Schnelles Mobilfunknetz für KölnRhein-Energie und Vodafone kooperieren beim 5G-Ausbau

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5G Köln

Gerhard Mack (Technik Vorstand Vodafone), Birgit Lichtenstein (Kaufmännische Vorständin RheinEnergie), und OB Henriette Reker.

Köln – Es handelt sich lediglich um zwei kleine Antennenkästen an einem Laternenmast am Eingang zur Straße Unter Taschenmacher in der Innenstadt, die im Vorübergehen kaum auffallen. Tatsächlich ist darin aber modernste Technik verbaut, die für Köln eine neue Zeit der digitalen Telekommunikation einleiten soll. „Es handelt sich dabei um die erste „5G-Plus“-Antenne Europas an initial zwei zentralen Standorten“, nutzte Gerhard Mack, Technik-Vorstand von Vodafone Deutschland, einen Superlativ, der verdeutlichen soll, wie weit vorn die Rheinmetropole damit im Vergleich zu anderen stehe. Die zweite jetzt in Betrieb genommene Antenne befindet sich am Heumarkt. Mit dem Startschuss für den künftig verstärkten Ausbau des neuen Echtzeit-Netzes mit Gigabit-Bandbreite auch in der Luft und nicht mehr nur über Glasfaser-Kabel im Boden, könne Köln laut Mack Modellregion der Zukunft werden.

„Unscheinbar, aber mit großem Effekt, das sind oft die besten Dinge“, fasste Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Donnerstag ihren Eindruck zusammen, den sie sich vor Ort mit Gerhard Mack verschafft hatte - beim Unterzeichnen eines „Term Sheets“, einem Papier, das die konkreten Eckpunkte für die Nutzung vorhandener Infrastruktur zum 5G-Plus-Ausbau enthält. Ebenfalls anwesend waren die kaufmännische Vorständin der Rhein-Energie, Birgit Lichtenstein. Alle drei betonten dabei, wie froh sie über die Kooperation seien, die Mack zufolge nicht nur „Verdienst eines einzelnen Unternehmens oder einer Institution, sondern ein erfolgreiches gemeinsames Bemühen zum Wohl der gesamten Gesellschaft“ darstelle. Die Infrastruktur in Form von rund 80.000 Straßenlaternen im Stadtgebiet sowie den Strom zum Betrieb der Antennen steuert die Rhein-Energie bei, die Stadtverwaltung liefert in Folge des einstimmig im Rat beschlossenen „Gigabit Masterplan Cologne 2025“ schnelle und unbürokratische Baugenehmigungen und investiert 30 Millionen Euro, Vodafone liefert die Technik und übernimmt Entwicklung, Installation sowie Wartung der Hochgeschwindigkeits-Mobilfunkantennen.

Vodafone-Experte: Viermal schneller als bisherige Mobilfunk-Technologien

Das Besondere am Ausbau vom „vollständigen 5G-Netz“ besteht Gerhard Mack zufolge in der Möglichkeit, neben hohen Bandbreiten der Datenübertragung auch extrem niedrige Latenzzeiten von rund zehn Millisekunden zu erzielen sowie deutlich Energie einzusparen. „Daten werden mit 5G-Plus in Echtzeit transportiert – so schnell wie auch das menschliche Nervensystem reagieren kann und viermal schneller als mit bisherigen Mobilfunk-Technologien“, sagte der Vodafone-Experte. Ein neues und somit kompatibles Smartphone vorausgesetzt, logge sich das Endgerät in der Nähe der Masten automatisch ein und nutze die Technik. „Das funktioniert automatisch, der Nutzer bekommt das überhaupt nicht mit.“ Aber auch in der Kommunikation zwischen Signalgebern, etwa für klimaneutraleren Verkehr, könne sich der neue Standard positiv auswirken.

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„So ist vorstellbar, dass ein Straßenbereich automatisch nur noch beschränkt befahrbar wird, wenn Ampeln durch Umweltsensoren mit vorbeifahrenden Autos das zu hohe Aufkommen registrieren und dann direkt umschalten“, nannte die OB ein Beispiel. Das reduziere den C02-Ausstoß und Stau. Auch auf mögliche Bedenken gegenüber der Strahlung, der Menschen bei flächendeckendem Ausbau der neuen Funktechnik ausgesetzt sein könnten, ging Gerhard Mack am Donnerstag ein. „Mit sechs Metern Abstand zum Boden erfüllen wir die Sicherheitsvorgaben des zuständigen Bundesministeriums von mindestens einem Meter Abstand mehr als ausreichend“, sagte er.

Kölner OB Reker hofft auf flächendeckenden Ausbau

Bis Ende des Jahres soll der Ausbau der 5G-Plus-Technologie in Köln zunächst in den zentralen und stark frequentierten Bereichen der City erfolgen, kündigten die Vertreterinnen und Vertreter der Kooperation am Donnerstag an. Konkrete Zeitrahmen oder eine Zahl geplanter neuer Masten wurden dabei nicht genannt. Auf Basis des jetzt unterzeichneten „Term Sheets“ erhofft sich Henriette Reker allerdings einen flächendeckenden Ausbau, „gerade auch in den peripheren Stadtbezirken“. Eine Größenordnung von rund 400 entsprechend ausgestatteter Masten seien dafür etwa nötig, schätzte Mack. Ausdrücklich bot Henriette Reker die neue Kooperations-Partnerschaft aber auch weiteren Mobilfunkanbietern neben Vodafone an: „Dieses Modell der kombinierten Infrastrukturbereitstellung in Köln steht grundsätzlich allen Netzbetreibern offen.“

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