Eine stille Mahnwache am Dom, dann Tausende auf den Straßen. Köln rückt zusammen – und bereitet sich auf ein Wochenende im Zeichen des Irans vor.
Nach Mahnwache am DomKöln steht hinter den Protesten im Iran – weitere Demos angemeldet

In Köln haben Menschen der gestorbenen Protestierenden im Iran gedacht.
Copyright: Michael Bause
Mit einer stillen Mahnwache am Kölner Dom haben rund 150 Menschen am Donnerstagabend (15. Januar) der Opfer der Proteste im Iran gedacht. Die Versammlung war kurzfristig von der Anmelderin bei der Polizei abgesagt worden. Rund eine halbe Stunde lang erinnerten die Anwesenden trotzdem mit Kerzen, Bildern und Blumen an jene, die bei den jüngsten Demonstrationen gegen die Regierung ums Leben gekommen sind. Zugleich brachten sie ihre Solidarität mit den Protestierenden im Iran zum Ausdruck.

Bei der Mahnwache auf der Kölner Domplatte erinnerten Menschen an die Opfer im Iran, die bei den aktuellen Protesten ums Leben gekommen sind.
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Die Mahnwache markiert den Auftakt zu weiteren Aktionen in Köln. Für das Wochenende sind mehrere Demonstrationen und Kundgebungen angemeldet, vor allem am Samstag. Nach Angaben der Kölner Polizei rechnen Veranstalter und Einsatzkräfte mit mehreren Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die auf die Straße gehen wollen.
Volle Plätze, Absperrungen und Verkehrsbehinderungen sind möglich
Geplant sind unter anderem Kundgebungen auf dem Roncalliplatz (13 Uhr am Samstag, 14 Uhr am Sonntag), dem Heumarkt (14 Uhr an beiden Tagen) und dem Ottoplatz in Deutz (14 Uhr am Samstag). Zudem sind zwei Demonstrationszüge vom Neumarkt angekündigt, die jeweils am Samstag und am Sonntag um 14 Uhr starten sollen. Weitere kleinere Versammlungen sollen rund um den Hauptbahnhof stattfinden. Insgesamt sind bislang mehr als 3000 Personen angemeldet, die tatsächliche Zahl könnte jedoch höher ausfallen.
Die Polizei bereitet sich auf einen umfangreichen Einsatz vor. Sie spricht von einer emotional angespannten Lage und führt derzeit noch Kooperationsgespräche mit den Anmeldenden, um Abläufe abzustimmen und mögliche Zusammenlegungen einzelner Veranstaltungen zu klären.
Hintergrund der Proteste ist die dramatische Lage im Iran. Seit Ende Dezember demonstrieren dort Menschen gegen das autoritäre Mullah-Regime. Zuletzt wurden die Proteste brutal unterdrückt, Berichten zufolge schossen Sicherheitskräfte gezielt in die Köpfe von Demonstrierenden. Die Zahl der Todesopfer wird mittlerweile auf Tausende geschätzt. Wegen einer Internetsperre ist es kaum möglich, gesicherte Informationen aus dem Land zu erhalten.

