Urnen mit Charakter entwirft Candida Stapf. Die von Hand gefertigten Asche-Gefäße sollen den Verstorbenen in alle Ewigkeit begleiten.
Schöner sterbenKölnerin gestaltet individuelle Urnen

Candida Stapf gestaltet Urnen nach ganz persönlichen Vorstellungen.
Copyright: Sandra Milden
Mit einer Urne eine persönliche Geschichte zu erzählen, hat sich Candida Stapf zur Aufgabe gemacht. „Ich finde, Urnen sollten die Persönlichkeit des Verstorbenen ausdrücken. Ich nenne meine Urnen auch „petite maison“. Es ist das letzte kleine Haus, das persönlich gestaltet werden kann“, erklärt Stapf ihre Idee.
Die Auseinandersetzung mit der Gestaltung einer persönlichen Urne kam erstmals 2009 bei der Beerdigung ihrer Großmutter auf, die Schauspielerin und Synchronsprecherin war. Für die heute 64-Jährige Stapf war es vor 17 Jahren ihre erste Urnenbeisetzung. „Die Asche steckte in einer braunen, nichtssagenden Urne. Das hat mich völlig schockiert. Meine Oma war so exzentrisch und ich dachte mir, die Urnen müssen doch den Charakter des Verstorbenen widerspiegeln.“
Bestattung kann geplant werden
„Was hat diesen Menschen ausgemacht?“ lautet deshalb heute ihre Fragestellung. Zwei Jahre hat sie sich mit dem Bestattungswesen auseinander gesetzt. Seitdem fertigt sie kompostierbare, persönliche Urnen, die auch für eine Baumbestattung geeignet sind.
Am liebsten unterhält sie sich noch zu Lebzeiten mit den Menschen über ihre Vorstellung ihrer eigenen Beerdigung. „Alles wird geplant, aber um die eigene Bestattung möchte sich niemand kümmern oder darüber reden. Dabei ist es das einzige, was man wirklich richtig planen kann, denn sie kommt so oder so.“

Individuelle Urnen bringen die Persönlichkeit des Verstorbenen zum Ausdruck.
Copyright: Sandra Milden
Stapf ist gelernte Schreinerin, damals eine der ersten Frauen, die eine solche Lehre gemacht haben. Sie war als Dekorateurin, Stylistin und später Ausstatterin für Film und TV. Nebenbei hat sie vier Kriminalromane geschrieben, arbeitet als Künstlerin, fertigt Schnittbilder und lebt seit drei Jahren in Köln-Weiß. „In der Schule hat mich eigentlich immer nur Kunst, Religion und Deutsch interessiert. Das hat sich bis heute nicht geändert.“
Candida Stapfs Urnen sind aus Papier, daher kompostierbar
Die Urnen, die sie kreiert, sind ganz leicht und werden mit Liebe zum Detail aus verschiedenen Papieren gestaltet. Sie bilden dann die Umhüllung der Aschekapsel oder des Asche-Säckchens. Von Oboen, Schmetterlingen, Karnevalsmotiven bis zu Kindheitsidolen, hat Stapf schon so einiges in Papier umgesetzt. Es ist die gleiche Technik, die die Künstlerin auch für ihre Schnittbilder verwendet, bei denen, meist japanisches oder venezianisches Papier in Form gebracht wird. Die Farbzusammenstellung dauert genauso lang wie die Idee. Gut eine Woche dauert es die Fertigstellung. Eine persönlich angefertigte Urnenfassung kostet bei ihr 250 Euro, weil sie möchte, dass sich jeder Mensch eine individuell gestaltete Urne leisten kann. Daneben fertigt Stapf auch Tierurnen. Die sind allerdings aus Keramik, damit die Tierliebhaber sie zu Hause aufbewahren können.
Stapf selbst weiß ganz genau, wie sie bestattet werden möchte. „Ich möchte einfach, dass noch viel mehr Menschen zu Lebzeiten oder für ihre Angehörigen ihre Wünsche formulieren“, sagt sie. Als sie vor über 15 Jahren mit den Urnen anfing, war sie einfach noch zu früh damit beschäftigt. Erst in den letzten Jahren habe man sich von den konventionellen Bestattungen immer mehr befreit. Aus der Vitrine verkaufen möchte sie ihre Kunstwerke dennoch nicht. „Der Sinn ist ja eben eine sehr individuelle Gestaltung.“ Termine zu Beratungen können telefonisch vereinbart werden. Telefon: 0172 7411082
