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lit.CologneWarum Colson Whitehead Diebstahl für das Erbe New Yorks hält

2 min

Colson Whitehead auf der lit.Cologne Spezial, links Moderator Tobias Rüther, rechts Schauspieler Richard Barenberg

Der US-Autor („Underground Railroad“) las, plauderte und schimpfte über Donald Trump im Großen Sendesaal des WDR.

Darüber, wie er den Abschluss seiner Harlem-Trilogie um Ray Carney – Möbelhändler und Hehler – richtig hinbekommt, hat Colson Whitehead schon vor Jahren nachgedacht, als er am ersten Buch, „Harlem Shuffle“, saß. Im Großen Sendesaal des WDR unterhielt sich der New Yorker Autor („Underground Railroad“) jetzt mit Tobias Rüther im Rahmen der lit.Cologne Spezial über das Finale der Reihe. „Cool Machine“ ist vor wenigen Tagen bei Hanser erschienen, Richard Barenberg las aus der Übersetzung von Nikolaus Stingl.

Für ihn als Gen-Xler, sagte Whitehead, war „Star Wars“ seine Ur-Trilogie, woraus sich viele Lehren ziehen ließen: „'Star Wars' war großartig, 'Das Imperium schlägt zurück' noch besser. Und 'Die Rückkehr der Jedi-Ritter' ist dann einfach nur schlecht.“ Im Idealfall, scherzt Whitehead, sollte man also mit einer Art „Das Imperium schlägt zurück Plus“ enden: „Zum Beispiel mit einer Liebesszene mit Chewbacca. Etwas Geschmackvolles, es muss nicht explizit sein.“

Eine tausendseitige Sittengeschichte des schwarzen New York

Der flapsige Ton des zweifachen Pulitzer-Preisträgers kann nicht über den enormen Ehrgeiz des Projektes hinwegtäuschen: Die drei Krimis bilden eine tausendseitige Sittengeschichte des schwarzen New York, von den frühen 60ern bis zu den späten 80ern – und zugleich eine Mikrohistorie seiner Moden und Verbrechen, Politik und Popkultur – und seines Einzelhandels.

Ob er glaube, dass das heutige New York – von der Kunstszene bis zum Immobilienmarkt – in den 80er Jahren geprägt wurde, wollte Rüther wissen. Aber Whitehead blickt viel weiter zurück: „Ich glaube, wir haben das Erbe des ursprünglichen Landraubs – als die Insel den amerikanischen Ureinwohnern gestohlen wurde – nie abgeschüttelt.“ Insofern macht es Sinn, einen Hehler zum Helden zu machen.

Prägend, ergänzt Whitehead, seien die 80er in New York nur insofern gewesen, als hier zum ersten Mal Donald Trump in den Vordergrund trat, „und jetzt leben wir mit diesem von Exkrementen übersäten, verkrusteten, schrecklichen Ding“.