Leserbriefe zur KVB-Linie 13Barrierefreiheit forcieren

Lesezeit 4 Minuten
Das Foto zeigt einen Straßenbahnausstieg mit zwei Stufen. Vor der oberen Stufe steht ein Kinderwagen. Für Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl sind derartige Ausstiege aus öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu bewältigen.

Fehlende Barrierefreiheit an einem Bahnsteig

Neue Haltestellen für die Linie 13 sind sinnvoll. Für vorrangig halten Leser jedoch den barrierefreien Zugang zu allen Haltestellen in Köln.

Linie 13 weiterhin nicht barrierefrei – Auf der Gürtelstrecke der KVB sollen an mehreren Haltestellen Bahnsteige angehoben werden – Passiert ist bisher noch nichts (14.10.)

Linie 13: Auch Kinderwagen und Radfahrer profitieren von Barrierefreiheit

Mich wundert, dass bei der fehlenden Barrierefreiheit immer nur von Rollstuhlfahrern geschrieben wird. Wirklich jeder Mensch ist im jungen Alter auf die Barrierefreiheit von Bussen und Bahnen angewiesen, solange er nämlich im Kinderwagen, Sportwagen oder Buggy liegt oder sitzt. Auch viele Radfahrer würden gerne zur Überwindung längerer Strecken zwischendurch die Linie 13 in Anspruch nehmen, können es aber nicht, da ein – vor allem ein bepacktes – Fahrrad einfach nicht hineinzuheben ist. Ich empfinde das als einen unglaublichen Skandal. Susanne Schmalen-Höfer Köln

KVB-Linie 13: Barrierefreiheit und Erweiterung forcieren

Gleich 14 der 20 noch nicht barrierefrei umgebauten Bahnhaltestellen der KVB betreffen die Linie 13. Das zeigt, welch geringe Bedeutung der Gürtellinie von KVB und Stadt zugemessen wird. Während Hamburg mit einer Ring-U-Bahn und Berlin mit einem S-Bahn-Ring die Innenstadt-Strecken maßgeblich entlasten und die Fahrtzeiten verkürzen, scheidet in Köln eine vergleichbare Stadtbahn, die Linie 13, für alle Menschen aus, die keine Stufen überwinden können.

Doch auch bei der Erweiterung der Linie 13 bis zum Rheinufer wird in der Machbarkeitsstudie sogar im Wortsinn zu kurz gedacht: Sie führt gar nicht auf die Rheinuferbahn, sondern endet als Wurmfortsatz im Bayenthalgürtel vor der Bismarck-Säule. Fahrgäste sollen 200 Meter zu Fuß laufen und per Bettelampel die Rheinuferstraße überqueren. So funktioniert keine Verkehrswende! Viel sinnvoller ist die Fortführung der Linie 13 nach Rodenkirchen. Dies würde die Buslinien 130 und 134 ersetzen und mit einmaligem Mehraufwand Kapazität für den Verkehr zu gleich drei am Gürtel gelegenen Schulen bieten.

Die Linie 13 kreuzt sämtliche Stadtbahn- und S-Bahn-Linien Kölns, verkürzt für zahlreiche Menschen die Fahrzeiten und entlastet die innerstädtischen Streckenabschnitte maßgeblich. Dafür muss sie schnellstens barrierefrei umgestaltet, bis an der Rhein weitergebaut und bis Rodenkirchen geführt werden. Thomas Grothkopp Köln Seniorenvertretung der Stadt Köln

Kölner Linie 13: Problem-Haltestelle Slabystraße

Bevor zwei neue Haltestellen an der Hochbahnlinie 13 der KVB gebaut werden sollen, wäre es angebracht, dass sich die verantwortlichen Planer die schon bestehende Haltestelle Slabystraße ansehen. Diese Haltestelle, am Seniorenzentrums Riehl gelegen und die Linie 18 kreuzend, ist für gehbehinderte Menschen, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Kinderwagen ohne kräftige Hilfe nicht zu nutzen.

Zur Hochbahn führt keine Rampe, keine Rolltreppe, kein Fahrstuhl und der Bahnsteig ist nicht angehoben. Auch fehlt eine elektronische Anzeige. Zu den Bahnsteigen der Linie 18 führt eine Unterführung, wo ebenfalls weder Rampe, Rolltreppe noch Aufzug vorhanden sind. Auch diese Bahnsteige sind nicht erhöht. Abgesehen davon macht die gesamte Anlage einen verwahrlosten Eindruck. Barbara Enke Köln

Köln: Barrierefreiheit im ÖPNV lässt zu wünschen übrig

Was nutzen zwei neue Haltestellen, wenn man ab Haltestelle Nussbaumer Straße bis Dürener Straße nicht aus der Bahn herauskommt, da die Bahnsteige immer noch so niedrig sind, dass es für behinderte Menschen mit Rollator, Gehhilfe oder für Mütter mit Kinderwagen nicht möglich ist, aus alten KVB-Wagen auszusteigen? Bereits vor 20 Jahren habe ich diesen Zustand bemängelt, ohne dass Abhilfe geschaffen wurde.

Das Gleiche gilt für die Linie 5. Am Friesenplatz umzusteigen ist nicht möglich, da es keinen Lift gibt. Andere Haltestellen, wie Appellhofplatz, Neumarkt, Hauptbahnhof und Ebertplatz, sind zwar mit Liften ausgestattet, diese sind aber zu 75 Prozent defekt. Kurz und gut: Die KVB sollen sich erstmal um die vorhandenen Haltestellen kümmern, denn es ist eine Zumutung, für den Arztbesuch in der Stadt 50 Euro Taxi zu bezahlen, obwohl eine Haltestelle vor der Haustür liegt, die aber nicht benutzbar ist. Brigitte Diehl Köln

Verlängerung der Linie 13: Maulwürfe im Verkehrsdezernat?

Wenn man sich die gerade veröffentlichten Machbarkeitsstudien für die Verlängerung der Gürtellinie 13 ansieht, dann ist erkennbar, wo die Prioritäten des Verkehrsdezernats liegen: auf der Planung der nächsten wahnsinnigen Tunnel-Projekte. Man will schon wieder eine Linie unter die Erde legen, die Linie 13 unterirdisch verlängern, einen Tunnel unter dem Rhein und dem ganzen Rechtsrheinischen her bis zum Bahnhof Mülheim buddeln.

Dieser Tunnelwahn ist wirklich kaum noch zu fassen. Sitzen denn nur noch Maulwürfe im Verkehrsdezernat? Solange die Personalkapazitäten von Stadt und KVB in derartigen Irrsinn gesteckt werden, bleiben die wichtigen oberirdischen Ausbaumaßnahmen auf der Strecke. Angela Bankert Köln

KStA abonnieren