Nach dem tödlichen Unfall am Wiener Platz musste sich der Lkw-Fahrer nun vor dem Amtsgericht verantworten.
Am Wiener PlatzKölner Seniorin wird von Lkw überrollt – Strafe für Fahrer steht fest

Eine Person ist nach einem Unfall in Köln-Mülheim im März gestorben.
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Ein vierfacher Familienvater musste sich am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung vor dem Kölner Amtsgericht verantworten. Der Lkw-Fahrer hatte vergangenen März am Wiener Platz in Mülheim eine Seniorin übersehen und mit dem Vorderrad seines Fahrzeuges überrollt. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft wurde der Rumpf der 86-Jährigen durchtrennt, sie verstarb noch am Unfallort.
Köln-Mülheim: Schrecklicher Unfall am Wiener Platz
Der Angeklagte hatte an jenem Freitagmorgen Waren ausgeliefert und dazu den Wiener Platz befahren. Gegen 9.45 Uhr wollte er wieder losfahren und auf die Frankfurter Straße einbiegen. Nachdem zunächst noch eine Frau mit Kinderwagen und ein Radfahrer vor dem Laster vorbeigehuscht waren, fuhr der Fahrer laut Berechnungen mit sieben Stundenkilometern an.
Genau in diesem Moment des Anfahrens wollte die Seniorin, die mit einem Einkaufstrolley unterwegs war, ebenfalls noch den Lkw passieren und wurde erfasst. Ein gestochen scharfes Überwachungsvideo zeigt das Drama. Passanten hatten den schrecklichen Unfall beobachtet, sie riefen laut und gestikulierten wild, woraufhin der Fahrer bereits halb auf der Straße stehend stoppte.
Kölner Amtsgericht: Lkw-Fahrer entschuldigt beim Prozess
„Es tut mir sehr leid“, sagte der Lkw-Fahrer beim Prozess in Saal 17 des Amtsgerichts. Er habe die alte Dame einfach nicht gesehen. Der Anwalt des Angeklagten sagte, sein Mandant habe einen Schock erlitten und sei ins Klinikum Merheim eingeliefert worden. Einen Monat sei er nach dem Unfall krankgeschrieben gewesen, bevor er – zunächst als Beifahrer – wieder einen Lkw bestiegen habe.
Der Arbeitgeber halte zu dem Angeklagten. „Er fährt jetzt nur noch einfache Fahrten, damit er nicht mehr in so knifflige Verkehrssituationen gerät“, so der Verteidiger. Am Unfallmorgen sei es am Wiener Platz sehr wuselig zugegangen. Fußgänger und Fahrradfahrer seien aus allen Richtungen gekommen, beim Abfahren hätte der Fahrer zudem auf querende Autos und Busse achten müssen.
Richterin verhängt Geldstrafe gegen Lkw-Fahrer
Der bekannte Verkehrsgutachter Alexander Wiek aus Rösrath erklärte jedoch, dass der Angeklagte mehrfach Gelegenheit gehabt habe, die Seniorin rechtzeitig zu erkennen. So habe der 44-Jährige offenbar nicht den Bildschirm beachtet, der die Seite seines Lkw abbildete. Auch hätte der Fahrer beim Anfahren in den Frontspiegel schauen können, dann wäre der tödliche Unfall nicht passiert.

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger beim Prozess im Kölner Amtsgericht.
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„Es war ein Augenblicksversagen“, sagte die Richterin, die mit ihrem Urteil eine Geldstrafe von 3600 Euro (120 Tagessätze zu je 30 Euro) festsetzte und auf eine Führerscheinsperre verzichtete. Die hatte die Staatsanwältin gefordert. Die Schuld des Angeklagten sei im Vergleich zu tödlichen Unfällen etwa durch Rasen gering, „aber der größtmögliche Schaden ist eingetreten: Ein Mensch ist gestorben“.
