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Schwachstellen an ZoobrückeStadt Köln reagiert mit 25-Millionen-Euro-Maßnahme

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Die Zoobrücke in Köln ist sanierungsbedürftig.

Die Zoobrücke in Köln ist sanierungsbedürftig.

Bis Ende des Jahres sollen Arbeiten an gefährdeten Zu- und Abfahrten beginnen – die große Sanierung ist erst für die 2040er Jahre geplant.

Die Stadt Köln will kurzfristig die sanierungsbedürftigen Zu- und Abfahrtsrampen der Zoobrücke für rund 25 Millionen Euro verstärken. Die Arbeiten sollen nach Angaben des Mobilitätsdezernats noch Ende dieses Jahres beginnen. Ziel ist es, Teilsperrungen oder andere Einschränkungen für den Autoverkehr zu vermeiden, bis die rund 2,6 Kilometer lange Brücke in den 2040er Jahren umfassend instandgesetzt wird.

Defizite bei der Tragfähigkeit

Betroffen sind die Bauabschnitte D (rechtsrheinisch) und Z1 (linksrheinisch am Kölner Zoo) der Hauptrampe. Dort haben laut der Stadt Untersuchungen Schwachstellen in der Konstruktion aufgezeigt. In der Brücke ist ein Spannstahl verbaut, der nach heutigen Erkenntnissen besonders anfällig für sogenannte Spannungsrisskorrosion ist. Dabei können Drähte im Inneren der Konstruktion geschädigt werden oder brechen. Zusätzlich gibt es nach Angaben der Stadt Defizite bei der Tragfähigkeit.

Die Abschnitte für die Sanierung der Zoobrücke

Die Abschnitte für die Sanierung der Zoobrücke

Besonders dringlich sind die Auf- und Abfahrten – dort sieht die Stadt ein Gefährdungspotenzial. Sie haben in der Regel nur zwei tragende Stege. Fiele dort ein wichtiges Spannglied aus, könnte die Belastung nicht auf andere Bauteile verteilt werden. Deshalb sollen diese Nebenrampen jetzt abgestützt werden. Vorher müssen Leitungen im Boden geprüft, der Baugrund untersucht und mögliche Kampfmittel sondiert werden. 

Bei der breiteren Hauptrampe sieht die Stadt derzeit keine akute Gefährdung. Sie besteht aus mehreren Hohlräumen und bis zu neun tragenden Stegen. Sollte ein Teil der Konstruktion nachgeben, könnte sich die Last nach Einschätzung der Fachleute auf noch intakte Bereiche verteilen. Sichtbare Risse, die dann entstehen könnten, wären allerdings ein Warnsignal. Um das genauer zu prüfen, lässt die Stadt zusätzliche Berechnungen durchführen. Ein Ergebnis für Abschnitt D wird noch in diesem Jahr erwartet – die Untersuchung für Abschnitt Z1 soll folgen. Außerdem ist ein Überwachungssystem geplant, das mögliche Schäden im Inneren der Brücke frühzeitig erkennen soll.

Fahrbahn und Gehwege beschädigt

Auch nach Einbau der Verstärkungen wird die Brücke laut der Stadt nicht wieder die ursprünglich vorgesehene höchste Belastungsklasse erreichen. Nach der Verstärkung soll die Brücke zumindest von allen regulär zugelassenen Fahrzeugen weiterhin befahren werden können – nur genehmigungspflichtige Schwertransporte wären ausgeschlossen.

Von den 25 Millionen Euro sind 20,8 Millionen für die Bauarbeiten vorgesehen. Hinzu kommen 700.000 Euro für Nebenleistungen und 3,5 Millionen Euro für Planung und Fachgutachten. Die Stadt plant mit Ausgaben von drei Millionen Euro im laufenden Jahr, zwölf Millionen Euro 2027, acht Millionen Euro 2028 und zwei Millionen Euro 2029. Der Stadtrat soll bereits in seiner nächsten Sitzung am 8. Oktober eine Entscheidung treffen – per Dringlichkeit.

Die Stützarbeiten lösen allerdings nicht alle drängenden Probleme an der Zoobrücke. In mehreren Abschnitten sind Fahrbahn, Gehwege und Abdichtungen laut des Mobilitätsdezernats stark beschädigt. Diese Bereiche müssen voraussichtlich in den kommenden drei Jahren ebenfalls erneuert werden. Dafür plant die Verwaltung, der Politik weitere Beschlüsse vorzulegen.

Der Einbau neuer Schutzeinrichtungen ist ebenfalls nicht Teil des 25-Millionen-Euro-Pakets. Die Stadt hatte die Höchstgeschwindigkeit auf der Zoobrücke im Oktober 2023 von Tempo 80 auf Tempo 50 herabgesetzt, weil die Schutzplanken nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Die Planung sieht vor, die Schutzeinrichtung erst dann zu erneuern, wenn in den 2040er Jahren auch die gesamte Brücke saniert wird.

Die Stadt Köln muss in den kommenden 20 Jahren sämtliche ihrer vier Rheinbrücken instandsetzen. Das wird zusammen deutlich mehr als eine Milliarde Euro kosten. Die Sanierung der Severinsbrücke, die im Jahr 2030 beginnen soll, liegt laut einer ersten Grobschätzung bei 325 Millionen Euro.