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Kampagne „Nolympia“Kölner Naturschützer vom BUND lehnen Olympia-Bewerbung ab

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Dr. Helmut Röscheisen (li.) und Sabine Hammer vom Kölner BUND.

Dr. Helmut Röscheisen (li.) und Sabine Hammer vom Kölner BUND.

Mit der Kampagne „Nolympia“ wollen die Umweltschützer über Umweltbelastungen und Kosten aufklären.

Die Kölner Kreisgruppe des „Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) spricht sich gegen Olympische Spiele aus, wie sie sich die nordrhein-westfälische Landesregierung vorstellt. Mit der Kampagne „Nolympia“ will die Organisation im Vorfeld einer Bürgerbefragung am 19. April vor allem über Umweltbelastungen und Kosten aufklären. Während Ministerpräsident Hendrik Wüst am kommenden Montag eine Werbekampagne für die Spiele an Rhein und Ruhr startet, tritt der BUND auf die Bremse.

Das Konzept, mit dem NRW in das Bewerbungsverfahren gehen will, sieht 17 Städte an Rhein und Ruhr als Austragungsorte für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vor. Eine besondere Rolle soll Köln als „Leading City“ zukommen, hier sind unter anderem das Olympische Dorf und ein Leichtathletikstadion für 50.000 Besucher geplant.

Bewerbung für Olympia: Entscheidung fällt im September

Beides solle auf einer 80 Hektar großen Fläche in Kreuzfeld im Norden Kölns errichtet werden, so BUND-Vorstandsmitglied Helmut Röscheisen. „Wertvollste landwirtschaftliche Böden“ in einem „Kaltluftentstehungsgebiet“ würden versiegelt, sollten die Spiele nach Köln kommen. Das ist jedoch ungewiss, denn auch Berlin, Hamburg und München haben beim „Deutschen Olympischen Sportbund“ (DOSB) ihre Bewerbungen eingereicht.

Die Entscheidung, mit welcher Stadt beziehungsweise Region sich der DOSB beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bewirbt, fällt im September. Dabei spielen auch die Bürgerbefragungen eine wichtige Rolle, die in NRW in allen 17 beteiligten Kommunen stattfinden. München hat bereits zugestimmt: 66,4 Prozent votierten für eine Olympia-Bewerbung der Stadt.

BUND spricht sich gegen Bewerbung Kölns aus

Der BUND wirbt dafür, eine Beteiligung Kölns am Bewerbungsverfahren abzulehnen. „Wir sind nicht gegen die Olympischen Spiele“, so Helmut Röscheisen. Doch in dieser Form seien sie nicht „generationengerecht“. Die vorgesehene Flächenversiegelung in Kreuzfeld widerspreche dem Klimanotstand, den der Rat ausgerufen habe, und sei deshalb „völlig inakzeptabel“. Vor allem die jüngere Generation werde auch durch die Kosten belastet, die die Spiele für die Kommunen bedeuteten.

„Bei sämtlichen Olympischen Spielen gab es immer Kostensteigerungen“, so Sabine Hammer vom BUND Köln. Das IOC bürde den ausrichtenden Städten das gesamte finanzielle Risiko auf. In Köln, ohnehin finanziell angeschlagen, drohten zusätzliche Ausgaben in Milliardenhöhe. Mittel, die zur Sanierung maroder Schulen, Schwimmbäder oder Kindergärten fehlten. Wirtschaftliche Impulse seien hingegen nicht zu erwarten, Studien von Wirtschaftsforschungsinstituten stützten diese Vermutung. Durch die erwartbaren Verkehrsprobleme seien sogar Belastungen zu befürchten, so Hammer.

Der BUND will die „Nolympia“-Kampagne vor allem über die sozialen Medien verbreiten. Von den negativen Folgen seien schließlich vor allem Jüngere betroffen. Helmut Röscheisen schlägt vor, Olympische Sommer- und Winterspiele künftig an einem festen Ort zu veranstalten, den die Vereinten Nationen festlegen: „Dadurch können sie ganz viel Zerstörung vermeiden.“