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300.000 Euro FörderungKölner Klosterkirche wird ein Theater

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Barbara Schock-Werner, Vizepräsidentin der NRW-Stiftung, bei der Urkundenübergabe an Dr. Ralph Elster (r.), Vorsitzender Theater der Keller e.V., und Michael Meichßner, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Theaters der Keller.

Die NRW-Stiftung unterstützt das Theater der Keller beim Umbau der Heilig-Kreuz-Kirche in Köln.

Wo noch bis vor ein paar Jahren Gottesdienste gefeiert wurden, soll künftig der Vorhang aufgehen – dafür ist nun ein zentraler Baustein gesichert: Die NRW-Stiftung hat dem Theater der Keller jetzt eine Förderung von bis zu 300.000 Euro zugesagt. Mit dieser soll in der profanierten Kirche des Dominikaner-Konvents Heilig Kreuz an der Lindenstraße eine neue Spielstätte für das Kölner Theater entstehen. 

Vizepräsidentin der Stiftung, Barbara Schock-Werner, übergab die Urkunde in dieser Woche persönlich an den Trägerverein des Theaters. „Der Verein sichert durch sein Engagement den Fortbestand des denkmalgeschützten Gebäudes und bietet dort künftig eine einzigartige Kulisse für Theater, Konzerte und andere Kulturveranstaltungen“, so Schock-Werner.

Sakrale Atmosphäre soll erhalten bleiben

Mehr als 120 Jahre lang waren die Dominikaner im Belgischen Viertel ansässig. 2022 gab der Orden die Gebäude auf und verpachtete sie nun an das Theater der Keller. Um die insgesamt rund 1,8 Millionen Euro Gesamtkosten des Bauprojektes zu stemmen, braucht dieses wie berichtet zudem weitere Förderungen von der Stadt und dem Landschaftsverband Rheinland – und vor allem Spenden. Im Herbst sollen laut dem Trägerverein die Bauarbeiten beginnen. Das Haus soll ab der Spielzeit 2027/2028 eröffnen.

Geplant sind in dem früheren Gotteshaus zwei Theatersäle: einer im Hauptschiff mit fester Bestuhlung für 140 Zuschauende, ein zweiter, variabel nutzbarer für bis zu 100 Gäste im ehemaligen Altarraum. Die Hauptbühne soll dabei im Mittelschiff entstehen – das Publikum blickt von einer Art Tribüne nicht Richtung Altar, sondern in die Gegenrichtung. Beide Säle sollen nach dem Umbau barrierefrei erreichbar sein und moderne Veranstaltungstechnik erhalten. Ziel sei es, so wenig wie möglich baulich zu verändern, um die besondere Atmosphäre des ehemaligen Sakralbaus zu bewahren. Auch die Krypta könnte später als zusätzlicher Raum für Lesungen und Konzerte genutzt werden.

Theater der Keller: Sieben Jahre ohne Spielstätte in Köln

Das Theater der Keller wurde 1955 in einem Lindenthaler Luftschutzbunker gegründet und zählt zu den ältesten freien Bühnen Kölns. Angeschlossen ist eine der ältesten privaten Schauspielschulen Deutschlands. Nach 45 Jahren in der Südstadt ist das Theater ohne eigene Spielstätte seit sieben Jahren im Kulturzentrum Tanzfaktur in Deutz beheimatet.