Die Wiese zwischen Brück und Dellbrück ist so viel mehr als ein Hundeklo.
Wofür ich Köln liebeEine Stück Grün zum Durchatmen

Die „Hundewiese“ zwischen Brück und Dellbrück an der Grenze zum Bergisch Gladbacher Stadtteil.
Copyright: Susanne Rohlfing
Wiesen wie diese geraten schnell in Verruf. Sie werden als „Hundeklo“ verunglimpft und von Joggern gemieden. Vierbeiner und ihre Besitzer gelten ja gern mal als schwierig. Die einen unerzogen, die anderen rücksichtslos. Und auf dem Stück Grün zwischen Brück und Dellbrück, direkt an der Grenze zum Bergisch Gladbacher Stadtteil Refrath, gibt es von beiden reichlich. Trotzdem liebe ich diese Wiese.
Ich habe sie schon gemocht, bevor die Labradoodle-Dame Käthe bei uns einzog. Mit den fast täglichen Besuchen wurde aus der oberflächlichen Freundschaft eine tiefe Liebe. Genährt wird sie fast jeden Morgen um kurz vor Acht, wenn wir aus dem Wald herauskommen und der Blick sich weitet. Hier kann ich durchatmen, auch wenn das Rauschen der nahen Autobahn 4 in Richtung Olpe beständig daran erinnert, dass die Zivilisation nicht fern ist. Oder vielleicht auch gerade deshalb. Die Wiese ist eine kleine Flucht aus dem Großstadttrubel. Raus aus dem Grau, rein ins Grün.
Kreise, Achterschleifen oder Zicksackkurs auf der Hundewiese zwischen Brück und Dellbrück
Hier marschieren wir über Trampelpfade und drängen uns nicht auf Asphalt durch die Menge. Einer führt rund um die freie Grünfläche, einer mittendurch, dazu gibt es ein paar Querverbindungen. Man kann also täglich wählen, wie man gehen möchte: ganzer Kreis, halber Kreis, rechtsrum oder linksrum, Achterschleife oder Zickzackkurs. Spontane Anpassungen sind jederzeit möglich und stark abhängig von jenen Hunden und Besitzern, die ebenfalls auf der Wiese sind. Manche möchten wir treffen, andere nicht.
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Es gibt diese wunderbaren Tage, wenn der Frühnebel eine mystische Stimmung herbeizaubert. Dann schmerzt die Liebe schon fast, so überwältigend ist sie. Manchmal steigt die Sonne langsam hinter den Bäumen auf und schiebt sich in einen knallblauen Himmel. Das macht gute Laune für den Rest des Tages. Aber auch wenn es regnet, stürmt oder schneit, kann ich hier den Alltagsstress ins Nirwana schicken.
Frühmorgens ist oft kaum etwas los, da gibt die Wiese Seelenfrieden. Wenn es voller wird, schenkt sie Geselligkeit. Viele Hunde, Frauchen und Herrchen sind Welten besser als ihr Ruf. Was hat Käthe hier schon fröhlich mit Artgenossen gespielt. Und was habe ich hier immer wieder für lustige, berührende, informative Gespräche geführt. Über Hunde und ihre Zipperlein, klar. Aber auch über die Liebe, das Leben und neulich sogar die Vor- und Nachteile des Kommunismus. Es war eine sehr anregende, wenn auch kontroverse Unterhaltung.
Ich wollte nie einen Hund. Käthe ist ein Zugeständnis an unsere Kinder. Die mögen die Wiese auch. Zum Blumen pflücken im Frühling, zum Plantschen im Bach und Klettern auf den Heuballen im Sommer, zum Drachen steigen lassen im Herbst und zum Schneemannbauen im Winter. Und in Hundekacke ist noch keiner von uns hier jemals getreten.


