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Schwere Vorwürfe gegen KölnerFrauen ins Auto gesperrt, gewürgt und sexuell genötigt?

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Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Gottfried Reims beim Prozessauftakt im Landgericht

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Gottfried Reims beim Prozessauftakt im Landgericht

Der Angeklagte soll zudem versucht haben, die Geschädigten zur Prostitution zu zwingen.

Es ist ein ganzes Bündel an Vorwürfen und es drohen mehrere Jahre Gefängnis: Wegen besonders schwerer sexueller Nötigung, versuchter Zwangsprostitution, Bedrohung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung und illegalen Waffenbesitzes muss sich ein 26-jähriger Kölner seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Der Mann soll sich als Zuhälter aufgespielt und versucht haben, zwei junge Frauen, darunter eine 18-Jährige, auf den Strich zu schicken. Beim Prozessauftakt in Saal 10 des Kölner Justizgebäudes stritt der Angeklagte die Vorwürfe allerdings weitgehend ab.

Köln: Anklage spricht von schweren Drohungen

Im Frühjahr 2022 hatte der heute 26-jährige Mann die Frauen über den Messengerdienst „Snapchat“ kennengelernt. Die Anklageschrift schreibt etwas vage von einem Jobangebot, das der Angeklagte den später Geschädigten gemacht habe. Zu diesem Zweck habe er sie in Essen abgeholt und nach Köln gebracht. Während der Fahrt habe er den jungen Frauen offenbart, einen Escort-Service zu führen und bereits drei Mädchen „für sich laufen“ zu haben. „Ich bin nun euer Chef“, habe er gesagt. Die Fahrt mit dem Audi endete an einer Kleingartenanlage in Ossendorf, unweit der Haftanstalt.

Laut Anklage soll der Mann den Frauen dann diverse Nacktbilder seiner angeblichen Klientinnen gezeigt und ihnen in Aussicht gestellt haben, viel Geld verdienen zu können, mehrere Tausend Euro pro Tag. Sie müssten aber 40 Prozent ihres Verdienstes abgeben. Er habe dann ein Springmesser hervorgeholt und gedroht, den Frauen einen Finger abzuschneiden. Er werde sie testen, habe der Mann dann laut Anklage gesagt. Nacheinander habe er die beiden Geschädigten dann zu einer Parkbank geschleppt, während die andere jeweils in dem geparkten Auto eingesperrt gewesen sei.

Köln: Beschuldigter räumt Übergriffe auf Parkbank ein

Auf der Bank soll der Mann weitere Drohungen ausgesprochen, ein Opfer gewürgt und beide Frauen unsittlich berührt haben. „Ihm war aufgrund der Gegenwehr bewusst, dass die Zeuginnen das nicht wollten“, erklärte die Staatsanwältin. Der Angeklagte habe erst von den Frauen abgelassen, als er das Blaulicht der Polizei erblickt habe – eine Geschädigte hatte im Auto einen Notruf abgesetzt. In Untersuchungshaft kam der Beschuldigte, der zunächst flüchtet, nicht. Der Fall unterlag daher nicht dem Beschleunigungsgebot bei Haftsachen, weshalb der Fall mehrere Jahre unbearbeitet blieb.

Verteidiger Gottfried Reims erklärte, dass sein Mandant sich nicht als Zuhälter ausgegeben habe. „Er hat aber gesagt, dass er da jemanden kennt und einen Job vermitteln könnte“, so der Anwalt. Womöglich habe alles auf einem Missverständnis beruht. Die Übergriffe auf der Parkbank räumte der Angeklagte auf mehrfache Nachfrage des Vorsitzenden Richters Benjamin Roellenbleck allerdings letztlich ein. Den Frauen dürfte somit eine detaillierte Befragung im Zeugenstand erspart bleiben. Ein Urteil in der Sache soll am 12. Juni fallen. Bis dahin sind noch vier Verhandlungstage eingeplant.