An der Trankgasse sollen Autofahrer künftig auf zwei Spuren links abbiegen können. Die Maßnahme soll gegen den Dauerstau helfen.
Stau an der TrankgasseZweite Linksabbiegespur am Kölner Dom kommt in der nächsten Woche

Die Bauarbeiten am Domsockel entlang der Trankgasse laufen.
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Mobilitätsdezernent Ascan Egerer hat am Dienstag (23. Juni) eingeräumt, dass sein Plan, mit einer zusätzlichen Linksabbiegespur an der Trankgasse den Stau im Domumfeld zu reduzieren, bereits aus dem vergangenen Jahr stammt.
„Die Verwaltung setzt die Empfehlung einer zweiten Linksabbiegespur aus einem Verkehrsgutachten um“, teilt ein Stadtsprecher auf Anfrage mit. Darüber hatte diese Redaktion zuerst Anfang Dezember 2025 berichtet.
Ein Radweg fällt für die neue Abbiegespur künftig weg
Warum das Mobilitätsdezernat die Empfehlung monatelang nicht umgesetzt hat, beantwortete sie nicht. Nun soll es dafür schnell gehen: Die Markierungsarbeiten für die neue Abbiegespur sollen bereits in der kommenden Woche von Dienstag (30. Juni) bis Donnerstag (2. Juli) jeweils nachts stattfinden. Für die Abbiegespur soll ein Radweg entfallen.
Konkret geht es um den Abschnitt der Trankgasse, der von der Rheinuferstraße abzweigt. Mit der neuen Abbiegespur soll der Zufluss in Richtung der Parkhäuser rund um den Dom verbessert werden. Auf den Abfluss aus den Parkhäusern hat die neue Spur allerdings keinen Einfluss – etwa nach Konzerten in der Philharmonie, wenn viele Autofahrer gleichzeitig ausfahren. Georg Plesser, Direktor des Excelsior Hotel Ernst an der Trankgasse, geht deshalb davon aus, dass es auch weiterhin zu Stau kommen wird. „Das bringt aus meiner Sicht nur sehr bedingt etwas. Die Parkhäuser werden schneller gefüllt sein als bislang, aber es wird sich hier trotzdem weiter stauen“, sagt er.

Aufgrund der Verkehrssituation rund um die gesperrte Trankgasse und den sogenannten Gulliver-Tunnel kommt es regelmäßig zu gewaltigen Rückstaus. (Archivbild)
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Mobilitätsdezernent Egerer hat deshalb zusätzlich technische Verbesserungen an den Parkhauseinfahrten angekündigt. Denkbar sei etwa eine Kennzeichenerfassung statt einer Schranke an der Zufahrt des Parkhauses, so das Mobilitätsdezernat. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist aber unklar. „Zunächst wird geprüft, ob weitere Anpassungen noch notwendig sind, wenn das zweistreifige Linksabbiegen möglich ist“, teilt der Stadtsprecher mit.
Gulliver-Tunnel bleibt weiter gesperrt – keine Prognose möglich
Ein Grund dafür, dass sich die Stausituation an der Trankgasse in den vergangenen Monaten noch weiter verschärft hat, ist die Sperrung des maroden Gulliver-Tunnels im März dieses Jahres. Autofahrer können seitdem nicht mehr von der Trankgasse aus in nördlicher Richtung auf die Rheinuferstraße fahren, um etwa zur Zoobrücke zu gelangen. Sie müssen die Rheinuferstraße in südlicher Richtung nutzen und dann an der Severinsbrücke wenden, um wieder zurück nach Norden zu fahren.

Die Stadt Köln hat den Gulliver-Tunnel in der Innenstadt gesperrt. (Archivbild)
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Hatte das Mobilitätsdezernat im März noch gesagt, dass die Sperrung mindestens drei Monate andauern werde, gibt es drei Monate später überhaupt keine konkrete Prognose mehr. „Da der beauftragte Untersuchungsbericht zum Schaden noch nicht vorliegt, kann eine Dauer und ein Umfang der Sanierung noch nicht abgesehen werden – das gilt ebenso für die Sperrung“, sagt der Stadtsprecher. Das Dezernat erwarte den Untersuchungsbericht „in Kürze“.
Bis zum Abschluss der Tunnelsanierung wird die Abfahrt für den Autoverkehr also nicht mehr zur Verfügung stehen. Bleibt die Frage, warum das Mobilitätsdezernat die Trankgasse nicht zumindest bis dahin wieder für den Autoverkehr freigibt. Vor drei Jahren hatte Egerer die Straße am Dom in eine Fahrradstraße umgewandelt. „Die Kreuzung Trankgasse/Marzellenstraße wird stark vom Fußverkehr genutzt und ist auf die Bedarfe der Nahmobilität ausgelegt. Eine Anpassung der Verkehrsführung wäre mit größeren Markierungsarbeiten und gegebenenfalls einer Anpassung der Lichtsignalanlage verbunden“, sagt der Stadtsprecher.
Das Mobilitätsdezernat verweist zudem darauf, dass der Stadtrat in der Sitzung am 19. März dieses Jahres Anträge von FDP/KSG und CDU zur Öffnung der Trankgasse für den Autoverkehr abgelehnt hatte. Dagegen stimmten damals Grüne, SPD, Linke, Volt, die Gruppe Die Partei und Einzelmandatsträger Peter Jüde.
Damit bleibt es vorerst bei einer kleinen Korrektur an der Trankgasse – während die Stausituation rund um den Dom voraussichtlich weiter ungelöst bleiben wird.

