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„Köln will eure Scheiße nicht“Jan Böhmermann stänkert gegen Olympia-Bewerbung

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Jan Böhmermann hält Kölns Olympia-Bewerbung für problematisch (Archivbild).

Jan Böhmermann hält Kölns Olympia-Bewerbung für problematisch (Archivbild). 

Jan Böhmermann hat gegen die Kölner Olympia-Bewerbung gestimmt. Seine Gründe erläutert er bei „Fest und flauschig“.

In Köln findet derzeit wie in 16 anderen NRW-Städten die Abstimmung über die Olympia-Bewerbung statt. Die Frage lautet: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Köln an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“ Bis zum 19. April läuft der sogenannte Ratsbürgerentscheid noch, dann wird ausgezählt.

Um eine Bewerbung der Region/Ruhr zu ermöglichen, müssten die Kölnerinnen und Kölner wohl zustimmen, denn die Stadt soll als „Leading City“ ins Rennen gehen. Während Oberbürgermeister Torsten Burmester mit der SPD sowie CDU, FDP und Volt den Bürgerinnen und Bürgern ein „Ja“ empfiehlt, gibt es auch kritische Stimmen in der Stadt. Die Linke ist gegen eine Bewerbung, bei den Grünen ist die Stimmung unterschiedlich. Ein wichtiges Argument auch der Initiative „Nolympia“ gegen die Spiele sind die finanziellen Risiken, die kaum einzuschätzen seien.

Auch Jan Böhmermann hat eine dezidierte Meinung zu Köln und Olympia. Im jüngsten Podcast „Fest und flauschig“ spricht er mit Olli Schulz ebenfalls über das Thema. „Aus irgendwelchen Gründen hat die Stadt Köln sich in den Kopf gesetzt, Olympiastadt zu werden“, leitet Böhmermann das Thema ein. „Nur weil wir jetzt einen f... Bürgermeister haben, der aus dem Olympiamilieu kommt“, echauffiert sich der Kölner weiter.

Böhmermanns Kritik richtet sich vor allem gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC). Dieses hatte jüngst bekannt gegeben, genetische Geschlechtstests wieder einzuführen, damit Sportlerinnen an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen dürfen. Transfrauen soll ein Start in der Frauenkategorie künftig untersagt sein. „Wer sich so politisch instrumentalisieren lässt, wer mit den Diktatoren dieser Welt zusammenhängt, hat in Köln nichts zu suchen. Köln will eure Scheiße nicht!“, erklärt der 45-Jährige jetzt.

Böhmermann: Olympische Ruderwettbewerbe in der Straße von Hormus

Böhmermann sagt, er hätte gerade mit einem „dicken Edding“ auf seinem Stimmzettel „Nein“ angekreuzt. Direkt unter Beschuss nimmt er den Oberbürgermeister, der zuvor Vorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war: „Olympia-Torsten, Köln hat andere Probleme als Olympiastadt zu werden“, so Böhmermann – und nennt den Autoverkehr in der Innenstadt oder sich immer weiter verzögernde Opern-Sanierung.

Schon bei anderen Events breche die Infrastruktur der Stadt zusammen, dies wäre seiner Meinung nach bei Olympia auch der Fall. „Die Stadt ist viel zu verbaut für Olympia“, stimmt ihm Olli Schulz zu. Außerdem ist Köln in Schulz' Augen eine „Musikstadt“. Das Publikum wäre hier immer sehr besonders, und Köln sollte lieber wieder mehr „auf Musik gehen“. Böhmermann meint, das IOC als „korrupte, politisch sich nach jedem autoritären Wind drehende Kackorganisation“ habe in Köln nichts zu suchen.

„Nein zu Olympia“, ereifert er sich. Man könnte die Ruderwettbewerbe schließlich auch in der Straße von Hormus stattfinden lassen, mit Geschlechtstest vorher und Donald Trump als Zuschauer: „In Köln werden keine Geschlechter getestet!“ Schulz ergänzt, die Stadt sei „ein einziger schillernder Regenbogen“.