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Kölner Gastronomen erklärenWarum sind Freibad-Pommes so teuer?

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26.05.2026: Köln: Reportage Freibadtag in den Pfingstferien im Lentpark. Große Pommestüte.  Foto: Martina Goyert

Eine große Pommestüte kostet im Lentpark aktuell 7 Euro. 

Bis zu sieben Euro für die große Portion: Was steckt hinter den Preisen für Pommes in Kölns Freibädern?

Schwimmbad-Pommes sind ein Stück Sommerkultur, für viele gehören sie beim Freibadbesuch unverhandelbar dazu. Allerdings kostet zumindest die große Portion mittlerweile oft mehr als der Eintritt. Unter den Googlebewertungen der Kölner Freibäder sind vielerorts wütende Kommentare über Preise von bis zu sieben Euro zu finden. Warum kosten die Schwimmbad-Pommes, was sie kosten – und gönnen sich die Badegäste deswegen weniger davon? Wir haben bei Betreibern nachgefragt. 

Mehmet Sahin weiß aus langjähriger Erfahrung, wie emotional das Thema Pommes-Preise diskutiert werden kann. Seit 18 Jahren arbeitet er mit den Kölnbädern zusammen und betreibt die Gastronomien im Ossendorfbad und im Naturfreibad Vingst. Aktuell kostet die kleine Portion in beiden Bädern 4,50 Euro und die große 6,50 Euro.

Wetterrisiko, Personalkosten und Fritteusen im Dauerbetrieb

„Wir wissen, wie sehr die Lebenshaltungskosten überall gestiegen sind, und möchten gerade Familien ein bezahlbares Ausflugserlebnis bieten“, sagt Sahin. Grund für die letzte Preiserhöhung seien einerseits die Rückkehr zum vollen Mehrwertsteuersatz und andererseits extreme Preissprünge beim Frittieröl und den Energiekosten gewesen. Für die aktuelle Saison sei es ihm und seinem Team wichtig gewesen, die Preise trotz Inflation nicht erneut zu erhöhen: „Dieses Jahr fangen wir die weiterhin hohen Kosten durch eine straffe Kalkulation selbst auf.“

Die Preise für Kartoffeln, Öl und Soßen seien nur ein kleiner Teil dieser Kalkulation. Am höchsten seien Personalkosten und Energiekosten für den Dauerbetrieb der Fritteusen und Kühlhäuser. Als saisonaler Betrieb müsse er zudem in wenigen gut besuchten Sommerwochen für die umsatzschwachen Wochen des Restjahres mitkalkulieren.

Wir planen den Wareneinkauf und das Personal quasi von Tag zu Tag – das finanzielle Risiko bei plötzlichem Regen tragen wir als Betreiber ganz allein.
Mehmet Sahin, Ossendorfbad und Naturfreibad Vingst

Die größte Herausforderung sei jedoch die extreme Wetterabhängigkeit des Geschäfts: „Wir planen den Wareneinkauf und das Personal quasi von Tag zu Tag – das finanzielle Risiko bei plötzlichem Regen tragen wir als Betreiber ganz allein“, so Mehmet Sahin. „Zudem bricht der Hunger im Bad meist schlagartig über uns herein: Wenn am Nachmittag Hunderte Gäste gleichzeitig hungrig vor dem Kiosk stehen, bedeutet das für mein Team logistische Höchstleistung in einem sehr kurzen Zeitfenster.“

Hin und wieder komme von Gästen die Nachfrage, warum die Fritten im Freibad kosten, was sie kosten. Wenn er und sein Team dann den enormen personellen und logistischen Aufwand erklärten und zeigten, dass sie sich trotz aller Hindernisse um stabile Preise bemühen, stoße dies meist auf großes Verständnis. „Nach fast zwei Jahrzehnten am Beckenrand kennt man seine Kölner Gäste natürlich auch und schätzt diesen direkten Austausch sehr“, sagt Sahin.

„Irgendwann kommt keiner mehr“: Preiserhöhungen haben ihre Grenzen

Zuletzt habe er seine Pommes-Preise vor zwei Jahren erhöht, sagt Dirk Pütz; die kleine Portion von 4,50 auf 5 Euro und die große von 6,50 auf 7 Euro. Seit sieben Jahren betreibt er die Pommesbude im Lentpark. Er arbeite mit der Firma Möller oder der Metro zusammen, die damals die Preise stark erhöht hatte: „Schlechte Kartoffelernte, schlechte Qualität und zu heißer Sommer, keine Sonne, dann wieder zu kalt. Lieferschwierigkeiten, dann müssen sie die Kartoffeln von woanders her beziehen, das kostet dann alles mehr. Und wir sind dann die Leidtragenden, von heute auf morgen.“

Zeitweise war ein kleiner Kanister Öl mal bei 50 Euro.
Dirk Pütz, Lentpark

Seitdem seien die Einkaufspreise noch mehrfach gestiegen, er habe die Preise im Schwimmbad aber nicht weiter erhöht. „Irgendwann hört das ja auch auf, wenn ich ehrlich bin. Auch bei den Kunden, dann kommt keiner mehr“, so Pütz. „Aber ein bisschen müssen wir halt auch wirtschaftlich bleiben.“ Oft würden Preiserhöhungen von den Händlern zudem nicht angekündigt, sondern er sehe die gestiegenen Kosten erst auf der Rechnung: „Das finde ich dann auch eine Frechheit.“ Außerdem wechsele er das Öl alle zwei Tage: „Und das kostet auch Geld. Zeitweise war ein kleiner Kanister Öl mal bei 50 Euro. Zum Glück ist das jetzt schon wieder etwas runtergegangen.“

Bei den aktuellen Preisen von fünf beziehungsweise sieben Euro im Lentpark hätten ihn jedoch nur wenige Beschwerden von Kundinnen und Kunden erreicht, so Pütz. „Wir haben nur frische Fritten, keine TK-Ware, gute Mayo und Ketchup.“ Daher würden sich seine Pommes auch weiterhin gut verkaufen: „Ich habe sogar die Tage gehört, die Leute kommen extra ins Freibad wegen meiner Pommes.“ 

Die ersten 18 Tage im Juni seien für sein Geschäft allerdings „ein Fiasko“ gewesen. „Da waren nur ein paar Neopren-Schwimmer da. Aber unsere Miete läuft weiter.“ Er freue sich daher über das aktuell warme Wetter – auch wenn es in der Pommesbude schnell mal 60 Grad warm wird. Hier zahle er den Mitarbeitenden einen Hitzebonus und stelle Essen und Wasser bereit.