Kranhaus im Kölner RheinauhafenPenthouse und Luxuswohnung finden keine Käufer

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Blick aus einer Kranhaus-Wohnung im 17. Stock

Köln: Blick aus einer Kranhaus-Wohnung im 17. Stock

Es sind die wohl exklusivsten Wohnungen in Köln, doch wegen der allgemeinen Krisenstimmung sind die Käufer zurückhaltend. 

Es sind schwierige Zeiten, selbst für Luxusmakler. Vor fast genau einem Jahr berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass es in Köln ein ganz außergewöhnliches Angebot gibt. Eines der vier Penthäuser auf dem Kranhaus im Rheinauhafen stand zum Verkauf, dazu noch zwei vollmöblierte Wohnungen im 17. Stock direkt darunter.

„So ein Angebot ist nur alle zehn Jahre auf dem Markt. Das ist einzigartig in Köln und in Deutschland“, sagte damals Tobias Schulze, einer der Geschäftsführer der NRW-Niederlassung von Sotheby’s International Realty mit Sitz in Köln. So begehrt und wertvoll wie seltene Ferraris seien solche Wohnungen. Der Preis für das Penthouse war und ist Diskretionssache, die Wohnungen wurden für 4,6 und 4,25 Millionen Euro angeboten.

Kölner Rheinauhafen: Millionen für Penthouse im Kranhaus geboten

Damals konstatierte der Makler, dass nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und der Inflation noch eine „gewisse Zurückhaltung“ bei den Käufern zu spüren sei, aber man doch merke, „dass alles wieder in ein ruhigeres Fahrwasser kommt“. Mithin rechnete man damit, dass die exklusiven Angebote in absehbarer Zeit Liebhaber finden würden.

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Doch nach einem Jahr fällt das Ergebnis ernüchternd aus. Zwar ist eine der Wohnungen im 17. Stock inzwischen veräußert worden. Doch für das Penthouse und die zweite Wohnung hat sich noch kein Käufer gefunden. „Sehr viele Kunden sind im Moment extrem zurückhaltend wegen stark gestiegener Zinsen, Energiegesetz und Zukunftsangst“, sagt Tobias Schulze. Und nun sei auch noch ein zweiter Krieg dazu gekommen. Für das Penthouse habe es zwar Angebote über „mehrere Millionen“ gegeben, doch die hätten weit unter dem angemessenen Preis gelegen.

Vor dem ersten oder zweiten Quartal des nächsten Jahres werde sich wohl nichts tun, schätzt Schulze. Doch zu einem „Schleuderpreis“ möchte der Besitzer das Penthouse nicht abgeben. Schließlich ist es 80 Quadratmeter groß und hat eine Designerküche. Über die vollverglasten Fronten hat man einen Ausblick vom Dom bis zum Siebengebirge. Es gibt eine 115 Quadratmeter große Dachterrasse mit Whirlpool und Kamin.

Kranhaus: Wohnung kostet 8500 Euro im Monat

Im Fall der Wohnung im 17. Stock gehe man jetzt in Absprache mit dem Eigentümer angesichts der Lage einen „flexiblen Vermarktungsweg“. Auch dieser Besitzer wolle die Wohnung nicht unter dem angesetzten Preis verkaufen. „Allein die Möblierung ist 250.000 Euro wert“, so Schulze. Das 168 Quadratmeter große Objekt wird nun erst einmal zur Miete angeboten – für 8500 Euro plus 1250 Euro Nebenkosten, also fast 10.000 Euro. Mindestmietzeit sind zwölf Monate.

Dass hier Stars oder wohlhabende Geschäftsreisende nur ein paar Wochen quasi wie in einem Edel-Airbnb residieren, sei nicht möglich. Für so kurze Zeiträume sei das Ein- und Auszugsprozedere zu aufwändig.

Für die Besitzer und die Makler heißt es nun, weiter Geduld zu haben. Neugierige, die das Penthouse und die Wohnung einfach mal sehen möchten, haben keine Chance. Denn wer die Objekte besichtigen will, wird zuvor auf seine Zahlungsfähigkeit geprüft.

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