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Kampagne in RiehlEin Veedel kämpft gegen die Aufkleber-Flut

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Ein mit FC‑Ultra-Aufklebern verunstaltetes Straßenschild steht vor einem Schulgebäude.

Ortsunkundige haben hier das Nachsehen: Vor dem Grundschulgebäude ist das Straßennamens-Schild der Garthestraße in voller Länge zugeklebt.

Uwe Grunert, Initiator von „Riehl putzmunter“, ärgert sich über die vielen Aufkleber im Stadtbild, insbesondere die, von den FC-Ultras.

„Ich frage mich, was das bringen soll oder wem damit geholfen ist“, sagt Uwe Grunert beim Rundgang durch die Riehler Ortsmitte und schüttelt den Kopf. „Läuft das unter Reviermarkierung oder vielmehr unter mutwilliger Zerstörungswut?“ Allein bei der kleinen Runde von der Stammheimer Straße über Riehler Gürtel, Garthestraße und Riehler Tal finden sich zahlreiche Objekte im Straßenraum, die von Aufklebern übersät sind. Die Sticker, speziell aus der FC-Ultraszene, sind in vielen Veedeln ein Ärgernis, doch im Riehler Zentrum fallen gleich mehrere Stellen besonders negativ auf. 

Spielplatzschild ist vollkommen zugeklebt mit FC-Stickern

So ist an der Ecke Garthestraße/Philipp-Wirtgen-Straße das Spielplatz-Hinweisschild mit FC-Aufklebern und Graffiti-Tags teilweise unkenntlich gemacht. Die städtische Spielplatznummer für das Areal, für Meldungen von Schäden oder Verunreinigungen, ist wegen Aufklebern und Sprayer-Signaturen unleserlich. Gegenüber, vor dem Eingang zur Gemeinschafts-Grundschule (GGS) Garthestraße, ist ein Straßennamens-Schild in voller Länge mit „Ultras FC“-Stickern zugeklebt – wer ortsunkundig ist und eine Adresse sucht, hat hier das Nachsehen. 

Eine Gruppe von Erwachsenen und Kindern steht hinter mehreren vollen Müllsäcken.

Aktive am Aufräumtag „Riehl putzmunter“ sammelten viele Säcke voll Müll.

Um die Ecke sind die Eingangstür und die früheren Karten-Aushangkästen der seit vielen Jahren geschlossenen Kneipe „Riehler Eck“ ebenfalls mit Aufklebern, überwiegend aus der FC‑Fanszene, zugeklebt. Wiederum einige Meter weiter, an der Kreuzung Riehler Tal / Stammheimer Straße, hat sich ein Fanboy der FC-Klublegende Hans Schäfer ausgetobt, der offenbar eine ganze Kiste Aufkleber zu Weihnachten oder zum Geburtstag geschenkt bekommen hat: Neben etlichen Schildermasten hat er auch die blau-weißen Reflektorensäulen, die auf den Zebrastreifen aufmerksam machen sollen, mit den länglichen Aufklebern überklebt.

„Zu verschenken“-Boxen nerven Anwohner in Köln-Riehl

Ein weiteres Ärgernis, so Grunert, seien die immer mehr zunehmenden Sperrmüllablagerungen vor den Häusern, als „Zu verschenken“-Boxen deklariert. „Wenn ich so etwas sehe, gebe ich der Stadt direkt per Sag’s-uns-App Bescheid“, berichtet das Mitglied des Riehler SPD-Ortsvereins und frühere Nippeser Bezirksvertreter. „Meistens kommt die AWB den Krempel dann schnell abholen.“

Bei der jüngsten Auflage des Veedels-Putztags „Riehl putzmunter“, den Grunert mit seiner Frau Angelika seit 2017 halbjährlich organisiert, sammelten die 37 Mitstreitenden, darunter 15 Kinder, in zwei Stunden nicht nur 22 Säcke voller Unrat, sondern nahmen sich erstmals gezielt auch verschmutzte Schilder- und Laternenmasten vor. Rund 20 Masten konnten so von Aufklebern sowie uralten privaten Aushangzetteln gesäubert werden – dennoch reichte die Zeit bei weitem nicht, um alle Säulen zu reinigen. An die Fläche von Verkehrsschildern traute sich das Team zudem nicht heran, wegen der möglichen Zerstörung der reflektierenden Oberflächen beim Entfernen der Aufkleber; hier müsse die Stadt oder die AWB tätig werden. 

„Eigentlich ist Riehl ein relativ sauberer Stadtteil“, bilanziert er. Dennoch sei es frustrierend zu sehen, wenn etwa am Riehler Plätzchen Kronkorken, Pizzakartons und anderer Abfall entsorgt würden, obwohl  nur zwei Meter entfernt ein Mülleimer stehe. Nun will er überlegen, was sich politisch tun lässt. Die Mitmenschen im Veedel bittet er, ebenfalls die „Sag's uns“-App der Stadt rege zu nutzen.