Ziel des KlimaratsAb 2030 Zulassung nur noch für emissionsfreie Autos in Köln

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Elektroauto

Ein Elektroauto wird aufgeladen.

Köln – Klimaschutz ist eines der dringlichsten Gebote unserer Zeit, darüber besteht weitgehend Konsens. Aber Klimaschutz ist auch ein zähes Geschäft. Das musste auch der im April 2020 gegründete Klimarat Köln erfahren. Das Bündnis, ein beratendes Expertengremium mit zwölf Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Wohnungsbau, Stadtgesellschaft und Verwaltung, möchte Unternehmen, Institutionen und Bürgern Impulse geben, um Köln in der mittelfristigen Zukunft klimaneutral zu bekommen. Nun hat der Klimarat das erste Jahr seines Bestehens darauf verwandt, seine Ziele zu formulieren. Sie sollen dazu dienen, Unternehmen, Verbände, Bürger, Verwaltung und Politik dazu zu bewegen, ihre Bemühungen um den Klimaschutz deutlich zu steigern.

„Deutschland hat als Ziel ausgegeben, bis 2050 klimaneutral zu sein. Wir möchten das in Köln deutlich früher erreichen“, sagt Umweltdezernent Harald Rau bei der Vorstellung der ersten Jahresbilanz des Klimarats. Klimaschutz sein unverzichtbar um Wirtschaftskraft, hohe Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Stadt zu erhalten. Oder wie es Oberbürgermeisterin Henriette Reker in einer Videobotschaft formulierte: Köln müsse sich „enkeltauglich aufstellen.“ Bis 2030 möchte der Klimarat erreichen, dass die Treibhausgas-Emissionen im Bereich Gebäude um 67 Prozent sinken, bei der Energieversorgung um 62 Prozent, in der Industrie im 51 Prozent, im Sektor Mobilität um 42 Prozent zu senken.

Photovoltaik auf den Dächern

Der Rat hat Projektgruppen gegründet mit dem Ziel, die Treibhausgas-Emissionen Kölns in den Bereichen Energie, Gebäude, Industrie, Mobilität und Logistik sowie Ernährung und Konsum stark zu reduzieren. Die Gruppen schlagen unter anderem vor, bis 2025 auf allen städtischen Bestandsgebäuden mit geeigneten Dächern Photovoltaik-Anlagen zu errichten. Auch auf Freiflächen soll die Stadt ihr Potenzial an Solar-, Wind- und Biomasseenergie bis 2040 komplett ausschöpfen oder zumindest deutlich besser nutzen. Private Immobilienbesitzer und Genossenschaften bräuchten Unterstützung für die umfassende energetische Sanierung von Häusern. „Denn Dämmen allein reicht nicht“, betont Marion Sett von der Köln AG, der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen. Noch in diesem Jahr soll eine „Solaroffensive“ starten, bei der die Stadtverwaltung, die Rhein-Energie und die Handwerkskammer eine Anlaufstelle bieten, in der Bürger über Photovoltaik-Anlagen beraten werden, kündigt Dieter Steinkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung des Stadtwerke-Konzerns, an.

Der Öffentliche Nahverkehr, der Radverkehr und Fußgänger sollen weiter gestärkt, der motorisierte Individualverkehr massiv umweltfreundlicher werden. Unter anderem hat der Klimarat das Ziel ausgegeben, das in Köln ab 2030 ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge neu zugelassen werden und bis 2040 die Ladeinfrastruktur von Elektroautos auf 12.800 Ladepunkte wächst. Bei der Energieversorgung soll unter anderem die Fernwärme gefördert werden. Die Industrie soll mehr auf erneuerbare Energien und Wasserstoff setzen.

Umweltpreis „Kölner Siegel“

Der Klimarat möchte bei Unternehmen und Händlern Anreize schaffen, ihre Warenströme nachhaltiger zu gestalten und auf regionale Produzenten und Produkte zu setzen. Für Bürger soll mehr Urban Gardening möglich sein. Bildungsangebote sollen zu mehr Umweltbewusstsein animieren, und bis 2023 wird ein Kölner Siegel entwickelt, mit dem etwa Schulen und Kitas, Kantinen und Gastronomiebetriebe ausgezeichnet werden, wenn sie besonders klimafreundlich und nachhaltig agieren.

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Für alle Vorhaben gilt, dass die Zeit drängt, sind sich die Mitglieder des Klimarats einig. „Mit dem Klima lässt sich nicht verhandeln“, sagt Sebastian Mayer, der für die Vereinigung Scientists for Future in dem Gremium sitzt.

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