Die Stadt Köln setzt ihre Baumaßnahmen zum Einbau eines Hochwasserschutztores an der Mindener Straße in Deutz und zur Sanierung der U-Bahn-Stationen „Bahnhof Deutz/Messe“ in den Herbstferien fort. Die Stadtbahnlinien 1 und 9 müssen deshalb erneut getrennt werden. Zusätzlich zu den Baustellen in Deutz wird auch am Neumarkt eine Weiche ausgetauscht. Deshalb muss auch die Linie 7 von Samstag, 17. Oktober, etwa 3 Uhr, bis Mittwoch, 21. Oktober, circa 3 Uhr, getrennt werden.
Das hat Auswirkungen auf die Fahrgäste, die von Porz aus mit der Linie 7 auf die andere Rheinseite wollen. Die aus Zündorf kommenden Bahnen der Linie 7 fahren lediglich bis zur Haltestelle „Deutzer Freiheit“ und anschließend zurück nach Zündorf. Die aus Frechen kommenden Bahnen der Linie 7 fahren bis zur Haltstelle „Rudolfplatz“ und anschließend zurück nach Frechen. Im nicht durch Stadtbahnen befahrenen Streckenabschnitt wird ein Ersatzbusverkehr mit der Nummer 101 eingerichtet.
Immerhin bis zur Haltestelle „Deutzer Freiheit“ mag so mancher Fahrgast aus Porz denken. In den Sommerferien sah das anders aus. Da war die Linie 7 wegen Arbeiten an der Deutzer Brücke mehrere Wochen lang nicht gefahren. Fahrgäste mussten auf einen Ersatzbus zurückgreifen.
Porzer Politiker sind verärgert
Aus der Porzer Politik gab es dafür bereits im Vorfeld heftige Kritik. Bezirksbürgermeister Lutz Tempel hatte sich verärgert gezeigt, dass die Informationen zu dem Vorhaben sehr spät weitergegeben wurden. In einer Aktuellen Stunde der Bezirksvertretung Porz hatten auch Vertreter der Fraktionen CDU, SPD, Grüne und Volt ihrem Ärger Luft gemacht. Geändert hatte sich dadurch aber nichts mehr an der Sperrung mit Ersatzbusverkehr.
Damit sich das aber nicht wiederholt, soll die mehrwöchige Sperrung der Stadtbahnlinie 7 im Sommer umfassend ausgewertet werden. So lautet eine Forderung der SPD. Die hat in der Bezirksvertretung Porz einen Antrag eingebracht, der vom gesamten Gremium mitgetragen wurde.
Bei künftigen, längerfristigen Sperrungen der Linie 7 zwischen Zündorf, Porz, Poll und der Kölner Innenstadt soll frühzeitig eine Bestandsaufnahme durch KVB und Stadtverwaltung durchgeführt werden. Dabei soll geprüft werden, ob weitere Arbeiten im Zuge einer Sperrung durchgeführt werden können. Gemeint sind unter anderem Arbeiten an Gleisen, Weichen oder Oberleitungen, aber auch Sanierung von Haltestellen, Arbeiten im Straßen- und Gleisbereich. Zusätzliche Baumaßnahmen im Zusammenhang mit einer längerfristigen Sperrung sollen verbindlich geplant und umgesetzt werden. Kommt es zu Änderungen, will die Bezirksvertretung davon umgehend unterrichtet werden.
Auch im Bereich des Ersatzverkehrs sieht die Politik Verbesserungspotenzial. Sie plädiert einerseits für eine „beschleunigte Ersatzbusverbindung“. Die soll mit möglichst wenig Zwischenhalten zwischen Zündorf, Porz-Markt und Deutz verkehren. Endhaltestelle soll am Deutzer Bahnhof sein. Andererseits soll es ergänzend zur Schnellverbindung einen zweiten Ersatzbus geben. Die soll Zündorf mit Porz inklusive dem Porzer Bahnhof, Ensen, Westhoven und Poll verbinden und möglichst eine direkte Weiterfahrt in Richtung Innenstadt ermöglichen.
Nicht außer Acht lassen sollen KVB und Verwaltung auch den „normalen“ Straßenverkehr. Deswegen soll geprüft werden, ob frühzeitig temporäre Busspuren, Halte- und Parkverbote helfen können, dass die Busse schneller an ihr Ziel kommen. In dem Zusammenhang sollen auch alternative Streckenführungen geprüft werden, wodurch besonders stauanfällige Bereiche umfahren werden können. Kritik gab es auch an der Informationspolitik von KVB und Verwaltung. Deswegen will die Bezirksvertretung Porz frühzeitig über Planungen von längerfristigen Sperren informiert und eingebunden werden.


