Die Stadt bestätigt am Freitag die Kostensteigerung auf 230 Millionen Euro und dass der Bau sechs Monate später fertig wird.
Jüdisches MuseumVerzögerung könnte Stadt Köln 34 Millionen Euro Fördergeld kosten

Der Blick auf die Museumsbaustelle vor dem Historischen Rathaus
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Der Stadt Köln könnte der Verlust von bis zu 33,7 Millionen Euro Fördergeld drohen, wenn das neue Museum im Quartier (Miqua) vor dem Historischen Rathaus bis Ende 2028 nicht fertiggestellt ist. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung für den Hauptausschuss des Rates hervor, die sie am Freitag veröffentlicht hat. Das Gremium tagt am Montag.
Dadurch wird die Zeit knapp, damit das Fördergeld auf jeden Fall gesichert bleibt. Denn die vorgesehene Fertigstellung verzögert sich laut der Mitteilung um ein halbes Jahr auf „voraussichtlich“ Dezember 2028. Einen Zeitpuffer gibt es damit nicht mehr. Der Bau hatte 2015 begonnen. Ursprünglich wollte die Stadt als Bauherr das Museum zum 1. Januar 2019 an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Betreiber übergeben.
Weitere Probleme drohen
Weitere bedeutende archäologische Funde könnten den Bau wie in der Vergangenheit erneut verzögern. In der Vorlage heißt es, auf solche Entdeckungen müsse gegebenenfalls „auch baulich reagiert werden“, wenn sie von der Denkmalpflegekommission als schützenswert eingestuft würden.
Ob das Land NRW das Fördergeld tatsächlich zurückfordern würde, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Darin heißt es: „Eine Fertigstellung des Miqua nach diesem Termin könnte eine (teilweise) Rückforderung von Fördermitteln nach sich ziehen.“
600 Meter langer Rundgang
Das Miqua besteht aus dem oberirdischen Jüdischen Museum sowie einem 600 Meter langen unterirdischen Rundgang durch die Archäologische Zone.
Am Freitag bestätigte die Verwaltung in der Vorlage auch die Kostenexplosion von 190 auf 230 Millionen Euro, über die diese Zeitung am 16. Juli berichtet hatte. Als Grund nannte sie unter anderem die Kündigung des Stahlbauers im Jahr 2021. Dadurch verzögerte sich der gesamte Bauablauf, auch die Kosten für Baumaterial stiegen.
Die 33,7 Millionen Euro Fördergeld entsprechen 14,7 Prozent der Gesamtkosten von 230 Millionen Euro, 85,3 Prozent übernimmt also die Stadt. Vor elf Jahren sah das Verhältnis noch anders aus: Damals hatte das Land Fördergeld von 32,7 Millionen Euro versprochen. Das entsprach bei damals prognostizierten Gesamtkosten von 61,6 Millionen Euro rund 53,1 Prozent. Der städtische Eigenanteil ist damit von knapp der Hälfte der Gesamtkosten auf mehr als 85 Prozent gestiegen.
Über die Kostensteigerung stimmt der Hauptausschuss nicht ab. Die Vorlage dient lediglich der Information, das Gremium kann sie zur Kenntnis nehmen. Da das zuletzt bewilligte Budget von 190 Millionen Euro aufgebraucht ist, droht „ohne weitere Finanzmittel zeitnah der Baustopp“.
