtgesellschaft stärken: Das sei das Ziel des Fördervereins der Sparkasse Köln/Bonn, erklärt Andreas Zindt, Vereinsleiter im Regionalbereich Köln. Wie facettenreich das Programm ist, um dieses Ziel zu erreichen, zeigt ein Fazit nach nun zweijährigem Bestehen des Fördervereins. 400 Projekte wurden bisher initiiert und unterstützt. Von der Bereitstellung des mobilen Schwimmcontainers Mobi über ein Kursangebot zur digitalen Teilhabe für Senioren bis hin zu Diskussionsrunden zur Stärkung gelebter Demokratie anlässlich der Kommunalwahlen gab es die verschiedensten Projekte.

Das Herzstück des Vereins seien dabei die Ehrenamtler von den „Herzwerkern“. Das sind engagierte Menschen, die keine Anstellung im Förderverein haben, sondern sich aus reinem Idealismus einsetzen. Besonders aktiv ist Heike Dueren. In unserer Serie „Ziemlich beste Leute“ stellen wir sie und ihre Arbeit vor.

Das ist sie

Ursprünglich stammt Heike Dueren aus Brauweiler. Nach Köln zog es sie aus beruflichen Gründen: Sie arbeitet als medizinisch-technische Assistentin in der Kinderonkologie der Uniklinik. Sozial engagiert ist die 64-Jährige im Bekannten- sowie Familienkreis schon immer gewesen. „Mein Mann sagt, ich habe ein Helfersyndrom“, sagt Heike Dueren lachend. Zu den Herzwerkern sei sie dann über den Kontakt der dort ebenfalls engagierten Annette Mazza gekommen: „Ich habe etwas für sie genäht, und da sie hat mich gefragt, ob ich nicht auch mal bei den Herzwerkern nähen möchte.“

Das macht sie

Dort initiiert und organisiert sie Nähprojekte und baut sie stetig aus. „Begonnen habe ich mit dem Nähen der Herzkissen“, sagt sie. Sie besorgt den Stoff, entwirft die Schnitte, organisiert die Nähmaschinen und bringt Engagierte zum gemeinsamen Nähen zusammen. „Heike ist hervorragend im Anregen. Wenn jemand bei den Nähaktionen nicht weiß, was zu tun ist, erklärt sie verschiedene Aufgaben und begeistert die Menschen um sich herum, sich ebenfalls einzusetzen“, sagt Andreas Zindt. Mittlerweile sind mehr als 700 Herzkissen entstanden.

Diese Kissen sind insbesondere für an Brustkrebs erkrankte Frauen konzipiert und haben gleich zwei Funktionen. Einerseits sollen sie den trostspendenden Gedanken vermitteln, dass jemand an die Erkrankte denkt und sie nicht allein ist. Andererseits haben sie einen medizinischen Wert. „Nach einer Brustkrebsoperation sind oft auch die Lymphknoten betroffen“, sagt Heike Dueren, „und wenn die Patienten ihren Arm in die Kuhle des Kissens legen, wird dieser so gestützt, dass die Genesung gefördert werden kann.“

Für Kinder nähen die von Heike Dueren angeleiteten Herzwerker Tierkissen. Die können einen beruhigenden Effekt auf die kleinen Patienten haben, etwa wenn sie eine Spritze bekommen sollen. Dann kriegt zunächst das Tierkissen eine Spritze und die Kinder sehen, dass alles gut geht. 

Die Nährunden werden immer größer, mittlerweile engagieren sich bis zu 40 Ehrenamtler. Zuletzt organisierte die Herzwerkerin eine Stiefelnähaktion in einem Seniorenheim. Die Kissen in Winterstiefel-Form wurden an Kinderheime gespendet, wo sie aufgehängt und mit Süßigkeiten befüllt wurden. „Das Schönste war für mich, dass einige Heimbewohner mitgenäht haben. Eine demente Frau, die ein Jahr lang kaum noch gesprochen hatte, wurde durch das Nähen plötzlich aktiv und redete. Das hat mich überwältigt“, erinnert sich Dueren. Die verschiedenen Aktionen zu organisieren und umzusetzen, koste sie jede Woche etwa zwei Tage. Die investiere sie aber gerne.

Das bewegt sie, ihr Ehrenamt auszuüben

„Es ergibt sich einfach“, sagt die 64-Jährige. „Im Netzwerk der Herzwerker, aber auch in privaten Kreisen gibt es so viele Anfragen und Möglichkeiten, sich zu engagieren. Und ich stehe gerne dafür bereit.“ Schließlich erlebe sie bei ihrer Arbeit immer wieder bewegende Momente.

Das Bild zeigt Heike Dueren, die von den „Herzwerkern“ genähte Kissen präsentiert.

Über 700 solcher Kissen wurden bereits von den „Herzwerkern“ unter der Anleitung von Heike Dueren genäht.

Das würde sie zuerst tun, wenn sie OB wäre

Als OB von Köln würde Heike Dueren die selben Schwerpunkte setzen, die ihr bereits jetzt im Ehrenamt am wichtigsten sind: „Ich würde versuchen, mehr Gehör für soziale Themen in Köln zu schaffen.“ Und bei der KVB müsse auch etwas nachgeholfen werden, ergänzt sie und lacht.

Das ist ihr persönliches Grundgesetz

„Immer mit offenen Augen durch die Welt gehen.“

Das ist ihre Aussicht

Sie plant, Kinder stärker in die ehrenamtliche Arbeit einzubinden: „Ich möchte mit Kindern gemeinsam nähen.“ Erste Vorstöße in diese Richtung hätten bereits gut funktioniert.

Hier kann man mehr über den Förderverein erfahren

Auf der Webseite des Fördervereins gibt es einen Überblick über aktuelle Projekte und Initiativen. Hier kann man den Förderverein auch mit Spenden unterstützen.