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Entscheidung gefallenKölner Dom kostet künftig Eintritt

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Besucherinnen und Besucher des Kölner Doms müssen künftig Eintritt bezahlen. (Archivbild)

Besucherinnen und Besucher des Kölner Doms müssen künftig Eintritt bezahlen. (Archivbild)

Bisher hatte das Domkapitel ein Eintrittsgeld immer abgelehnt. Zur Kasse gebeten werden sollen ausschließlich touristische Besucher.

Besucherinnen und Besucher des Kölner Doms müssen künftig Eintritt bezahlen. Das hat das für die Kathedrale verantwortliche Domkapitel in einer Klausurtagung beschlossen. Dompropst Guido Assmann gab die Entscheidung am Donnerstag in Köln bekannt.

Stark gestiegene Kosten für Personal und Material machten diese Maßnahme erforderlich. „Die Finanzierung dieses lebendigen Glaubens- und Kulturortes kostet Geld – und durch gestiegene Personal- und Sachkosten hat sich der Unterhalt des Domes in den vergangenen Jahren stark erhöht. Um seine Strahlkraft auch für künftige Generationen erhalten und seinen laufenden Betrieb dauerhaft sicherstellen zu können, führt die Hohe Domkirche ab der 2. Jahreshälfte 2026 eine Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher ein“, heißt es einer entsprechenden Pressemitteilung.

Eintritt am Kölner Dom notwendig, weil Liquiditätsreserven schrumpfen

Bisher hatte das Domkapitel ein Eintrittsgeld für den Dom immer abgelehnt. Weil aber vor allem in der Coronazeit, in der die Turmbesteigung und Schatzkammer des Domes lange geschlossen bleiben mussten, ein Großteil der Rücklagen aufgebraucht werden musste, sei der Schritt nun notwendig. Es zeichne sich ab, dass die bisherigen Maßnahmen die Finanzierungslücken am Dom nicht langfristig geschlossen hätten, so Domrendant Clemens van de Ven heute vor Medienvertretern. „Wir müssen anerkennen, dass die Liquiditätsreserven des Domes in absehbarer Zeit aufgebraucht sind.“

Erste Maßnahmen im vergangenen Jahr, wie die Erhöhung des Preises für die Turmbesteigung und die Domschatzkammer hatten offenbar nicht genug Geld eingebracht. Auch die Öffnungszeiten des Hauptportals wurden angepasst, um Personal zu sparen.

Kölner Dom kostet künftig Eintritt – Höhe der Kosten noch unklar

Die Entscheidung, künftig Eintritt zu verlangen, sei „wohlüberlegt und im Bewusstsein unserer großen Verantwortung“ getroffen worden, so Dompropst Guido Assmann. Der Schritt sei „alternativlos, wenn wir die Pflege, den Schutz und den laufenden Betrieb des Domes in bewährter Weise fortführen möchten“.

Zur Kasse gebeten werden sollen ab der zweiten Jahreshälfte ausschließlich touristische Besucher. „Wir gehen davon aus, dass sich die neue Gebühr nach einer gewissen Eingewöhnungszeit relativ bald etablieren wird“, so der Dompropst. „Denn mit ihrer Einführung gehen wir einen Schritt, der an vielen anderen Kirchen und Kathedralen ähnlicher Prominenz längst üblich ist.“ Die Höhe der künftigen Besichtigungsgebühr stehe bislang nicht fest. Man werde in den kommenden Wochen ein Preisgefüge erstellen und auch über Sonderkonditionen und  mögliche ‚Aktionstage‘ mit freiem Eintritt für bestimmte Besucherinnen und Besucher nachdenken, heißt es.

Bislang war der große Innenraum des Doms kostenlos, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Für Gottesdienstteilnehmer und Betende soll es auch künftig bei freiem Eintritt bleiben. Auch Mitglieder des Zentral- Dombau-Vereins brauchen nichts zu bezahlen, wenn sie in den Dom wollen.

Besucherrückgang im Kölner Dom erwartet

Zwar könne es durch die Gebühr zu einem Besucherrückgang kommen, das könne sich aber positiv auf die Atmosphäre im häufig überfüllten Inneren des Doms auswirken. Der Tagesbetrieb könne so beruhigt und der Dom so wieder stärker als Gotteshaus und sakraler Raum erlebt werden.