Das Foto zeigt den Theatermacher 2017 bei der festlichen Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper.

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Musikalische Reise durch Köln Verein lädt zur Begegnung mit jüdischer Kultur ein

Die Daffkes © Thomas Victor

Musik der Zwanziger Jahre mit den Daffkes

Köln – Die schönste Art und Weise Menschen kennenzulernen, sagt Andrei Kovac, sei es, ihre Musik zu hören. Zu einem ganzen Tag jüdischer Musik lädt am 15. August der Verein „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Köln“. „Shalom-Musik.Köln“ heißt das Programm mit freiem Eintritt, das  eine große Breite jüdischer Musik  bietet, von Klezmer über Synagogalmusik bis hin zu Jazz, Schlager, Lied und Straßentheater. Kovac, der leitende Geschäftsführer des Vereins, lädt zu einer musikalischen Entdeckungsreise durch Köln. 

Zwölf Orte, 40 Konzerte

An zwölf Spielstätten treten 47 internationale Künstler zu 40 Konzerten auf. Zusammengestellt haben das Programm Thomas Höft  und Ulrike Neukamm, und sie versprechen ein ebenso spannendes wie überraschendes „Mosaik aus vielen verschiedenen Orten, Eindrücken und Melodien“. 

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Alles zum Thema Henriette Reker

Im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Köln“ soll der Tag alle Kölner einladen, nicht nur die  jüdische Musikkultur kennenzulernen, sondern auch  neue und alte Orte neu zu  entdecken.  Den Start zur musikalischen Reise macht die Synagoge in der Roonstraße. Die Synagogengemeinde lädt zunächst  zu einer Führung, um 13 Uhr tritt die Sandmalerin Natalia Moro mit Alexandra Lowygina, Verena Guido und Sven Tjaben  auf. Sie  stellen jiddische und russische Lieder vor, zusammen mit Gedichten von Hilde Domin, traditionellen Erzählungen und Eigenkompositionen. Die Synagogengemeinde bittet um Voranmeldungen bis zum 9. August.  

1700 Fotos für 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Um 15 Uhr findet die offizielle Eröffnung am Domforum durch die NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, den stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralverbands der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, und Oberbürgermeisterin Henriette Reker statt. Ein 80 Quadratmeter großes Poster wird an der Fassade des Domforums aufgerollt, ein „XXL-Mosaik für Frieden und Zusammenhalt“ –  1700 Fotos stehen für 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.  Vier Wochen lang soll es die Kölner daran erinnern, dass ihre Stadt nicht nur die älteste, sondern auch die größte  jüdische Gemeinde in Deutschland hat. 

Das Judentum sollte nicht mehr nur rückwärts betrachtet werden, wünscht sich David Klaphek von der Synagogen-Gemeinde Köln, im Gegenteil: „Es gibt eine jüdische musikalische Gegenwart.“ Dazu lade dieser Sonntag ein. Zudem sei es völlig normal, das Judentum mit Kultur in Verbindung zu bringen.

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Das Straßentheater von Adrian Schvarzstein verspricht viel Spaß. 

Ein Highlight des Tages wird der Auftritt von Dalia Schaechter,  seit 20 Jahren gefeierte Mezzosopranistin an der Oper Köln.  Gemeinsam mit dem Gitarristen Christian von Götz trägt sie die weithin vergessenen Lieder des polnischen Komponisten Mordechai Gibbig vor, der im Warschauer Ghetto von einem deutschen Soldaten erschossen wurde. Über ihre Erfahrung mit jiddischer Musik und der Begegnung, die daraus entstehen soll, sagt Schaechter: „Je einfacher und intimer die Lieder vorgetragen werden, desto mehr berühren sie.“ 

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Dalia Schaechter

Als Geheimtipp gilt auch das Straßentheaterstück „Willkommen Shalom“, das von dem argentischen    Improvisationskünstler Adrian Schvarzstein eigens für den  Tag geschrieben wird (Domplatte, 16, 17 , 18 Uhr). Das Leipziger Vokalquintett „Die Daffkes“ präsentiert die Hits  der „Comedian Harmonists“ und Chansons der 1920er Jahre (Rautenstrauch-Joest-Museum, 17, 18, 19 Uhr).   Um 20.15 Uhr  bildet eine „Jam-Session“ mit den Künstlern des Tages im Consilium am Rathenauplatz  das Finale. Das Tagesprogramm und die Spielstätten sind hier abrufbar.