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LesermeinungenHitzeschutz in Kölner Schulen: Umdenken erforderlich

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Der linke Bildrand wird dominiert von einem Ventilator, der dem im Hintergrund befindlichen Klassenraum Abkühlung verschafft. Schülerinnen und Schüler sitzen dort an Tischen.

Ein Ventilator schafft ein wenig Abkühlung im heißen Klassenzimmer. 

Schüler und Lehrer in Köln leiden unter den hohen Temperaturen, für die hiesige Schulgebäude nicht ausgelegt sind. Eine Nachrüstung mit Klimaanlagen lehnt die Stadt jedoch ab.

Willy-Brandt-Gesamtschule: Riesige Steinwüste

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass die Kölner Schulen keine Prophylaxe für Hitzetage haben. Umso unverständlicher ist mir, dass die gerade neu erbaute Willy-Brandt-Gesamtschule in Köln-Höhenhaus umgeben ist von riesigen Steinwüsten, die sich in der Sommerglut besonders aufwärmen. Nirgendwo steht ein Baum oder Bäumchen. Die alte Gesamtschule hatte einen Garten und auch mehr Grünfläche.

Weiterhin ist erstaunlich, dass in gleißendem Sonnenlicht an zwei Zufahrten zur Schule die Wege beleuchtet sind. Gibt es in der Schule keinen Schalter zum Ausschalten der Beleuchtung? Oder Zeituhren? Aber das Absurdeste ist für mich die vollkommene Pflasterung des Schulhofs, und das, obwohl das Thema Hitze seit Jahren bekannt ist. Wie kann man seitens der Stadtverwaltung so etwas genehmigen? Ute Ständer Köln

Stadt Köln: Verzicht auf Klimaanlagen aus ideologischen Gründen?

Den Kindern in den Schulen macht die Hitze zu schaffen. Was sagt die Stadt zum Lösungsvorschlag Klimaanlage? „Klimageräte verursachten bereits bei der Herstellung zusätzliche CO₂-Emissionen, erhöhten den Stromverbrauch und könnten durch Kältemittel sowie die Abgabe von Wärme an die Umgebung das Klima zusätzlich belasten. Zudem würden sie an heißen Tagen das Stromnetz stärker beanspruchen.“ Dazu fällt einem außer Kopfschütteln nichts mehr ein. Das ist grüne Denkweise, die für umweltschädlich gehaltene Klimaanlagen abwimmelt.

Wärmepumpen sind okay. Klimaanlagen nicht? Beides sind Wärmepumpen. Verursachen nur Klimaanlagen zusätzliches CO₂ und Wärmepumpen nicht? Kann nur bei Klimaanlagen Kältemittel in die Umgebung gelangen, bei Wärmepumpen nicht? Nur Klimaanlagen beanspruchen die Stromnetze stärker, Wärmepumpen nicht? Wer etwas erreichen will, sucht nach Wegen, wer etwas verhindern will, sucht Gründe. So sieht grüne Politik aus.

Noch doller wird es mit der Begründung: „Da es in Köln bislang vergleichsweise wenige Hitzetage ohne nächtliche Abkühlung gebe, stehe der finanzielle Aufwand aus Sicht der Stadt derzeit in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen.“ Ach was! Überall ist zu lesen, dass wir uns zukünftig auf längere und heißere Hitzeperioden einstellen müssen. Und die (grüne) Stadt Köln ignoriert das, weil Klimaanlagen ökologisch schädlich sind und ideologisch nicht ins Bild passen. Was sollen die Kinder ebenso wie die Kranken im Krankenhaus und die Alten im Seniorenheim denn tun? Uwe Olufs Niederkassel

Max-Ernst-Gesamtschule: Geplante Baumfällungen überdenken

Vielen Dank für Ihre Berichterstattung, wie die Hitze Kölner Schulen in „Backöfen“ verwandelt. Sie weisen im Artikel darauf hin, wie wichtig Hitzeschutz für Schulen sei und dass die Stadt Köln in Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas auf Schulhöfen investiere, etwa durch Entsiegelung, zusätzliche Bäume sowie Sonnensegel und Sonnenschirme. Diese Information hat mich sehr verwundert. Paradoxerweise soll nämlich ein Großteil der alten und großen Bäume gefällt werden, die den Schülern und Schülerinnen sowie den Lehr- und Fachkräften der Max-Ernst-Gesamtschule in Bocklemünd Schatten spenden und die das gesamte Klima der Schule und Umgebung verbessern.

Auf dem Gelände sollen jetzt neue Gebäude errichtet werden. Von 290 Bäumen sollen nur 29 Bäume erhalten bleiben – und das entgegen einem Kompromiss, der mit der Verwaltung ausgehandelt wurde. Für meine Tochter und alle anderen, die die Max-Ernst-Gesamtschule besuchen, wünsche ich, dass Hitzeschutz und Naturschutz wirklich ernst genommen werden und die Notwendigkeit der Fällung jedes einzelnen Baumes genauestens überprüft wird. Martina Lampart Köln

Hitze in Schulen: Klimatisierung auch nachträglich möglich

Die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig Lüftungsanlagen für die Hygiene sind. Messungen von Eltern haben gezeigt, dass der CO₂-Gehalt in den Klassenzimmern oft höher ist als erlaubt. Kühlen kann man auch, indem die Abwärme in ein Kaltwassernetz geschickt wird. Auch Erdwärmebohrungen können im Sommer zum Kühlen genutzt werden. Den notwendigen Strom kann eine Fotovoltaik-Anlage liefern.

Dass es auch bei uns wärmer wird, ist seit vielen Jahren bekannt. Unsere Hochschulen haben schon im vorigen Jahrtausend darauf hingewiesen und Änderungen der Bauvorschriften angeregt. Man kann auch so bauen, dass sich eine Klimatisierung nachrüsten lässt. Das gilt übrigens auch für Miethäuser. Dieter Schleenstein Odenthal