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Olympia-Aus – Und jetzt?Die „Allianz Kölner Sport“ wirft der Politik „Ideenlosigkeit“ vor

3 min
Blick auf die Füße von Teilnehmern des Köln Marathons 2026

Teilnehmer des Köln-Marathons 2026

Helmut Schaefer, Vorsitzender des Kölner Stadtsportbundes, kritisiert die im Haushaltsentwurf der Stadt geplanten Kürzungen für den Sport.

Der Köln-Marathon hat Anfang Oktober wieder eindrücklich gezeigt, wie der Sport über den Fußball hinaus die Menschen in Köln bewegen kann: Rekordbeteiligung bei schönstem Sonnenschein und beste Laune bei den Unterstützern am Wegesrand. Von einem Olympia-Hangover nach dem gegen München verlorenen Entscheid um den deutschen Kandidaten für die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele war nichts zu spüren. Die „Allianz Kölner Sport“ allerdings ist in Sorge, dass nach der Olympia-Euphorie nun wieder schlechte Zeiten für den Sport in Köln drohen.

Zwar gebe es in der aktuellen Stadtspitze um Oberbürgermeister Torsten Burmester „eine deutlich höhere Wertschätzung für den Sport“ als unter seiner Vorgängerin Henriette Reker, sagte Helmut Schaefer, der Vorsitzende des Kölner Stadtsportbundes: „Das nehmen wir wahr und das tut uns gut.“ Aber man befürchte, dass der Elan nun verloren gehe. „Was soll das Erbe dieser Olympiabewerbung sein?“, fragte Schaefer: „Da erleben wir die Politik als vollkommen ideenlos.“

Der „Allianz Kölner Sport“ gehören neben dem Stadtsportbund mit seinen über 660 Mitgliedsvereinen auch Profiklubs wie der 1. FC Köln und die Kölner Haie und als Veranstaltungs-Location die Lanxess-Arena an. Die Allianz hat sich 2020 gegründet, um den Sport gegenüber der Politik zu vertreten. Tomasz Grenke, Kommunikations-Chef der Lanxess-Arena, erinnerte daran, dass eine Kölner Wirtschaftsinitiative im Rahmen der Olympiabewerbung eine siebenstellige Summe zusammengetragen habe: „Wir hatten ein Jahr lang Aufbruchstimmung hier in Köln, warum können wir das nicht weiter mit Leben füllen und den Jugend- und Breitensport unterstützen?“

Einsparungen von gut einer Million Euro im Kölner Sport

Im Haushaltsentwurf der Stadt für die Jahre 2027 und 2028, für den die Politik aktuell mögliche Änderungen diskutiert und über den am Freitag im Haushaltsausschuss entschieden werden soll, bleibt auch der Sport nicht von Kürzungen verschont. Es geht um Einsparungen von etwas mehr als einer Million Euro. So sollen etwa die Ausgaben für den Sportentwicklungsplan (140.000 Euro) komplett gestrichen werden, dem Kölner Renn-Verein (300.000 Euro) und dem Eissport (200.000 Euro) sollen keine Zuschüsse mehr gezahlt werden, Kölner Spitzensportler (100.000 Euro) sollen nicht mehr gefördert und die Sportstättenunterhaltungsbeihilfe für Sportvereine soll um 200.000 Euro gekürzt werden.

Die Ausgaben für die Sportförderung insgesamt erhöhen sich von 42,7 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 47,2 und 48,9 Millionen Euro für 2027 und 2028. Das liegt allerdings vor allem an einem höheren Ausgleich der Verluste der Kölner Sportstätten, dieser steigt von 6,8 Millionen Euro (2026) auf 10,5 und 11,1 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren. Im Haushaltsentwurf wird das mit dem Bau des Radsportzentrums in Müngersdorf begründet.

Die Kölner Sportstätten GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Köln und mit der Vermarktung und Vermietung von Rhein-Energie-Stadion, Südstadion, Stadion Höhenberg, dem Reit- und Baseballstadion, der Öffentlichen Golfanlage Roggendorf und eben des im Bau befindlichen Radstadions betraut. Für die regelmäßigen Verluste hat Stadtsportbund-Chef Schaefer wenig Verständnis. Er sagt: „In Düsseldorf zum Beispiel wird mit der städtischen Betreibergesellschaft Geld verdient.“

Oliver Seeck (SPD), Vorsitzender des Kölner Sportausschusses, zeigte Verständnis für den Unmut der „Allianz Kölner Sport“. Die Kritik an den geplanten Kürzungen sei berechtigt und man habe das bei den Verhandlungen zum Nachtragshaushalt thematisiert: „Ich bin optimistisch, dass wir eine Verbesserung für den Sport erreichen“, sagte Seeck. Aber: „Der Sport wurde in Köln zehn Jahre lang vernachlässigt. Wenn man dann einen so desolaten Haushalt vorfindet, ist es schwierig, den Schalter sofort umzulegen.“