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Woelki äußert sich erneut zu Vorwürfen„Missbrauch sorgt für Spuren des Misstrauens“

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Rainer Maria Kardinal Woelki (l) Erzbischof von Köln zieht in den Dom ein.

Köln – Hatte Erzbischof Rainer Woelki schon in den Weihnachtsgottesdiensten im Dom die Gläubigen und die von sexuellem Missbrauch Betroffenen um Verzeihung dafür gebeten, dass sie die Kritik am Umgang des Erzbistums mit dem Missbrauch „ertragen mussten“, sprach er das Missbrauchsthema auch in seiner Predigt in der Jahresschlussmesse am Silvesterabend noch einmal an, allerdings in ähnlich allgemeiner Form.

Das Jahr 2020 habe uns in „eine der schwersten Krisen seit dem Zweiten Weltkrieg“ geführt, sagte Woelki. „Dass dies so ist, spüren wir allenthalben, in Ökonomie, Politik, Gesellschaft und auch in der Kirche.“ So hätten etwa die Missbrauchsvergehen in der Kirche sowie ihre „schmerzvolle und komplizierte Aufarbeitung“ tiefe Spuren des Misstrauens bei den Menschenhinterlassen.

Keine positive Bilanz

Auch sonst sei die Bilanz des abgelaufenen Jahres nicht sehr positiv, sagte Kardinal Woelki. „Die Zahl der Gläubigen und der hauptberuflich Mitarbeitenden nimmt hier weiter ab, Finanzmittel werden knapper, pastorale Einheiten größer.“ Vor allem die jüngere Generation empfinde sich nicht mehr in der Kirche beheimatet. Zum Teil höchst kontroverse Ansichten über notwendige Reformschritte in der Kirche „fordern uns zudem in unserem Miteinander extrem heraus“.

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Kritisch blickte der Kardinal auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes von Februar zum selbstbestimmten Sterben. „Als Christen tun wir uns mit dieser Entscheidung nicht leicht. Denn unserem christlichen Glauben entsprechend sind wir davon überzeugt, dass uns die Verfügbarkeit über das Leben, auch über das eigene Leben, entzogen ist.“ Er sei überzeugt, dass nicht die Ermöglichung aktiver Sterbehilfe das Zauberwort sei, sondern „intensivste Sterbebegleitung“.

Im Rückblick auf das Corona-Jahr dankte der Bischof aber auch all jenen, die sich „besonders der Menschen angenommen haben, die unter dieser Pandemie gelitten haben und leiden: den Ärzten sowie den Pflegerinnen und Pflegern, den Sozialarbeitern, die sich etwa um die Wohnungslosen und Hungernden gesorgt haben“. Er dankte aber auch den Eltern, die die Last von Homeoffice und Kinderbetreuung hätten ertragen müssen. Zum Abschluss betete Kardinal Rainer Woelki, dass das neue Jahr ein gutes Jahr sein möge – und zwar für die Kirche im Allgemeinen, „insbesondere aber für die Kirche von Köln“.